Die Kuppel des Petersdoms
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Kurienkardinal Kurt Koch
Kurienkardinal Kurt Koch

03.01.2018

Kardinal Koch zum Kurs der katholischen Kirche "Spannungen gab es zu allen Zeiten"

Die Auseinandersetzungen um den Kurs der katholischen Kirche sieht der Präsident des Päpstlichen Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, mit Sorge. "Zugleich muss man aber erwähnen, dass es sich nicht um ein neues Phänomen handelt", so Koch.

Das sagte er der in Würzburg erscheinenden Zeitung "Die Tagespost". Auch während der Pontifikate von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. habe es Spannungen und Differenzen gegeben, "freilich unter anderen Vorzeichen".

Der Kardinal erinnerte daran, dass nicht wenige von denen, die jetzt Papst Franziskus unterstützten und sogar zum Gehorsam aufriefen, früher teilweise massive Kritik an Benedikt XVI. geübt hätten. Umgekehrt wiederum stelle er fest, dass nicht wenige, die sich früher als sehr papsttreu gezeigt hätten, nun Papst Franziskus infrage stellten.

Aus Spannungen keine Spaltungen werden lassen

Die katholische Kirche sei sich jedoch durch die ganze Geschichte hindurch bewusst gewesen, dass es immer wieder zu Spannungen kommen könne, so des Kardinals Überzeugung. Zugleich aber sei stets alle Vorsorge zu treffen, damit sich aus Spannungen nicht Spaltungen entwickelten.

Die Kirche habe deshalb immer wieder versucht, so lange und so gut es irgendwie gehe, alle Tendenzen und Strömungen unter einem Dach zu behalten, erklärte Koch. "Auf diesem katholisch bewährten Weg lebt die Kirche auch heute in der Gegenwart und geht sie in eine gute Zukunft."

Suche nach Einheit wachhalten

Weiter ist Kardinal Koch davon überzeugt, dass die Suche nach der Einheit der Kirchen "in liebenswürdiger Hartnäckigkeit" wachgehalten werden muss. Sie entspreche dem Willen des Herrn. Deshalb bestehe für ihn auch die größte Enttäuschung darin, dass nicht wenige Christen die Suche nicht mehr für wichtig hielten.

Als Beispiel nannte der Kardinal den liberalen Flügel der evangelischen Theologie in Deutschland. Dort werde immer stärker die These vertreten, mit der Reformation habe endlich jene Pluralisierung der lateinischen Christenheit begonnen, die in der permanenten Konkurrenz von selbstständigen Konfessionskirchen Gestalt gefunden habe. Das Christentum sei damit in der Form des Protestantismus modernitätsverträglich gemacht worden, und dies dürfe mit einer neuen Einheitssuche nicht wieder infrage gestellt werden, skizzierte Koch diese Haltung.

Zugleich zeigte der Kardinal sich dankbar, dass 2017 ein gemeinsames Reformationsgedenken möglich geworden sei. Auch die anderen Dialoge mit den griechisch-orthodoxen und den orientalisch-orthodoxen Kirchen machten Fortschritte. Als positiv bewertete es Koch gleichfalls, dass es seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) immer Päpste mit einem "offenen ökumenischen Herzen" gegeben habe.

(KNA)

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