Das Vatikan-Team beim Friedens-Halbmarathon in Rom
Das Vatikan-Team beim Friedens-Halbmarathon in Rom

17.09.2017

Vatikan-Team läuft Halbmarathon Joggen für den Frieden

Eine Initiative des Vatikan und der Stadt Rom verbindet kulturelle Begegnung mit einem Sport-Event: Die Erstausgabe des Wettlaufs für den Frieden am Sonntag auf der "Via Pacis" findet erklecklichen Zuspruch.

Ein Lauf für Frieden, Integration, Inklusion und Solidarität - nur Gutes auf 21,097 Kilometern. Es war eine gemeinsame Initiative des päpstlichen Kulturrates unter seinem rührigen Leiter Kardinal Gianfranco Ravasi und der Stadt Rom, einen Halbmarathon der allseitigen Verständigung auf die Piste zu schicken.

6.000 Menschen aus 43 Ländern

Und so wurden am Sonntag die schönsten Meilen links und rechts des Tibers zu einer "Via Pacis", einem Weg des Friedens für Pilger im Laufschritt. An die 6.000 Menschen aus 43 Ländern folgten dem Ruf, knapp 1.900 von ihnen über die volle Distanz, die anderen mit einem Volkslauf von fünf Kilometern; gemäß dem lateinischen Sprichwort, dass auch dort, wo die Kräfte fehlen, der Wille zu loben ist.

Sie bildeten das Gros der Bewegung, Alte und Junge, Eltern mit Kindern, Migranten, Blinde mit Führerhund, Ordensfrauen im strammen Wanderschritt neben Aktivisten für Homosexuellen-Rechte. Ein Sinnbild, dass die Menschheitsfamilie in all ihrer Buntheit sich auch gemeinsam in eine Richtung bewegen kann.

Parcours an Moschee und Synagoge vorbei

Rom ist die Stadt der Päpste, doch auch eine Stadt vieler Religionen. Absichtsvoll schlang der Parcours ein Band vom Vatikan zur Großen Moschee - der größten islamischen Gebetsstätte Europas -, zur jüdischen Synagoge und zurück zum Petersplatz.

Oberrabbiner Riccardo Di Segni und der Imam der Moschee, Salah Ramadan, beide beim Start zugegen, rühmten vor TV-Kameras den Beitrag des Sports für ein gewaltfreies Zusammenleben und gegenseitigen Respekt.

Bürgermeisterin ausgebuht

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi hätte sich ein bisschen mehr davon wünschen mögen. Die Stadtchefin, die das Rennen eröffnete, empfingen Pfiffe und Buh-Rufe. Zwar sprach auch sie von einer "Botschaft des Friedens an die Welt" und einem Sportereignis, das Menschen aller Hautfarbe und Religion einen könne.

Aber wo Raggi dieser Tage hinkommt, hat sie einen schweren Stand. Mag sie auch die "wunderschöne Strecke" loben - viele Bürger denken eher an überquellende Müllcontainer, marode Busse und Schlaglöcher in den Straßen.

Vatikan-Team ins Rennen geschickt

Der Friedenslauf brachte für die Römer ein paar weitere Einschränkungen, jedoch nur befristet. Von Sonntagmorgen an waren sonst vom Verkehr belebte Straßen am Tiber und in der Innenstadt gesperrt, Buslinien umgeleitet. Die Stadt ist Kundgebungen gewohnt.

Der Vatikan schickte ein eigenes Team ins Rennen: die gerade erst gegründete "Athletica Vaticana". Mitarbeiter der Kurie und des päpstlichen Geheimarchivs nennt der Sportverantwortliche des Vatikan, Melchor Sanchez de Toca, als Mitglieder; weiter Feuerwehrleute, Schreiner, Schweizergardisten und Museumswärter. 

Es ist kein Spitzenkader, eher ein Betriebssportverein, geeint durch die Freude an Bewegung und den Dienst für den Papst.

Initiator Kardinal Ravasi auf Twitter

"In Psalm 34 heißt es: 'Suche den Frieden und jage ihm nach'", sagte Sanchez dem Sender Radio Vatikan. Dieser interreligiöse Halbmarathon sei dafür "ein schönes Beispiel". Kardinal Ravasi, der den Lauf mit angestoßen hatte, fand sich übrigens weder unter den Läufern noch unter den Zuschauern. Er hatte einen Termin in Assisi. Sein Beitrag zu dem Ereignis blieb ein Tweet am Wochenende, ein Zitat aus dem Roman "On The Road" von Jack Kerouac (1922-1969): "Der Weg ist das Leben".

Begrüßung durch Papst Franziskus 

Jene Teilnehmer, die nach der Zielankunft noch bis zum Mittag warten wollten, begrüßte Papst Franziskus bei seinem Angelus-Gebet; mit etwa dem gleichen Wunsch, den vorher schon Bürgermeisterin, Oberrabbiner und Imam formuliert hatten: dass der Lauf "Dialog, Zusammenleben und Frieden fördern" möge.

Wer am Ende die Distanz über die 21 Kilometer gewann - nämlich der 24-jährige Eyob Ghebrehiwet Faniel aus Venedig und die 27-jährige Sara Brogiato von der Luftwaffe in Rom - war Veranstaltern und Medien kaum eine Notiz wert. Vielleicht spielte es auch wirklich keine Rolle.

(KNA)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 25.05.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit
  • Irland stimmt über Abtreibung ab
  • Neue Datenschutzgrundverordnung in der EU
  • Glaubensfragen an Weihbischof Schwaderlapp
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Mönchen Gladbacher Ehepaar rettet über 650 Kirchenfenster
  • Bündnis Gemeinsam für Afrika protestiert: "Sklavenmarkt" auf dem Bahnhofsvorplatz
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Mönchen Gladbacher Ehepaar rettet über 650 Kirchenfenster
  • Bündnis Gemeinsam für Afrika protestiert: "Sklavenmarkt" auf dem Bahnhofsvorplatz
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Nach 45 Jahren: "Hotzenplotz und die Mondrakete"
  • "Mess op Kölsch" am Dreifaltigkeitssonntag
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Nach 45 Jahren: "Hotzenplotz und die Mondrakete"
  • "Mess op Kölsch" am Dreifaltigkeitssonntag
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen