Gruppendiskussion während eines Seminars zur Vorbereitung auf die Bischofssynode 2018
Gruppendiskussion während eines Seminars zur Vorbereitung auf die Bischofssynode 2018
Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Synode
Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Synode

16.09.2017

Seminar zur Jugendsynode beendet Musik, Mitsprache und mehr

Die Jugend ist Thema der Bischofssynode 2018 in Rom. Im Vorfeld geht die Kirche neue Wege: Zum Vorbereitungsseminar in Rom lud sie auch junge Leute ein. Es ging um Mitsprache, um Zuhören - und um Musik.

"Allein die Tatsache, dass wir hier sind, ist ein historischer Moment", sagt Sylvia Buhl. Die 27-Jährige Deutsche arbeitet derzeit für die Österreichische Bischofskonferenz und nahm als deutschsprachige Vertreterin am internationalen Vorbereitungsseminar für die Bischofssynode 2018 in Rom zum Thema Jugend teil. Die Kirche bemühe sich um die Jugend, das gemeinsame Vorbereitungstreffen sieht Buhl als wichtiges Zeichen. Darüber hinaus ergriffen sie und die weiteren 20 jungen Vertreter aus aller Welt die Gelegenheit, im Plenum auch konkrete Forderungen loszuwerden. So regten sie etwa ein jugendliches Papst-Beratergremium ähnlich dem Kardinalsrat an.

Frische der neuen Generation nutzen

Die Antwort des Generalsekretärs der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, während des fünftägigen Seminars ständig anwesend, ließ nicht lange auf sich warten: Dies sei ein "sehr ambitionierter Vorschlag", der die Kompetenzen der Synode überschreite. Dennoch sei die Idee damit nicht vom Tisch: Es gehe auch darum, zu überlegen, wie einige junge Leute dauerhaft in Organisationen des Heiligen Stuhls integriert sein könnten, erklärte Baldisseri am Freitag zum Abschluss der Veranstaltung in der Zentrale des Jesuitenordens in Rom. Die Bischofssynode im Oktober 2018 steht unter dem Thema "Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung".

Baldisseri kündigte an, weitere Ideen umzusetzen: So sollen Jugendliche bei der Weltbischofssynode als Gasthörer dabei sein. Zudem will er prüfen, ob im Synodensekretariat ein Jugendteam eingerichtet werden kann, das bei der Erarbeitung des Vorbereitungsdokuments, dem "Instrumentum laboris", mitwirkt. Die jungen Seminarteilnehmer hatten auch angemerkt, dass etwa das Thema "Sexualität" für Jugendliche eine große Rolle spiele und daher bei der Synode berücksichtigt werden sollte.

Im Tagungssaal sitzt Baldisseri zwar eine Reihe über seinen jugendlichen Vorrednern, doch er spricht nicht von oben herab. In der Kaffeepause mischt sich der agile 76-Jährige unter die etwa 80 Teilnehmer unterschiedlichen Alters, Ordensleute und Priester, Wissenschaftler, Geistliche wie Laien aus allen Kontinenten. Und: Er setzt sich spontan ans Klavier, um wie einige andere Teilnehmer die Kaffeepause musikalisch zu untermalen.

Orte der Begegnung schaffen

"Wenn wir die von Papst Franziskus vorgegebene Linie zur Reform der Kirche ernsthaft fördern wollen, können und müssen wir mit der Frische der neuen Generationen starten", sagt der Kardinal in seinem Abschlussvortrag. Dass es dazu viele verschiedene Wege gibt und auch die Musik einer sein kann, ist ein Ergebnis des Synodenvorbereitungsseminars in Rom.

Die Bedeutung von Sport, Musik und weiteren Aktivitäten als Ort der Begegnung wurde in Vorträgen mehrfach erwähnt - und von der Praxis überholt: Schon bei der Eröffnung am Montag hatte Baldisseri sich ausführlich mit jungen Teilnehmern unterhalten: Der Kardinal, der klassische Klaviermusik mag, sprach mit dem 16-jährigen italienischen Nachwuchskünstler "Danko" (Samuel Gori) und dem 25-jährigen Studenten Daniel Zaccaro über Musik. Danko hatte zuvor über die Bedeutung der Musik für seinen Glauben gesprochen; Zaccaro darüber, wie er mit Hilfe von Gefängnisseelsorgern seinen Weg zum Glauben und aus dem Knast an die Uni fand.

Kirche als "Heimat für alle"

Die Erlebnisse von Mirvat Sayegh, die aus Syrien nach Italien floh, gingen den Zuhörern besonders nahe. Sie selbst stockte bei ihrer Rede immer wieder. Die junge Frau betonte, die Kirche müsse Heimat für alle sein - nicht nur für Jugendliche, auch für Flüchtlinge. "Wenn man viel umzieht, ist die Kirche die einzige Heimat, die bleibt", sagt sie.

Den jüngeren Teilnehmern, zwischen 16 und 30 Jahre alt, ging es besonders darum, ernst genommen und angehört sowie aktiv einbezogen zu werden. Immer wieder forderten sie, die Kirche und ihre Vertreter müssten das leben, was sie verkünden. Die Schlussbotschaft der jungen Teilnehmer lautet: "Wir sind eine Familie. Lasst uns aufeinander hören und miteinander wachsen."

Darauf kam auch Baldisseri noch einmal zu sprechen: Ohne aufeinander zu hören, gebe es keinen synodalen Weg - ob im Gespräch oder in der Musik. Passend dazu schenkte er jedem zum Abschied eine CD mit Klavierinterpretationen. Und scherzte, damit wolle er das in der Kaffeepause begonnene improvisierte Konzert gerne fortsetzen.

Stefanie Stahlhofen

(KNA)

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