Papst Franziskus begrüßt Bischöfe
Papst Franziskus begrüßt Bischöfe

14.09.2017

Papst mahnt neue Bischöfe zu Gebet, Demut und Dialog an Mehr als 110 neue Bischöfe bei Papst-Audienz

Der Papst hat die neuen Bischöfe zu Gebet, Demut und zum Dialog mit den Gläubigen aufgefordert. Unter den 114 anwesenden Bischöfen bei der Audienz waren auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Limburger Oberhirte Georg Bätzing. 

Die Bischöfe sollten sich um eine ständig wachsende und verinnerlichte Form der Unterscheidung bemühen, die andere Menschen mit einschließe. Das gab Papst Franziskus den 114 in diesem Jahr neu ernannten Bischöfen bei ihrer Audienz im Vatikan mit auf den Weg.

Bischöfe wie "Schüler"

Die neuen Oberhirten aus aller Welt haben sich in Rom versammelt, um gemeinsam in der Bischofskongregation an einem Einführungsseminar teilzunehmen, das sie mit ihren neuen Aufgaben vertraut machen soll. Der Mainzer Bischof Kohlgraf fühle sich dort wieder "wie ein Schüler", heißt es via Twitter vom Bistum Mainz. 

Papst rief Geistlichen zu geduldiger und mutiger Begleitung auf

Der Papst rief die Geistlichen zum Gespräch mit den Menschen und zu geduldiger und mutiger Begleitung der Menschen auf: "Gläubige, Familien, Pfarreien, Gemeinschaften und Gesellschaft - wir sind alle gerufen voranzuschreiten in der Freiheit, das von Gott gewollte Gute zu wählen und umzusetzen", so der Papst. Den Bischöfen legte Franziskus auch ans Herz, um die Gnade der "wahrhaftigen Unterscheidung" zu beten.

Der Heilige Geist sei die "Hauptfigur jeder authentischen Unterscheidung". Eigene Projekte müssten zurückgestellt werden, um den Standpunkt Gottes einzunehmen. Er mahnte, im stillen Gebet auf die Stimme Gottes zu hören. Zugleich dürften Bischöfe sich nicht selbst genügen oder zu verängstigten und isolierten "Einzelgängerhirten" werden. Franziskus ermutigte die Anwesenden: Ein Bischof dürfe keine Angst haben, eigene Beurteilungen und Einschätzungen mit anderen zu teilen und bisweilen auch zu verändern.

Papst: Keine Antwort für alle Fälle suchen

Die Fähigkeit zur Unterscheidung bezeichnete Franziskus als "Mittel gegen die Unbeweglichkeit des 'Das wurde schon immer so gemacht' oder des 'Lassen wir uns Zeit'". Es gehe um einen kreativen Prozess, der sich nicht darauf beschränke, vorgegebene Schemata anzuwenden.

Unterscheidung bedeute immer auch Demut und Gehorsam, so der Papst weiter: Demut gegenüber eigenen Projekten, Gehorsam gegenüber dem Evangelium, dem Lehramt, den Normen der Universalkirche. Zugleich müsse auch der konkreten Situation der Menschen Rechnung getragen werden: "Lasst euch nicht von der Sehnsucht fesseln, eine Antwort für alle Fälle zu finden", so der Papst.

(KNA, DR)

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