Papst Franziskus bei der Generalaudienz
Papst Franziskus bei der Generalaudienz
Der Papst auf Friedensmission in Kolumbien
Der Papst auf Friedensmission in Kolumbien

13.09.2017

Papst will von Christen mehr Einsatz für Versöhnung "Den ersten Schritt tun"

Papst Franziskus hat Christen zu mehr Engagement für Frieden und Versöhnung aufgerufen. Als Jünger Jesu müssten sie "stets bereits sein, den ersten Schritt zu tun", sagte er bei der Generalaudienz rückblickend auf seine Kolumbienreise.

Er spielte damit auf das Motto seiner jüngsten Reise an: "Tun wir den ersten Schritt". Seine Ansprache widmete der Papst einem Rückblick auf die fünftägige Reise, von der er am Montag zurückgekehrt war. Er dankte für den Friedensprozess in dem lateinamerikanischen Land. Es sei "offensichtlich, dass der Teufel das Volk spalten wollte, um das Werk Gottes zu zerstören". Doch ebenso offensichtlich seien "die Liebe Christi und seine unendliche Barmherzigkeit stärker als Sünde und Tod", so der Papst.

Der über vier Jahre ausgehandelte Friedensschluss zwischen der FARC-Guerilla und der kolumbianischen Regierung war in einem Referendum im Oktober 2016 mit etwas mehr als der Hälfte der Stimmen abgelehnt worden. Erst eine nachgebesserte Version fand Ende November die Billigung des Kongresses. Gesellschaft und Kirche sind weiter in der Frage der Bestrafung und der gesellschaftlichen Eingliederung früherer Rebellenkämpfer geteilt.

"Sehnsucht nach Leben und Frieden"

Dass Kolumbien ein stark christlich geprägtes Land sei, mache die Tragödie des Konflikts noch schmerzlicher, sagte der Papst. Zugleich sei es aber auch eine "Garantie für den Frieden" und ein sicheres Fundament für den Wiederaufbau. Die Sehnsucht nach Leben und Frieden spreche aus den Augen der unzähligen Kinder und jungen Menschen, die er in Bogota und den anderen Städten des Landes gesehen habe, so Franziskus.

In einer spontanen Einlassung berichtete er, dass ihn in Kolumbien besonders die Eltern bewegt hätten, die ihm ihre Kleinkinder entgegenhielten, damit er sie segne. Dabei habe er zugleich den Stolz der Mütter und Väter gespürt. "Ich dachte: Ein Volk, das Kinder haben und sie mit Stolz und Hoffnung zeigen kann, so ein Volk hat Zukunft."

(KNA)

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