Vatikansprecher Federico Lombardi
Ex-Vatikansprecher Federico Lombardi

29.08.2017

Früherer Vatikansprecher Lombardi feiert 75. Geburtstag Priester, Journalist und Sprachrohr des Papstes

Er arbeitete mit Benedikt XVI. und Franziskus zusammen: Nun hat Federico Lombardi, der frühere Leiter des vatikanischen Presseamtes, an diesem Dienstag sein 75. Lebensjahr vollendet. Von großem Trubel ist allerdings nichts bekannt.

Lombardi war bis August 2016 Ansprechpartner der Medien für alle Fragen rund um den Papst und den Vatikan. Im Juli 2006 war der italienische Jesuit von Benedikt XVI. zum Nachfolger des jüngst verstorbenen Spaniers Joaquin Navarro-Valls berufen worden, der dieses Amt 22 Jahre ausübte.

Lombardis Nachfolger ist der US-Amerikaner Greg Burke (57), dessen Stellvertreterin die Spanierin Paloma Garcia Ovejero (42). Die Leitung des vatikanischen Fernsehzentrums Centro Televisivo Vaticano (CTV) hatte Lombardi bereits 2013 an Dario Edoardo Vigano abgegeben. Aktuell ist er noch Präsident der römischen Ratzingerstiftung (Fondazione Vaticana Joseph Ratzinger-Benedetto XVI).

Priester und Journalist

Geboren am 29. August 1942 in Saluzzo südlich von Turin, trat Lombardi 1960 in den Jesuitenorden ein. 1962 wurde er zum Priester geweiht. Im Rahmen seines Studiums der Philosophie, Mathematik und Theologie verbrachte er auch vier Jahre in Deutschland, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main.

Anschließend verdiente sich Lombardi in der Redaktion der von den italienischen Jesuiten herausgegebenen renommierten Zeitschrift "Civilta Cattolica" erste journalistische Meriten. 1977 wurde er deren stellvertretender Chefredakteur. Von 1984 bis 1990 folgte ein Zwischenspiel als Provinzial seines Ordens in Italien.

1991 trat Lombardi als Programmdirektor von Radio Vatikan in den Dienst des Heiligen Stuhls ein. 2005 wurde er von Benedikt XVI. zum Leiter des Papstsenders berufen und stand auch an der Spitze des vatikanischen Fernsehzentrums CTV.

Leiter des vatikanischen Presseamtes

Seine prägendste Rolle entfaltete Lombardi seit Juli 2006 als Leiter des vatikanischen Presseamtes. Seine Feuerprobe erlebte er nach wenigen Wochen bei der sogenannten Regensburger Rede des Papstes, die heftige Reaktionen in der islamischen Welt auslöste. Andere schwierige Situationen waren die Rücknahme der Exkommunikation für den Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson 2009 und die erste "Vatileaks"-Affäre 2012.

Höchstes Lob erntete Lombardi im Frühjahr 2013 für das mediale Management von Papstrücktritt, Sedisvakanz, Konklave und Amtsantritt von Papst Franziskus. Die damaligen Ereignisse zogen Hunderte Millionen TV-Zuschauer und Tausende akkreditierte Berichterstatter in den Bann.

(KNA)

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