Altstadt von Jerusalem mit Tempelberg
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Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

03.08.2017

Vatikan verlangt erneut internationale Lösung für Jerusalem Proaktiv auf dem Heiligen Stuhl

Der Vatikan hat erneut eine internationale Friedenslösung für Jerusalem verlangt. Auch zu der aktuellen und andauernden Situation in Venezuela und Kolumbien äußerte sich der Staatssekretär von Papst Franziskus im Vatikan, Pietro Parolin.

Nötig sei für Jerusalem ein Status als "offene Stadt", in der die Religionsfreiheit und die Rechte aller Gläubigen anerkannt und respektiert würden, so Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Im aktuellen Konflikt scheine auf allen Seiten der Wille zu fehlen, zugunsten eines Kompromisses auf eigene Ansprüche zu verzichten, sagte der Chefdiplomat des Papstes, Pietro Parolin, der italienischen Tageszeitung "Avvenire" am Donnerstag.

Sicherheit und Freiheit in Jerusalem

Zu einem international garantierten Sonderstatus für Jerusalem gebe es keine Alternativen. Die Gewaltausbrüche der jüngsten Zeit machten deutlich, "dass das Problem auf internationaler Ebene gelöst werden muss", betonte der Kardinal.

Ähnlich hatte Ende Juli der Geschäftsträger der vatikanischen Vertretung bei den Vereinten Nationen, Simon Kassas, vor dem UN-Sicherheitsrat einen "sicheren, freien und ungehinderten Zugang zu den Heiligen Stätten" Jerusalems für Gläubige aller Religionen und Nationalitäten verlangt.

Proaktiv in Venezuela

Mit Blick auf die Lage in Venezuela widersprach Parolin der Sicht, die vatikanische Diplomatie sei gescheitert. Hintergrund ist ein Brief des Kardinalstaatssekretärs vom Dezember, in dem er die Öffnung humanitärer Korridore für dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente, vorgezogen Wahlen, Respektierung des Parlaments und Freilassung politischer Gefangener forderte.

Parolin sagte dazu, der Heilige Stuhl verfolge eher eine "proaktive und nicht nur reaktive Diplomatie". Jetzt gelte es, praktikable Antworten auf Grundlage der aktuellen Situation zu suchen. Diese müssten "vor allem den realen Bedingungen der Bevölkerung und des Gemeinwohls Rechnung tragen, das an erster Stelle kommen muss", so der Kardinal.

Kolumbiens Versöhnung und Frieden

Zum Friedensprozess in Kolumbien sagte Parolin, er hoffe, dass der "positive Trend" trotz aller "Schwächen und Schwierigkeiten" durch den bevorstehenden Besuch von Papst Franziskus gestärkt werde.

Hauptziel der Reise sei, die Aussöhnung voranzubringen. Jenseits der technischen Formeln des Friedensabkommens brauche das Land "eine tiefe Versöhnung im Inneren" als Basis für den weiteren Friedensprozess.

(KNA)

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