Papst Franziskus mit syrischen Flüchtlingen
Archivbild: Papst Franziskus mit syrischen Flüchtlingen

03.04.2017

Vatikan nimmt neue Flüchtlingsfamilien auf Neue Bleibe

Schichtwechsel in der Flüchtlingsunterkunft des Vatikan: Drei syrische Familien, die seit einem Jahr in den Wohnungen lebten, hätten andere Unterkünfte gefunden, teilte der Vatikan mit. Für sie seien weitere Familien nachgerückt.

Unter den drei neuen Familien aus Syrien ist nach Angaben des Almosenamtes des Paptes ein junges christliches Paar; die Frau sei wiederholt von Milizen des "Islamischen Staates" (IS) vergewaltigt worden und habe vor zwei Wochen ihre erste Tochter namens Stella in der Vatikan-Wohnung zur Welt gebracht.

Die Familien wie auch ihre Vorgänger kamen der Mitteilung zufolge dank sogenannter Humanitärer Korridore nach Italien, die auf Initiative der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio, der Föderation Evangelischer Kirchen in Italien und der Kirche der Waldenser eingerichtet worden waren. Papst Franziskus hatte im September 2015 Katholiken aufgerufen, in jeder Pfarrei, Ordensgemeinschaft oder Wallfahrtsstätte eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.

"Integration auf gutem Weg"

Unter den drei neuen Familien in den vatikaneigenen Apartments ist den Angaben zufolge eine weitere, die wegen Christenverfolgung aus Syrien geflohen ist. Es handele sich um eine Mutter mit zwei halbwüchsigen Kindern, deren Großmutter, eine Tante und eine weitere Frau, die mit ihnen in Haushaltsgemeinschaft lebe.

Die dritte Familie kam laut der Mitteilung schon im Februar 2016 nach Italien und besteht aus den Eltern und zwei Kindern, darunter eine kranke Tochter. Die Integration sei inzwischen auf einem guten Weg; die Kinder gingen zur Schule, die Mutter absolviere eine Ausbildung in interkultureller Mediation und habe soeben ein Berufspraktikum begonnen.

Familien werden von Ehrenamtlichen begleitet

Durch die "Humanitären Korridore" gelangten laut dem Vatikan bislang 70 syrische Familien mit insgesamt 145 Personen nach Italien. Über die Aufnahme in Pfarreien und anderen kirchlichen Organisationen hinaus begleiteten Ehrenamtliche die Familien bei der Integration, angefangen mit Sprachunterricht.

Neben den drei Familien unterstützt der Heilige Stuhl nach eigenen Angaben weiterhin auch jene 21 Personen, die der Papst persönlich von der griechischen Insel Lesbos nach Italien brachte und die jetzt in Privat- und Ordenshäusern untergebracht sind.

(KNA)

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