Die Vatikanbank
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05.03.2017

Der Vatikan legt seine Bilanzen vor - viele Fragen bleiben offen Zwei Haushalte in vier Zahlen

Auch wenn es um Geld geht, ist der Vatikan ein Exot: Ein Staatshaushalt ohne Steuergelder und ein Museum als größte Einnahmequelle. Doch wie es genau um seine Finanzen bestellt ist, verrät er nicht.

Wenn es um Geld geht, ist der Vatikan bis heute verschwiegen. Einer der wenigen Einblicke, die er in seine finanziellen Verhältnisse gibt, ist die Pressemitteilung zu den Haushalten von Heiligem Stuhl und Vatikanstaat. Am Samstag gab das vatikanische Wirtschaftssekretariat nun mit halbjähriger Verspätung Eckdaten zu den Budgets von 2015 bekannt. Demnach schreibt der Vatikan schwarze und rote Zahlen zugleich: Der Heilige Stuhl, das Leitungsorgan der katholischen Weltkirche verbuchte ein Defizit von 12,4 Millionen Euro. Der Vatikanstaat verzeichnete hingegen ein kräftiges Plus von 59,9 Millionen Euro.

Der Vatikan ist ein haushaltspolitischer Exot: Steuereinnahmen, die wichtigste Geldquelle vieler Staaten, hat er nicht. Der kleinste Staat der Welt kennt weder Einkommens- noch Mehrwert- oder Kirchensteuer. Haupteinnahmequelle des Heiligen Stuhls waren laut der Mitteilung im Jahr 2015 Erträge aus Geldanlagen in ungenannter Höhe.

Keine offizillen Angaben zum Gesamtvermögen

Details zu den Anlageformen nennt das Wirtschaftssekretariat nicht. Es ist jedoch bekannt, dass der Vatikan in Wertpapiere investiert und über einen umfangreichen Immobilienbesitz verfügt. Offizielle Angaben über die Höhe seines Vermögens gibt es allerdings nicht. 2015 teilte der Vatikan lediglich mit, dass das Vermögen des Heiligen Stuhls um 939 Millionen Euro gewachsen sei, ohne eine Gesamthöhe zu nennen. Fachleute schätzen das Gesamtvermögen des Vatikan auf bis zu 12 Milliarden Euro.

Im Haushalt des Heiligen Stuhls sind die kirchlichen Behörden und Einrichtungen im Vatikan aufgeführt, von der Glaubenskongregation über den Päpstlichen Einheitsrat bis hin zur Vatikanischen Bibliothek. Der Haushalt des Vatikanstaats umfasst vor allem die Infrastruktur, vom medizinischen Dienst über die vatikanische Gendarmerie bis hin zu Post und Gärtnerei. Insgesamt arbeiten rund 4.500 Personen für den Heiligen Stuhl und den Vatikanstaat. Personalkosten bilden in beiden Haushalten den größten Ausgabeposten.

Der Vatikan muss sparen

Papst Franziskus hatte einen strikten Sparkurs verordnet. Das Minus des Heiligen Stuhls halbierte sich im Vergleich zu 2014, der Überschuss des Vatikanstaats sank um moderate 3,5 Millionen Euro.

Eine wichtige Einnahmequelle für den Heiligen Stuhl ist das vatikanische Geldinstitut IOR. Ähnlich wie die Bundesbank einen Teil ihres Gewinns an den Bundesfinanzminister überweist, steuert auch das IOR aus seinem Überschuss Geld zum Haushalt bei. Im Jahr 2015 waren es 50 Millionen Euro. Schließlich kann der Vatikan auf die Solidarität der Weltkirche zählen: Aus den Bistümern flossen 2015 insgesamt 24 Millionen Euro in den Haushalt. Die deutschen und amerikanischen Diözesen gehören traditionell zu den größten Geldgebern.

Vatikanische Museen bringen das Geld

Der Vatikanstaat ist wohl das einzige Land auf der Welt, dessen wichtigste Einnahmequelle eine Kunstsammlung ist: Die Vatikanischen Museen steuerten 2015 laut der jüngsten Mitteilung den Löwenanteil zum Haushalt bei. Konkrete Zahlen nennt der Vatikan auch hier nicht. Bei jährlich rund fünf Millionen Besuchern und einem regulären Eintrittspreis von derzeit 16,00 Euro dürfte aber ein höherer zweistelliger Millionenbetrag zusammenkommen.

Wie groß das Gesamtvolumen der beiden vatikanischen Haushalte ist, teilte der Vatikan nicht mit. Die letzte offizielle Angabe liegt für das Jahr 2006 vor. Demnach dürften die Haushalte einiger deutscher Bistümer deutlich größer sein. Das Budget des Heiligen Stuhls lag damals laut Vatikan bei 228 Millionen Euro. Für den Vatikanstaat wurde das Gesamtvolumen im gleichen Jahr auf 150 Millionen Euro geschätzt.

Mehr Transparenz?

Papst Franziskus hatte wiederholt mehr Transparenz in wirtschaftlichen und finanziellen Belangen angekündigt. In der Pressemitteilung zu den Haushalten spiegelt sich das nach Ansicht von Beobachtern noch nicht wieder. Das Wirtschaftssekretariat schaffte es, die Etats auf weniger als einer DIN-4-Seite zu erläutern. Zum Vergleich: Das Erzbistum Köln gibt im Finanzbericht 2015 auf 60 Seiten Rechenschaft.

Der Vatikan hingegen hält sich mit konkreten Angaben wie in den Vorjahren zurück: Das Wirtschaftssekretariat nennt lediglich vier Zahlen: Neben dem Defizit des Heiligen Stuhls und dem Plus des Vatikanstaats werden nur der Zuschuss des IOR und der Beitrag der Bistümer beziffert.

Für die Haushalte von 2015 wurden erstmals die neuen vatikanischen Richtlinien zur Buchführung angewandt, die laut Vatikan internationalen Standards entsprechen. Sie waren im Oktober 2014 vom Papst gebilligt worden. In der vatikanischen Mitteilung heißt es dazu, so könne auch die Transparenz verbessert werden.

Thomas Jansen
(KNA)

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