Ein Plakat mit John Paul II (links) Bischof Aloizie Stepinac (mitte) und Benedict XVI (rechts)
Ein Plakat mit John Paul II (links) Bischof Aloizie Stepinac (mitte) und Benedict XVI (rechts)

13.07.2016

Erstes Treffen der Stepinac-Kommission im Vatikan Historische Streitfragen im Dialog lösen

Es war der Wunsch des Papstes: Die katholisch-orthodoxe Kommission zur Klärung der historischen Rolle des kroatischen Kardinals Alojzije Stepinac (1898-1960) hat sich erstmals im Vatikan getroffen.

Das auf Wunsch des Papstes geschaffene Gremium serbischer und kroatischer Experten habe keinerlei Einfluss auf den Heiligsprechungsprozess von Stepinac, teilte der Vatikan am Mittwoch mit.

Die Kommission tagte von Dienstag bis Mittwoch. Ziel ist die gemeinsame wissenschaftliche Aufarbeitung von Stepinacs Rolle im Kontext des Zweiten Weltkriegs. Die Historiker sollen ein Jahr lang regelmäßig tagen. Die nächste Versammlung ist vom 17. bis 18. Oktober in der kroatischen Hauptstadt Zagreb angesetzt.

Bedenken gegenüber Heiligsprechung

Von serbisch-orthodoxer Seite waren Bedenken gegenüber dem Heiligsprechungsprozess für den einstigen Erzbischof von Zagreb wegen dessen Haltung zur Zeit des "Unabhängigen Staates Kroatien" (NDH) laut worden. Er habe zu wenig gegen die Verbrechen des Ustascha-Regimes getan, so der Vorwurf. Der Satellitenstaat des NS-Regimes bestand von 1941 bis 1945.

Als Reaktion auf die Einwände hatte Papst Franziskus die Bildung der interkonfessionell besetzten Kommission angeregt. Geleitet wird sie vom Präsidenten des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, dem Franzosen Bernard Ardura.

Anregung des Papstes

Von serbisch-orthodoxer Seite gehören ihr der Zagreber Metropolit Porfirije, der montenegrinische Metropolit Amfilohije, Bischof Irinej von der Backa, Bischof Jovan von Slawonien und der frühere Botschafter Belgrads beim Heiligen Stuhl, Darko Tanaskovic, an.

Die kroatischen katholischen Mitglieder der Kommission sind der Zagreber Erzbischof, Kardinal Josip Bozanic, der Bischof von Pozega, Antun Skvorcevic, der Bischof von Mostar, Ratko Peric, sowie die beiden Historiker Jure Kristo und Mario Jareb.

"Weise Entscheidung"

Der Leiter des Studienzentrums für Religion, Politik und Gesellschaft in Serbien, Nikola Knezevic, bezeichnete die Bildung der gemischten Kommission am Montag vor Journalisten als "weise Entscheidung", die auch den Respekt gegenüber der orthodoxen Kirche und dem serbischen Volk zum Ausdruck bringe. Die historischen Streitfragen im Hinblick auf die Beurteilung der Rolle Stepinac' könnten nur "im Dialog" gelöst werden. Er sei allerdings nicht übermäßig optimistisch, weil der Streit darüber schon so lang dauere und es bisher zu keiner Annäherung der Standpunkte gekommen sei.

Dass der Prozess gegen Stepinac im Jahr 1946 vor einem jugoslawischen Gericht ein kommunistischer Schauprozess gewesen sei, stehe heute außer Zweifel, so Knezevic. Stepinac wurde 1998 von Papst Johannes Paul II. als Märtyrer seliggesprochen.

(KNA)

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