Greg Burke
Wird neuer Vatikansprecher: Greg Burke

11.07.2016

Papst beruft US-Amerikaner Greg Burke zum Sprecher Der neue Gesicht des Vatikan

Er selbst wertet seine Berufung und die seiner spanischen Stellvertreterin als Zeichen der Internationalisierung im Vatikan. Beobachter hoffen fortan auf mehr "harte Fakten". Der neue Vatikansprecher kommt aus den USA.

Vergangenen Donnerstag verließ ein sportlicher Mann im Radler-Dress mit einem Mountainbike auf der Schulter das vatikanische Presseamt vor dem Petersplatz. Künftig wird ihm vermutlich weniger Zeit fürs Radfahren bleiben. Papst Franziskus ernannte den US-Journalisten Greg Burke (56) am Montag zum neuen Sprecher des Vatikan. Der bisherige Vize folgt auf den italienischen Jesuiten Federico Lombardi, der mit 73 Jahren in den Ruhestand tritt.

Sprachrohr des Heiligen Vaters

"Direktor des vatikanischen Presseamtes" lautet Burkes offizieller Titel von 1. August an. Doch für viele ist er dann weit mehr als das: Sprecher des Papstes, Sprachrohr des Heiligen Vaters. Der jungenhaft wirkende Burke gilt als umgänglicher, bodenständiger und humorvoller Typ, kompetent und äußerst eloquent. Der Mann aus St. Louis steht auch im Ruf, ein begnadeter Anekdotenerzähler zu sein.

Burke kennt sich aus im Vatikan - und er weiß, wie Journalisten ticken. Seit Ende der 80er Jahre berichtete er für verschiedene Medien aus Rom, seit 1990 für das "Time Magazine" und zuletzt seit 2001 für den TV-Sender Fox News. 2012 holte ihn der Vatikan als Medienberater ins Staatssekretariat. In dieser Eigenschaft brachte er Benedikt XVI. (2005-2013) zum Twittern.

Kulturrevolution im vatikanischen Mediensektor

Die Ernennung des Amerikaners bedeutet eine Kulturrevolution im vatikanischen Mediensektor. Burke ist der erste Sprecher überhaupt aus dem angelsächsischen Raum. Bislang war die Leitung des vatikanischen Presseamtes fest in italienischer Hand - mit einer wichtigen Ausnahme: dem Spanier Joaquin Navarro-Valls (1984-2006), der Johannes Paul II. (1978-2005) zum Medienstar machte.

Beobachter rechnen nun damit, dass mit Burke auch die journalistische Kultur des angelsächsischen Raums Einzug im Vatikan Einzug hält. "Harte Fakten" spielen dort traditionell eine größere Rolle als in Italien. Zudem ist Burke der zweite Nichtgeistliche in dieser Position. Wie Navarro-Valls gehört er jedoch der katholischen Gemeinschaft Opus Dei an und hat eine Verpflichtung zum zölibatären Leben abgelegt.

Ganz überraschend kommt Burkes Ernennung nicht. In Rom wurde bereits seit längerem über eine baldige Pensionierung des gesundheitlich angeschlagenen Vorgängers Lombardi spekuliert. Als Burke dann im Dezember zum Stellvertreter des Jesuiten berufen wurde, schien seine Nachfolge nur noch eine Frage der Zeit.

Zeit des Umbruchs

Der Amtsantritt des US-Amerikaners fällt in eine Zeit des Umbruchs. Derzeit wird die vatikanische Medienlandschaft im Zuge der umfangreichen Kurienreform grundlegend neu geordnet. Das Presseamt ist seit kurzem unter dem Dach des vatikanischen Mediensekretariats angesiedelt. Was das für die tägliche Arbeit bedeutet, ist noch nicht absehbar.

Vorerst sieht es noch so aus, als müsse Burke mit den gleichen strukturellen Widrigkeiten kämpfen wie sein Vorgänger. Die erste und entscheidende: Der Leiter des vatikanischen Presseamtes ist weit weg vom Machtzentrum. Anders als etwa als ein deutscher Regierungssprecher, der an Kabinettssitzungen teilnehmen darf, gehört ein Sprecher im Vatikan nicht zur Leitungsebene, wo die Entscheidungen getroffen werden. Seine Informationen bekommt er in der Regel durch das Staatssekretariat, gefiltert und bisweilen mit Verzögerung. Das hat die Arbeit seines Vorgängers Lombardi bisweilen sehr erschwert.

Spanierin wird Stellvertreterin

Zur Seite steht Burke künftig erstmals in der Geschichte des Presseamtes eine Frau: die 40 Jahre alte spanische Hörfunk-Journalistin Paloma Garcia Ovejero. Sie war seit 1998 Redakteurin, Moderatorin und später Chefredakteurin des spanischen katholischen Radiosenders "Cadena Cope", der zu den meistgehörten des Landes zählt.

Burke wertete seine eigene und die Berufung seiner spanischen Kollegin am Montag als Ausdruck einer Internationalisierung des Vatikan. Spanisch und Englisch seien in der katholischen Kirche heute unentbehrlich. Sprecher zu sein, sei viel schwieriger als Journalist, sagte Burke jüngst. Denn als Sprecher müsse man an allen Fronten gleichzeitig kämpfen. Nun: Das Feuer ist eröffnet.

Thomas Jansen
(KNA)

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