Kardinal Bertone überweist Vatikan-Kinderklinik 150.000 Euro

Freiwillige Spende

Der wegen seines angeblichen Luxusappartements ins Gerede gekommene Kardinal Tarcisio Bertone hat 150.000 Euro an die vatikanische Kinderklinik "Bambino Gesu" überwiesen.

Tarcisio Bertone (dpa)
Tarcisio Bertone / ( dpa )

Das bestätigte die Präsidentin der Stiftung, Mariella Enoc, laut italienischen Medienberichten. Die Stiftung der Klinik hatte zur Renovierung von Bertones neuer 300-Quadratmeter-Wohnung im Vatikan 200.000 Euro beigetragen - nach Bertones Aussage ohne dessen Wissen. Nach Bekanntwerden des Zuschusses tauschte der Vatikan den Vorstand der Krankenhaus-Stifung komplett aus.

Freiwillige Schenkung

Bertone hatte die Überweisung von 150.000 Euro bereits im Dezember angekündigt. Zugleich betonte der frühere Kardinalstaatssekretär damals, dass es sich um eine freiwillige Schenkung handele und nicht um ein Schuldeingeständnis. Es sei "vollkommen falsch, von einer Entschädigung zu sprechen". Er sei Opfer einer illegalen Handlung anderer Personen geworden, so der Kardinal. Zugleich trat er Behauptungen entgegen, er bewohne ein Luxus-Appartement.

Bertone war enger Mitarbeiter von Benedikt XVI.

Der Zuschuss der Kinderklinik-Stiftung für die Renovierung wurde durch ein Enthüllungsbuch bekannt. Bertone selbst räumte die Mitfinanzierung ein, betonte jedoch, dass er davon nichts gewusst habe. Er habe, wie von der vatikanischen Verwaltung verlangt, 300.000 Euro selbst bezahlt. Im Gegenzug sollte der Kardinal das 296 Quadratmeter große Appartement laut dem Enthüllungsbuch für Veranstaltungen zur Spendenwerbung zur Verfügung stellen. Der damals amtierende Präsident der Kinderklinik-Stiftung, Giuseppe Profiti, bestätigte den Vorgang.

Bertone war von 2006 bis Oktober 2013 Kardinalstaatssekretär und damit einer der engsten Mitarbeiter von Papst Benedikt XVI. (2005-2013). Er wohnt in der Nähe des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, wo Papst Franziskus residiert. Nach eigenen Angaben lebt der Kardinal mit drei Ordensfrauen, die ihm den Haushalt führen.


Quelle:
KNA