Neuer Berliner Erzbischof Heiner Koch
Erzbischof Heiner Koch
Große Beratungsrunde
Beratungsrunde bei der Familiensynode

12.01.2016

Erzbischof Koch kündigt Familien-Hirtenwort an "Mehr Spielraum für die Ehevorbereitung"

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch erwartet noch in diesem Frühjahr das päpstliche Abschlussdokument zur Familiensynode. Außerdem kündigte er ein Hirtenwort der Bischofskonferenz zum Thema Familie an - und forderte familienfreundlichere Gesetze.

Er wisse die Aufgabe des Abschlussdokumentes zur Familiensynode bei Franziskus in guten Händen, sagte Koch am Montagabend in der Berliner Katholischen Akademie. Er äußerte sich bei einer Veranstaltung über die Bischofssynode vom vergangenen Oktober in Rom. Bereits während seiner Schlussrede zur Synode habe der Papst in jedem Satz gezeigt, dass er alle unterschiedlichen Positionen bei dem dreiwöchigen Treffen zur Kenntnis genommen habe, sagte der Berliner Erzbischof. Er ist in der Deutschen Bischofskonferenz für Familienfragen zuständig ist.

Bei der Synode hatten 270 Bischöfe aus aller Welt und weitere Kirchenvertreter Fragen zu Ehe und Familie erörtert, darunter den Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen. Diese beiden Themen hätten bei Katholiken anderer Länder nicht die Bedeutung, die ihnen in Deutschland beigemessen werde, betonte Koch.

Koch: Katholisches Verständnis der Ehe nicht verhandelbar

Zugleich plädierte er dafür, in der katholischen Kirche mehr Spielraum unterschiedliche pastorale Formen etwa der Ehevorbereitung zuzulassen. Dies müssten die Ortskirchen stärker je nach ihrem gesellschaftlichen Umfeld bestimmen können. Der Vatikan und seine kirchlichen Behörden "sind kein Seelsorgeamt", so der Erzbischof. Trotz pastoraler Vielfalt stehe das katholische Verständnis des Ehesakramentes nicht zur Disposition, betonte Koch. Hier die Einheit zu wahren, sei die Aufgabe des Papstes.

Auch die Deutsche Bischofskonferenz werde ein Hirtenwort zum Thema Ehe und Familie schreiben, kündigte Koch an. Zugleich forderte er für Deutschland eine familienfreundlichere Gesetzgebung, insbesondere für kinderreiche Familien.

Der 61-jährige Koch, der seit vergangenem September das deutsche Hauptstadt-Erzbistum leitet, war bei der Familiensynode Berichterstatter der 18 Mitglieder umfassenden deutschsprachigen Arbeitsgruppe. Unter anderem bündelte er die Ergebnisse der Beratungen in Änderungsanträge. Im Plenum trug er den deutschen Beitrag vor und tauschte sich mit den Berichterstattern der anderen zwölf Sprachgruppen aus.

(KNA)

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