Schavan vertritt als erste Frau Deutschland beim Vatikan
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Papst und Botschafterin Schavan
Papst und Botschafterin Schavan

02.08.2015

Schavan seit einem Jahr Vatikan-Botschafterin Traumhafte Arbeitsbedingungen

Von der deutschen Politik in den Vatikan: Ex-Bildungsministerin Annette Schavan ist seit einem Jahr Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl. Wie ihr ihre Arbeit gefällt, hat sie "Radio Vatikan" erzählt.

Für jemanden, der den Berliner Politikbetrieb gewohnt ist, sind die Erfahrungen im Vatikan etwas ganz Neues: Die Diplomatie sei auf lange Linien angelegt und auf Nachhaltigkeit. Als Politiker träume man davon, so arbeiten zu können. Annette Schavan ist seit einem Jahr Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl, davor war sie Bildungsministerin im Bundeskabinett.

Papst als moralische Instanz

Sie lobte vor allem die Friedensdiplomatie des Vatikan. Den Papst bezeichnete sie als einen moralischen Kompass und "unglaublich ermutigend für viele". Franziskus gehöre "nicht zu einer Partei, nicht zu einer Nation, nicht zu einer Region der Welt, er spricht nicht aus diesem oder jenem Interesse heraus, sondern im Verständnis der Welt als über den Parteien stehend", so Schavan.

Als Beispiel nannte sie die jüngste Umwelt-Enzyklika des Papstes. Das Lehrschreiben "Laudato si" rege zwar auch zu kritischen Rückfragen und Diskussionen an, bei vielen seiner Aussagen bestehe aber ein Konsens zwischen Wissenschaft, Politik und Kirche. Die frühere CDU-Bundesbildungsministerin lobte die päpstliche Kritik an den bisherigen Ergebnissen der globalen Umweltgipfel als "Provokation im besten Sinn". Die internationalen Organisationen arbeiteten längst nicht so effizient wie gewünscht. Es sei kritisch zu fragen, ob die verantwortlichen Gremien ihren Aufgaben gerecht würden.

Katholische Kirche und Kultur

Schavan, bekennende Katholikin und seit einem Jahr Botschafterin beim Heiligen Stuhl, betonte außerdem die Bedeutung der katholischen Kirche für die kulturelle Prägung Europas und der Welt. Ohne ein Verständnis von christlicher Tradition lasse sich die Welt nicht verstehen. Aus ihrer Sicht kann die Außenpolitik von Staaten deshalb nicht auf religiöse Kompetenz verzichten.

(KNA, rv)

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