Pallium für drei deutsche Erzbischöfe
Die drei Erzbischöfe mit Annette Schavan
Die drei Erzbischöfe mit Annette Schavan
Empfang in der deutschen Botschaft
Empfang in der deutschen Botschaft
Generalvikar Meiering im Interview
Generalvikar Meiering im Interview
Immer wieder spricht er in das rote Mikrofon. Kardinal Woelki im Interview mit dem domradio.
Immer wieder spricht er in das rote Mikrofon. Kardinal Woelki im Interview mit dem domradio.

29.06.2015

Pallium für Woelki, Koch und Heße Drei "Kölner" in Rom

Die Erzbischöfe von Köln, Hamburg und Berlin haben am Montag aus der Hand von Papst Franziskus das Pallium erhalten. Im Anschluss wurden die Würdenträger Woelki, Heße und Koch in der deutschen Botschaft empfangen.

Man stelle sich vor: Die deutschen Erzbischöfe Stefan Heße, Heiner Koch und Kardinal Rainer Maria Woelki erhalten vom Papst ein Schaf, das sie fortan regelmäßig über den Schultern im Nacken tragen sollten. Am Montag ist genau das in Rom passiert - allerdings nur symbolisch: Gemeinsam mit 43 weiteren neuen Erzbischöfen aus aller Welt bekamen die drei von Franziskus im Petersdom das sogenannte Pallium, einen weißen Schulterumhang aus Lammwolle, bestickt mit sechs schwarzen Kreuzen; verpackt in einem Pappkarton, der an den päpstlichen Botschafter in Deutschland adressiert war, Erzbischof Nikola Eterovic.

Das Pallium sei "das Zeichen für das Schaf, das der Hirte auf seinen Schultern trägt wie Christus, der gute Hirt", sagte Franziskus im Gottesdienst zur Segnung der Pallien im Petersdom. Es stehe als Symbol für ihre seelsorgerische Aufgabe. Dahinter stehe der "Aufruf zum Gebet, zum Glauben und zum Zeugnis".

Das zweite Mal für Kardinal Woelki

Noch nie bekamen drei deutsche Erzbischöfe auf einmal das Pallium. Für Kardinal Woelki ist es sogar schon das zweite Mal. Das erste erhielt er bereits 2012 von Benedikt XVI., nachdem er im Juli 2011 zum Erzbischof von Berlin ernannt worden war. Heiner Koch, seit Januar 2013 Bischof von Dresden-Meißen, wurde vom Papst vor zwei Wochen an die Spitze des Erzbistums Berlin berufen. Stefan Heße, vormals Generalvikar des Erzbistums Köln, ernannte Franziskus im Januar zum Erzbischof von Hamburg. Anlass für diese Zeremonie im Petersdom war wie jedes Jahr das katholische Hochfest Peter und Paul, den Stadtpatronen Roms.

Franziskus verband die Übergabe der Pallien mit einer erneuten Mahnung zu Demut und Bescheidenheit an die kirchlichen Amtsträger: Das wirksamste und echteste christliche Zeugnis bestehe darin, "mit dem Verhalten und dem Leben nicht dem zu widersprechen, was man mit dem Wort verkündet und was man die anderen lehrt". Er erinnerte an den ironisch gefärbten Ausspruch des heiligen Franz von Assisi (1181/82-1226): "Verkündigt immer das Evangelium, wenn nötig, auch mit Worten."

Nicht jeder Erzbischof bekommt ein Pallium

Auch mit selbstkritischen Worten sparte der Papst nicht: Er sprach von "unseren zahlreichen Sünden im Dienst" und davon, dass auch heute Kräfte die Kirche "von innen" zu vernichten versuchten. Doch dies sei kein Grund zum Verzagen. Reiche, Völker und Nationen seien untergegangen, doch die Kirche sei trotz allen Sünden ihrem Glauben treu geblieben - und zwar deshalb, weil sie weder den Päpsten, Bischöfen und Priestern noch den Laien gehöre, sondern nur Christus.

Nicht jeder Erzbischof bekommt automatisch ein Pallium. Es ist jenen vorbehalten, die eine Kirchenprovinz leiten. Diese sogenannten Metropolitan-Erzbischöfe tragen es als Ehrenzeichen ihrer Amtswürde zu Gottesdiensten über den Messgewändern. In Deutschland gibt es sieben Kirchenprovinzen. Zu einer Kirchenprovinz zählen mehrere Bistümer, für die der Metropolit eine Aufsichtspflicht hat.

Das Umlegen des Palliums findet in den Erzbistümern statt

Im Petersdom fand am Montag nur der erste Akt statt. Die große Feier steht noch aus: Sie soll in den jeweiligen Erzbistümern der neuen Pallium-Träger stattfinden. Franziskus legte den Erzbischöfen den Schulterumhang in diesem Jahr erstmals nicht mehr persönlich um; er überreichte die 46 Pallien nach der Messe jedem Erzbischof einzeln in einem Pappkarton. Adressiert war der an den jeweiligen Papstbotschafter des Landes. Sie sollen den Erzbischöfen später das Pallium in deren Bistümern umlegen. Mit dem veränderten Zeremoniell soll nach Angaben des Vatikan die Bindung an die Ortskirchen stärker hervorgehoben werden. Dadurch sollten auch mehr Gläubige die Gelegenheit bekommen, an diesem "bedeutsamen Ritus" teilzunehmen.

Der Papst nutzte die Übergabe, um den neuen Erzbischöfen seine guten Wünsche mit auf den Weg zu geben. Erzbischof Koch sagte er: "Ich wünsche Ihnen alles denkbar Gute für Berlin". Anschließend gab die Deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, einen Empfang für die drei deutschen Metropoliten.

Der Gottesdienst und die Übergabe der Pallien seien "sehr bewegend" gewesen, berichtete Koch. Die neu eingeführten Pappkartons nannte er diplomatisch einen "ersten Versuch".

Empfang in der Deutschen Botschaft

Nach der Verleihung des Palliums empfing die deutsche Vatikanbotschafterin Annette Schavan die Kardinäle Woelki und Kasper, die Erzbischöfe Heße und Koch und weitere Würdenträger in der Deutschen Botschaft. Gegenüber domradio.de-Redakteur Pfarrer Dr. Peter Dückers zeigte sich Schavan beindruckt von der Feier im Petersdom: "Das war eindrucksvoll. Es war musikalisch wunderbar, diese Verbindung der Schola von St. Peter mit dem Chor aus Cambridge." Die Predigt von Papst Franziskus sei "nicht nur was für die neuen Erzbischöfe" gewesen, "sondern für jeden von uns". Es werde immer deutlicher, so Schavan, "wie stimmig das ist, was er uns sagen will: Zu achten auf die Sorge für den anderen und für die Kirche".

Deutschland nannte Schavan einen "religionsfreundlichen Staat mit einer demokratiefreundlichen Kirche". Die deutsche Vatikan-Botschaft sei ein Ort der Begegnung "für alle, die aus Deutschland kommen, Vertreter und Gruppen aus den Kirchen, aus den jüdischen Gemeinden, aus Gruppen oder Zusammenhängen, die finden, dass Religion eben nicht von gestern ist, sondern unsere religiös-plurale Gesellschaft einmal mehr solche Orte des Dialogs, der Begegnung, des Gedankenaustauschs braucht."

Auch Kardinal Woelki zeigte sich beindruckt von der Feier: "Es war ein sehr festlicher Gottesdienst, sehr stimmig in sich", sagte der Kölner Erzbischof auf dem Empfang in der Botschaft. Papst Franziskus habe in seiner Predigt die wesentlichen Elemente eines Bischofsamtes und des Dienstes der Metropoliten angesprochen. Er habe den Heiligen Vater "ruhig, gelassen, sehr freundlich, den Menschen sehr zugewandt" erlebt. Vor dem Gottesdienst habe Franziskus jeden einzelnen Metropoliten begrüßt und den Friedensgruß ausgetauscht, ein persönliches Wort gewechselt. Er habe sich nach der Situation in der jeweiligen Diözese erkundigt und auch bei der Überreichung der Pallien noch einmal mit einem persönlichen Wort verabschiedet.

Koch: "Bin kein Konzernchef"

Auch dem künftigen Berliner Erzbischof Heiner Koch hat Papst Franziskus persönlich alles Gute und Gottes Segen für seine neue Aufgabe gewünscht. Der Papst habe ihm gesagt: "Ich wünsche Ihnen viel Kraft für diese große Aufgabe", berichtete Koch im Gespräch mit CIC in Rom. Der Gottesdienst und die Zeremonie seien "sehr bewegend" gewesen, so der Berliner Erzbischof. Der vormalige Bischof von Dresden-Meißen war vom Papst im Juni an die Spitze des Erzbistums Berlin berufen worden.

Die Übergabe des Palliums habe ihm den geistlichen Charakter seines Amtes noch bewusster gemacht, sagte Koch weiter. "Ich bin ja kein Konzernchef oder Hauptabteilungsleiter einer Organisation, sondern ich komme da als Seelsorger und Hirte hin". Er frage sich daher, wie er die Menschen in Vorpommern, Brandenburg und Berlin mit dieser Botschaft von einem guten, barmherzigen Gott, der sie trage und ihnen nachgehe, erreichen könne. Er habe in Dresden gewohnt, wo 80 Prozent der Menschen den christlichen Glauben kaum kennten und im Herzen nicht davon berührt seien und dies das seit Generationen, erklärte Koch. Er habe er sich in Dresden nie nur als Bischof für die Katholiken verstanden. Er habe sich stets gesagt "ich bin Bischof für diese Menschen, die Getauften und Ungetauften, Suchenden, Fragenden, Gleichgültigen, Ablehnenden, aggressiv Ablehnenden". Dies sei ein "langer spannender Prozess" gewesen, der jetzt in Berlin neu beginnen müsse, sagte Koch.

Der neue Kölner Generalvikar Dr. Dominik Meiering sprach von einer "wunderbare Atmosphäre" und nannte es "ein wunderschönes Zeichen, an einem solchen strahlenden Tag hier miteinander feiern zu können, um deutlich zu machen: Wir sind eine Kirche, wir gehören zusammen im Erzbistum Köln, aber auch in der großen Weltkirche. Zu sehen, wie so viele unterschiedliche Menschen aus so vielen unterschiedlichen Nationen da sind, die sich alle in ihrem Treueversprechen dem Heiligen Vater überantworten und gleichzeitig aber auch selbst die Verantwortung wahrnehmen für die Orte, wo sie hingestellt sind."

(KNA, dr)

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