Papst Franziskus
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Verschmutzte Gewässer in Indien
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12.06.2015

Umweltschutz im Schatten des Petersdoms Wie grün ist es im Vatikan?

Papst Franziskus veröffentlicht die erste Umweltenzyklika der Geschichte. Doch die ökologische Wende im Vatikan leitete schon sein Vorgänger Benedikt XVI. ein. Mülltrennung und Solarstrom sind dort mittlerweile Standard.

In wenigen Tagen erscheint die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Das erste päpstliche Lehrschreiben zum Thema Ökologie wird weltweit mit großer Spannung erwartet. Franziskus dürfte darin an die Regierungen der Welt appellieren, den Schutz des Planeten nicht länger dem wirtschaftlichen Profit unterzuordnen, den Klimawandel zu stoppen und die Ausbeutung von Ressourcen zu beenden. Die Menschheit dürfte er aufrufen, ihren zerstörerischen Lebensstil zu ändern und gewiss auch konkrete Aussagen zu Themen wie Erneuerbare Energien und Recycling treffen.

Doch wie grün ist eigentlich sein eigener Staat, der Vatikan? Da sieht die Bilanz inzwischen gar nicht schlecht aus. Vor allem dank Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. Der heute 88-Jährige darf wohl als erster "Öko-Papst" gelten. Er leitete die "grüne Wende" im Vatikan ein. Auch in dem Punkt verstand sich das umweltbewusste Kirchenoberhaupt als "Mitarbeiter Gottes".

Abfälle werden sauber getrennt

2008 führte der Papst die Mülltrennung ein, die bei den Menschen im umliegenden Italien eher zögerlich in Fahrt kommt. Täglich produziert der kleinste Staat der Welt vier bis sechs Tonnen Abfall. Allein 400 Tonnen jährlich hinterlassen die Besucher auf dem Petersplatz und in den Vatikanischen Museen. Seit dem deutschen Papst werden Glas, Plastik, Papier, Bio- und Sonderabfälle nun sauber getrennt. Die Entsorgung erledigen mehrere externe Firmen.

Seine moralische Autorität legte der deutsche Papst zugunsten des Umweltschutzes in die Waagschale, indem er sich dem Internationalen Energiespartag anschloss. Einmal im Jahr wird die Beleuchtung der Petersdom-Kuppel seither abends für eine Stunde ausgeknipst. Als Zeichen für den Klimaschutz bleibt sie dann genauso dunkel wie das Empire State Building, der Eiffelturm oder die Oper von Sydney.

Weltweit höchster Solarstromverbrauch pro Kopf

Ökologisch zeigt sich auch der vatikanische Energiesektor: Gleich neben dem Petersdom entstand auf dem Dach der Großen Audienzhalle 2008 eine fußballfeldgroße Solaranlage. Sie deckt mit 300 Megawattstunden ein Fünftel des jährlichen Strombedarfs im Vatikan. Rechnet man die verbrauchte Einzelleistung auf die knapp 800 Vatikanbürger an, dürfte der Kleinstaat mit seiner "Energiewende" den weltweit höchsten Solarstromverbrauch pro Kopf erreicht haben - weit vor dem Solartechnik-Vorreiterstaat Deutschland.

Für seinen Schritt erhielt der Vatikan bereits den Europäischen Solarpreis. Die 2.400 Photovoltaik-Module auf der Audienzhalle sind allerdings das Geschenk der deutschen Firma SolarWorld. Ursprünglich wollte sie auf dem Areal der Sendeanlagen von Radio Vatikan nördlich von Rom auch einen Sonnenstrompark auf 550 Hektar errichten. Damit wäre der Zwergstaat zum Stromproduzenten für das italienische Netz aufgestiegen. Das Projekt geriet ins Stocken, denkbar sei aber, dass es noch realisiert werde, hieß es aus dem Bonner Unternehmen.

Steht noch aus: Ein eigener Umweltbeauftragter

Und noch ein Umwelt-Geschenk aus Deutschland: Seit November 2014 präsentieren sich die Wand- und Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle im Licht von 7.000 LED-Leuchten. Nach Angaben des Herstellers verringert sich dadurch der Stromverbrauch um 90 Prozent. Und dabei erstrahlen die Meisterwerke von Michelangelo, Botticelli und Perugino sogar in hellerem Licht als zuvor. Gleichzeitig wurde die Klimaanlage der Kapelle runderneuert und bringt mit ebenfalls weniger Strom zwei-bis dreimal mehr Leistung.

Die neue Bescheidenheit unter Franziskus nutzt auch der Umwelt, seit sich der Hubraum vieler Dienstfahrzeuge deutlich reduziert hat. Eines allerdings gibt es im Vatikan bisher nicht: Einen eigenen Umweltbeauftragten, der die ökologischen Maßnahmen koordiniert und weiterentwickelt. Darüber werde in den einzelnen Abteilungen des Governatorats, der vatikanischen Staatsverwaltung, und den Technischen Diensten von Fall zu Fall beraten, teilte das vatikanische Presseamt mit.

Christoph Schmidt
(KNA)

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