Kurienkardinal George Pell, Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariates
George Pell

01.06.2015

Missbrauchsskandal: Debatte um Rolle von Kurienkardinal "Stachel im Fleisch des Papstamtes"

Ein Mitglied der vatikanischen Kinderschutzkommission sagte, Kurienkardinal George Pell sei wegen seiner Rolle im Missbrauchsskandal Australiens "unhaltbar" im Vatikan. Vatikansprecher Lombardi nahm Pell dagegen in Schutz.

Peter Saunders von der vatikanischen Kinderschutzkommission äußerte sich im australischen TV-Sender ABC. Er bezeichnete den früheren Erzbischof von Sydney und heutigen Präfekten des vatikanischen Wirtschaftssekretariats als "hart, kaltherzig, fast soziopathisch".

Pell sei mit mehreren, teils später zurückgezogenen Leugnungen, von Missbrauchsfällen gewusst zu haben, ein "massiver Stachel im Fleisch" des Papstamtes. Franziskus solle "auf die strengstmögliche Weise gegen ihn vorgehen" und den Kardinal aus dem Vatikan entfernen. "Ich persönlich denke, dass er unhaltbar ist", sagte Saunders. Die vatikanische Kinderschutzkommission wurde von Papst Franziskus einberufen.

Vatikan nimmt Pell in Schutz

Der Vatikan hat Kurienkardinal George Pell gegen den Angriff von Saunders in Schutz genommen. Das Kommissionsmitglied spreche selbstverständlich nicht im Namen des Gremiums, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag. Die Verteidigung von Kardinal Pell gegen Vorwürfe hinsichtlich seines Umgang mit Missbrauchsfällen verdiene "Respekt". Pell habe stets "genau und wohlbegründet" auf Anklagen und Fragen der australischen Behörden geantwortet.

Lombardi betonte, es sei im Übrigen nicht Aufgabe der Kinderschutzkommission, Nachforschungen anzustellen und Urteile zu einzelnen Fällen zu äußern. Der Brite Saunders ist eines von zwei Missbrauchsopfern in dem 17 Mitglieder zählenden Gremium.

Sprecher Pells weist Anschuldigungen zurück

Pell ließ laut dem Sender ABC erklären, er werde rechtliche Hilfe gegen Saunders in Anspruch nehmen. Ein Sprecher Pells nannte die Anschuldigungen "falsch und irreführend". Saunders habe sich sein Urteil gebildet, "ohne jemals mit Seiner Eminenz gesprochen zu haben". Pell sei als Erzbischof von Anfang an "energisch gegen sexuellen Missbrauch von Kindern vorgegangen" und habe eine unabhängige Untersuchung ermöglicht.

In der vergangenen Woche hatte Kurienkardinal Pell angeboten, sich vor einer australischen Missbrauchskommission persönlich gegen den Vorwurf einer Schweigegeld-Zahlung zu verteidigen. Pell soll dem sexuell missbrauchten Neffen des später verurteilten pädophilen Priesters Gerald Ridsdale Geld angeboten haben, wenn er seine Anschuldigungen fallenlasse. Diese Darstellung hatte Pell bereits zuvor zurückgewiesen.

Der 73-jährige Pell ist seit Februar 2014 Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariates und damit eine Art Finanzminister des Vatikan. Zudem gehört er der von Papst Franziskus eingesetzten Kardinalskommission für eine Reform der römischen Kurie an.

(KNA)

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