Johannes Paul II.
Johannes Paul II.
Milena Furman
Milena Furman

02.04.2015

Zehnter Todestag von Johannes Paul II. "Privataudienz war wie im Traum"

Am Donnerstag vor zehn Jahren ist Papst Johannes Paul II. gestorben. domradio-Volontärin Milena Furman hat ihn ein Jahr vor seinem Tod persönlich getroffen - und war tief beeindruckt. Im Gespräch erzählt sie von einem sehr intensiven Erlebnis.

domradio.de: Wie war das für dich, Papst Johannes Paul II. zu treffen?

Milena Furman (domradio-Volontärin): Das war eine ziemlich große Nummer. Ich war sehr aufgeregt bevor wir ihn getroffen haben und der Moment als ich dann vor ihm stand, das war ein bisschen wie in einem Traum. Ich habe das gar nicht so richtig realisiert. Erst später wurde mir erst bewusst, dass ich gerade den Papst getroffen habe und das war schon ziemlich krass. Ein sehr intensives Erlebnis.

domradio.de: Ich hatte auch mal eine Privataudienz, aber das war ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Es war ein Riesenpulk an Menschen, man kam überhaupt nicht an den Papst ran. Wie nah warst du am Papst?

Furman: Ziemlich nah, ich durfte ihm die Hand geben und wurde von ihm persönlich auch noch gesegnet. Ich hatte aber keine Möglichkeit mit ihm eine halbe Stunde lang zu sprechen.

domradio.de: Obwohl ihr dieselbe Sprache sprecht!

Furman: Richtig, obwohl wir dieselbe Sprache sprechen. Polnisch. Aber allein die Tatsache, dass ich ihn wirklich berühren durfte und ganz nah dran war, das war schon total krass. Ich kann mich immer noch an den Duft erinnern, den Stoff seiner Soutane.

domradio.de: So nah an den Papst heranzukommen, ihm die Hand zu schütteln - das ist schon ein bisschen ungewöhnlich. Diese Chance bekommt nicht jeder. Wie bist du damals daran gekommen?

Furman: Das ist eine lange Geschichte. Letztendlich hat es über die Organisation "Wünsch dir was" geklappt. Die erfüllt schwer kranken Kindern ihre Wünsche. Ich war mit acht Jahren schwer krank und dann kam die Organisation auf mich zu. Ich war damals völlig überfordert mit den Möglichkeiten "Ponyhof" oder etwas anderes mädchenhaftes wie "Ein Tag Prinzessin sein" und konnte mich einfach nicht entscheiden. Ich habe das dann erstmal zur Seite gelegt und ein paar Jahre später - da war die Krankheit schon überstanden - war ich in Polen und der Papst auch. Er war da gerade auf Pilgerreise und wir haben ihn bei seiner großen Papstmesse gesehen - beziehungsweise ihn als weißen Punkt in der Ferne gesehen. Das fand ich so schade, ihn nur ganz klein in der Ferne zu sehen.

Und dann ich dachte mir: Den Papst zu treffen, das wäre doch mal ein Wunsch. Daraufhin habe ich der Organisation geschrieben. Sie haben sich dann direkt drangesetzt und versucht, das zu organisieren. Es hieß dann: Er ist schon in einem eher kranken Zustand, so dass er nicht mehr so viele Privataudienzen gibt, aber ich solle ihm doch einfach mal schreiben. Das habe ich dann auf Polnisch getan. Ich habe ihm meine ganze Geschichte erzählt und pünktlich zu Weihnachten 2003 kam dann die Einladung zur Privataudienz.

domradio.de: Zwölf Jahre ist das also in etwa her. Hat diese Begegnung dich inspiriert oder später noch für dich eine Bedeutung gehabt?

Furman: Das hatte schon eine ziemliche Bedeutung für mich. Der Besuch beim Papst war im Februar 2004 und direkt danach war ich immer noch sehr geflasht von dieser Begegnung, aber so einen richtigen Einschnitt habe ich erst tatsächlich nach seinem Tod erfahren. Er ist einen Tag nach meinem 18. Geburtstag gestorben und es hat mich wirklich sehr mitgenommen. mehr als gedacht. Gut, als gebürtige Polin ist man schon mit dem Papst irgendwie aufgewachsen.

Es gibt keinen Haushalt in Polen, in dem nicht der Papst irgendwo als Bild an der Wand hängt. Deswegen war schon immer diese Verbindung da, aber durch diese Privataudienz noch viel mehr. Nach seinem Tod gab es echt einen Einschnitt bei mir, wo ich dachte, das kannst du nicht so an dir vorbeigehen lassen. Irgendwann kurz danach bin ich morgens aufgewacht und wusste: Ich muss Theologie studieren. Und das habe ich dann auch gemacht.

 

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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