Ingo Brüggenjürgen
Ingo Brüggenjürgen

08.02.2015

Ein Kommentar zur Causa Tebartz-van-Elst Staub fressen alle Tage deines Lebens?

Eine neue Aufgabe im Vatikan für den früheren Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Ist das in Ordnung? Ja, findet domradio.de-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

Volkes Stimme ist klar, so klar wie die einhellige Meinung des Volkes: Der Mann gehört in die Wüste, bei Wasser und Brot. Oder besser noch, irgendwo in eine gammelige Hütte am Rande einer Müllkippe. Irgendwo am Rande der Welt, wo Not und Elend zuhause sind. Hier möge der Sünder Buße tun, wie die biblische Schlange im Staub auf dem Boden kriechen, alle Tage seines restlichen Lebens. Gut, er darf den Ärmsten der Armen gerne helfen und Kindern das Lesen und Schreiben beibringen. Es spricht nach Volkes Stimme auch nichts dagegen, wenn er hier am Ende der Welt mit Christen eine Messe feiert und die Liebe Gottes verkündet. Immerhin ist er ja Bischof, da will man mal nicht so sein ...
 
Nein, der Vatikan hat anders entschieden: Der frühere Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, dank der Boulevardmedien besser bekannt als „Protzbischof“ mit edler Badewanne, wird zukünftig als Delegat im Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung arbeiten, im Bereich der Katechese. Nach dem Skandal um das vom zurückgetretenen Diözesanbischof mitverantwortete Bauprojekt auf dem Limburger Domberg ist also die von Papst Franziskus persönlich versprochene Anschlussaufgabe für ihn gefunden. Nicht am Rande der Welt bei Wasser und Brot, aber auch nicht auf einem goldenen Bischofsstuhl mit viel Macht und Einfluss oder hohem Ansehen. Delegaten und ihre Aufgaben werden im Vatikan nicht einmal eigens bekanntgegeben. Irgendwann wird der Name Tebartz-van Elst in der Neuauflage des Päpstlichen Jahrbuches unter der betreffenden Kommission auftauchen – das war es dann. Schluss, aus, fertig … Klar, Deutschlands bekanntester Bischof wird noch einmal ein mediales Rauschen im Blätterwald verursachen, auch das ein oder andere Foto dürfte noch für Aufsehen und Auflagen sorgen, aber dann ist zu hoffen, dass man den Bischof in Ruhe lässt.
 
Für Bischof Franz-Peter wird ohnehin nie wieder alles so werden, wie es früher, lange vor der Amtsübernahme in Limburg einmal war. Jedes Leben hinterlässt Spuren. Seine im bischöflichen Untersuchungsbericht akribisch offengelegten Machenschaften, die vielen darin festgehaltenen Details und vor allem die vorher so nie bei einem Kirchenmann so dagewesene genüssliche Aufarbeitung der Medien haben nicht nur Spuren in seinem Gesicht gezeichnet. Sie haben sich tief in seine Gesundheit und Seele eingegraben. Vermutlich tiefer, als es jedes  213.000,- Euro teure eingegrabene Koi-Zierteichbecken es vermuten lassen würde.
 
Es wird für ihn nach Lage der Dinge nicht möglich sein, einfach auf den Reset-Knopf zu drücken, die Festplatte zu löschen und ganz neu das Betriebssystem des Lebens wieder hochzufahren. Auch wenn es keine tränenreiche Entschuldigung vor laufenden Kameras gegeben hat: Einen irgendwie halbwegs gelungen Neuanfang darf man Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schon wünschen. Christen sind sogar dazu verpflichtet. Der Herr selber hat das so vorgegeben. Auf die Frage von Petrus: „Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal?“ gibt es eine glasklare Antwort vom Gottessohn: „Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!“ Dieses Jesuswort darf jeder beherzigen und spätestens jetzt schnellstens in die Tat umsetzen. Vielleicht sollte man das biblisch überlieferte Wort von der immer wieder neu notwendigen Vergebung, die unser menschliches Zusammenleben überhaupt erst möglich macht, in die Mauern des Limburger Bischofshauses einmeißeln. Als Mahnung und Auftrag für alle Ewigkeit.

 

(dr)

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