23.04.2013

Die Verfahren für Johannes Paull II. und Oscar Romero kommen voran Ein Heiliger und ein Seliger mehr?

Wird 2013 das Jahr, in dem Papst Johannes Paul II. heilig- und Oscar Romero von Papst Franziskus seliggesprochen werden? Die Hinweise verdichten sich.

Johannes Paul II. (1978-2005) könnte nach einem italienischen Medienbericht möglicherweise schon im Oktober heiliggesprochen werden. Zwei Ärzte der vatikanischen Heiligsprechungskongregation hätten eine Heilung, die auf Fürsprache des Seligen erfolgt sein soll, als "unerklärbar" bestätigt, schreibt die Zeitschrift "Credere" in ihrer jüngsten Ausgabe. Der wahrscheinlichste Termin für eine Heiligsprechung Johannes Pauls II. in diesem Jahr sei der 20. Oktober, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Vorabbericht. Dieses Datum liege zwischen dem 35. Jahrestag seiner Wahl am 16. Oktober und seines Amtsantritts am 22. Oktober.

Einzelheiten zu der als unerklärbar qualifizierten Heilung nannte die Zeitschrift nicht. Für die Heiligesprechung muss ebenso wie für die Seligsprechung ein auf Fürsprache des Betreffenden gewirktes Wunder nachgewiesen werden. Dieses muss nach der Seligsprechung passiert sein.

Der Bericht der Ärzte muss nun von einer Theologenkommission der Heiligsprechungskongregation geprüft werden. Anschließend werden die Unterlagen des Verfahrens dem Kardinalsrat und dem Papst zur Entscheidung vorgelegt. Heiligsprechungen erfolgten in den vergangenen Jahren stets im Oktober.

Papst Johannes Paul II. war am 1. Mai 2011 von Benedikt XVI. seliggesprochen worden. Es war das kürzeste Seligsprechungsverfahren der Neuzeit. Damals war die unerklärliche Heilung einer französischen Ordensfrau von der Parkinson-Krankheit als Wunder anerkannt worden.

Seligsprechungsverfahren für Oscar Romero soll weitergehen

Auch die Seligsprechung des vor 33 Jahren ermordeten Erzbischofs von San Salvador, Oscar Romero (1917-1980), rückt offenbar näher. Das Büro von Kurienerzbischof Vincenzo Paglia bestätigte am Montag eine entsprechende Aussage des Verantwortlichen für das Seligsprechungsverfahren. Paglia, der zugleich Präsident des päpstlichen Familienrates ist, hatte am Samstag im italienischen Molfetta gesagt, das Seligsprechungsverfahren für Romero sei seit Samstag "entsperrt". Einzelheiten wurden auch am Montag nicht genannt. Die US-Zeitschrift "National Catholic Reporter" berichtete auf ihrer Internetseite, Papst Franziskus habe Paglia aufgefordert, das Verfahren zügig abzuschließen.

Seit der Wahl von Franziskus Mitte März gab es Spekulationen, der erste Papst aus Lateinamerika werde den Abschluss des Prozesses beschleunigen. Gregorio Rosa Chavez, Weihbischof in San Salvador, sagte zuletzt, er wisse, dass Franziskus überzeugt sei, dass Romero ein Heiliger und Märtyrer sei. 

Der Vatikan hatte 1996 das Seligsprechungsverfahren für den am 24. März 1980 ermordeten Romero eröffnet, nachdem der 1990 auf Diözesanebene eingeleitete Prozess in El Salvador abgeschlossen war.

In den vergangenen Jahren gab es jedoch offenbar kaum mehr Fortschritte; Paglia selbst sprach 2011 von einer "gewissen Langsamkeit". Als Ursache nannte er Versuche einer Instrumentalisierung Romeros.

Strittig soll insbesondere die Frage gewesen sein, ob Romero als Märtyrer gelten kann. Hierfür muss nachgewiesen sein, dass er aus "Glaubenshass" ermordet wurde. Kritiker sollen jedoch soziale oder politische Motive für die Tat geltend gemacht haben. Für Märtyrer entfällt der Nachweis eines auf ihre Fürsprache gewirkten Wunders im Seligsprechungsprozess.

Romero wurde als Anwalt für die Rechte der Armen und Unterdrückten über die Grenzen Mittelamerikas hinaus bekannt. Die Hintergründe sind bis heute nicht aufgeklärt. Die katholische Kirche in El Salvador wünscht eine baldige Seligsprechung. Als Postulator hat Paglia alle verfügbaren Informationen über Romero gesammelt und fungiert als eine Art Anwalt für die Seligsprechung.

(KNA)

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