Papst Franziskus während der Generalaudienz
Papst Franziskus während der Generalaudienz

28.12.2018

Papst grüßt Taize-Jugend "Begegnung und gegenseitiges Lernen"

Papst Franziskus hat den Jugendlichen beim Europäischen Taizétreffen Grußworte gesendet. Er setzt für die ganze Kirche das Vertrauen in die Jugend und bestärkt sie, ihre persönlichen Talente zum Brückenbauen zwischen Kirchen, Religionen und Völkern zu nutzen.

Papst Franziskus ermuntert die Teilnehmer des Europäischen Taize-Jugendtreffens in Madrid zu Begegnung und gegenseitigem Lernen. "Wahre Christen haben keine Angst, sich anderen zu öffnen, ihre Lebensräume zu teilen und sie zu Räumen der Geschwisterlichkeit zu machen", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Grußwort. Nach der jüngsten Weltbischofssynode in Rom zum Thema Jugend wolle er den Jugendlichen noch einmal sagen, dass er "gemeinsam mit der ganzen Kirche in sie vertraut", so Franziskus.

Eigene Talente entwickeln

Der Papst ermutigt sie in dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben,"niemals die Lust auf Begegnung zu verlieren, Freundschaft, den Wunsch, gemeinsam zu träumen, mit anderen gemeinsam zu gehen". Es gelte, großzügig Gastfreundschaft zu leben, von der Unterschiedlichkeit anderer zu lernen und bereichert zu werden "und eigene Talente zu entwickeln, um Brücken zwischen Kirchen, Religionen und Völkern zu bauen", so Franziskus.

Auch der Generalsekretär des Weltkirchenrates (ÖRK), Olav Fykse Tveit, grüßte die Teilnehmer des Treffens und wünschte ihnen eine Zeit "wachsender Freundschaft, liebevollen Austauschs, der Gemeinschaft und des spirituellen Lernens, der Inspiration und Erneuerung".

Gastfreundschaft sei "nicht nur eine Form der Höflichkeit", schreibt Tveit, sondern, etwa im Teilen von Nahrung und Unterkunft, "auch eine Schwachstelle und manchmal sogar ein Risiko. Gastfreundschaft bedeute "die breiteste, allumfassendste Form der Liebe2, so der ÖRK-Generalsekretär. "Ob Einwanderer willkommen geheißen, Flüchtlinge in Sicherheit gebracht, Obdachlose und Bedürftige versorgt werden oder Menschen, die anders sind als wir" - Verständnis, Dialog und Einfühlungsvermögen könne "Leben retten und Gemeinschaft schaffen".

Frieden, Offenheit und Solidarität

Zum 41. Jahrestreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taize fahren über Silvester rund 15.000 Jugendliche aus ganz Europa nach Madrid. Die Begegnung mit Gebeten, Gesprächen und Gottesdiensten steht im Zeichen von Frieden, Offenheit und Solidarität. Aus Deutschland sind ab Freitagabend (28. Dezember) bis Neujahr rund 750 junge Menschen angemeldet. Erwartet werden auch 3.500 Teilnehmer aus Polen, 2.000 aus der Ukraine, 1.300 aus Kroatien, 1.100 aus Frankreich und 600 aus Portugal. Tausende Gastfamilien öffnen in dieser Zeit ihre Wohnungen für die Jugendlichen. Zuletzt fanden Taize-Treffen in Prag, Valencia, Riga und Basel statt.

Seit ihrer Gründung in den 1940er Jahren hat sich die Bruderschaft im kleinen Ort Taize im Burgund zu einem spirituellen Zentrum für Jugendliche und Familien in ganz Europa entwickelt. Die Gemeinschaft steht für eine Aussöhnung zwischen den Konfessionen, für europäische Verständigung und einen einfachen Lebenswandel.

Der Bruderschaft gehören rund 100 Männer aus etwa 25 Ländern aus der katholischen und verschiedenen evangelischen Kirchen an. Seit 1978 finden neben den dauerhaft im Burgund angebotenen Begegnungen Großveranstaltungen weltweit statt. Geleitet wird die Gemeinschaft von dem deutschen Frere Alois (64). Der schwäbische Katholik ist Nachfolger des Schweizer Gründers Frere Roger (Schutz, 1915-2005).

(KNA)

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