19.12.2012

Kölner Stadtjugendseelsorger zum Internationalen Taizé-Treffen in Rom Wachsende Vorfreude auf Rom

Die Vorfreude auf das Internationale Taizé-Treffen wächst auch im Erzbistum Köln. Stadtjugendseelsorger Pfarrer Dominik Meiering blickt auf den Jahreswechsel in Rom und erklärt, warum Taizé auch kirchenferne Jugendliche anspricht.  

domradio.de: Ist das ein Satz, den sie unterschreiben würden: "Taizé ist ein Gefühl, das man erlebt haben muss"?
Pfarrer Dominik Meiering: Unbedingt, junge Menschen machen da zum ersten Mal die Erfahrung, dass Gottesdienst schön sein kann oder dass es toll ist, miteinander zu beten, zu singen, Gemeinschaft im Glauben miteinander zu halten. Ich glaube, es täte uns allen gut, diese Erfahrung der Jugendlichen ein bißchen zu teilen.

domradio.de: Die Begeisterung für Taizé ist sehr groß, gleichzeitig bleiben hier in Deutschland die Kirchenbänke immer öfter leer, gerade Jugendliche zieht es nicht in die Gottesdienste. Warum schafft Taizé das?
Pfr. Meiering: Ich glaube nicht, dass unsere Bänke nur alle leer sind. Es gibt auch gute andere Beispiele. Ich selbst habe hier in Köln beim jugendpastoralen Zentrum Crux immer eine große gute junge Gottesdienstgemeinschaft und es gibt viele Kirchengemeinden, in denen Jugendliche sich auch sehr engagieren und sehr aktiv sind. Gleichzeitig wünschen sich aber viele Jugendliche, die keine klassische kirchliche Sozialisation erfahren haben, also nicht in der Kirche groß geworden sind, einen Ort, wo sie eine Erfahrung von Gottesdienst machen können. Da ist Taizé super, weil das ein sehr einfacher Gottesdienst ist. Man muss nicht viel können, man muss nur kommen, man setzt sich auf den Boden, man kann die Lieder mitsingen, mitsummen oder auch nicht. Der Gottesdienstraum ist schön gestaltet mit vielen Kerzen, oft mit den orangefarbenen Segeln. Das hat eine heimelige, sehr warme Atmosphäre und die Lieder sind so, dass man schnell hineinfinden kann. Also von daher glaube ich, hat das sowohl ästhetisch als auch inhaltlich eine Anziehungskraft.

domradio.de: Die bekannten Gesänge kommen aus Taizé. In dem kleinen Dorf in Frankreich hat die Gemeinschaft um Frère Roger die Idee entwickelt. Was ist das genau für eine Art zu leben?
Pfr. Meiering: Wenn man so will, gibt es zwei, drei Grundbegriffe, die Frére Roger damals ausgegeben hat. Das erste ist Einfachheit, also wer nach Taizé fährt, auch als Jugendlicher, der braucht nichts besonderes, kein Handy, kein Fernsehen, kein Internet, keine Playstation. Er braucht nur einen Nachbarn in seinem Zelt, mit dem er in Kontakt kommt, egal welche Nationalität der hat. Das wird funktionieren, man wird viel Freude erleben. Das zweite Stichwort ist Versöhnung. Für Frère Roger war immer wichtig, selbst mit versöhntem Herzen zu leben und Versöhnung zu stiften. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat er dort viele junge Menschen willkommen geheißen, die aus unterschiedlichen Nationen, Religionen und Generationen auch stammten und er hat gesagt, das ist einer der wichtigsten Aufträge, die wir Christen haben: Versöhnung zu stiften. Entsprechend hat er diese ökumenische Brudergemeinschaft gegründet.

domradio.de: In diesem Jahr organisiert die Brudergemeinschaft ihr internationales Treffen in Rom. Am 28. Dezember geht es los. Wann brechen Sie denn auf?
Pfr. Meiering: Am 28. sind wir dann auch in Rom. Wir fahren von Köln aus mit dem Bus und werden auch bis zum Ende bleiben. Wir machen sogar noch einen kleinen Abstecher nach Assisi bis wir dann am 3. Januar zurückkommen. Wir freuen uns sehr auf dieses Treffen. Wir fahren aus dem Erzbistum Köln mit mehreren Bussen und wir hätten noch viel mehr Leute mitnehmen können, aber naja, irgendwann war dann Schicht.

domradio.de: Das klingt aber auch etwas anstrengend. Sie sind im Bus unterwegs, vor Ort in Gastfamilien und kommen erst nach Silvester zurück. War es nicht schwierig die Jugendlichen zu überzeugen, mitzukommen?
Pfr. Meiering: Die Jugendlichen kommen zu einem Toppreis mal nach Rom. Sie haben natürlich auch ein Interesse daran, diesen Jahreswechsel in der Kirche zu verbringen und mal ein anderes Zeichen zu setzen, diese Partygesellschaft mal ein bißchen anders zu betrachten. Party ja, aber vorher miteinander beten und über biblische Texte, über politische oder kirchenpolitische Fragen austauschen. Da sieht man, die jungen Menschen wollen diese Welt kraftvoll und intelligent mitgestalten und das ist so ein Ort, wo das mitgelingen kann.

 domradio.de überträgt am 29. Dezember live die Begegnung des Papstes mit der Taizé-Jugend.

Das Interview führte Verena Tröster

(dr)

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