Die Mannschaft der Pfarrer musste 2018 eine 1:2-Niederlage einstecken.
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Der Mannschaftskapitain der Pfarrer, Direktor Roland Herpich vom Berliner Missionswerk, begrüßt einen Imame-Spieler vor dem Anpfiff.
Der Mannschaftskapitain der Pfarrer, Direktor Roland Herpich vom Berliner Missionswerk, begrüßt einen Imame-Spieler vor dem Anpfiff.
Beim 13. Aufeinandertreffen im September 2018 haben die Imame gewonnen
Beim 13. Aufeinandertreffen im September 2018 haben die Imame gewonnen

09.09.2019

Pfarrer kicken zum 14. Mal gegen Imame in Berlin "Über die Jahre ist Vertrauen gewachsen"

Zum 14. Mal treten am Montag in Berlin Pfarrer gegen Imame an – und zwar mit dem Ziel mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Bei dem Fußballspiel geht es aber nicht nur um Tore, erzählt Organisator Roland Herpich.

DOMRADIO.DE: Das Turnier findet nun bereits zum 14. Mal statt. Wie sieht denn die Bilanz aus - Christen gegen Muslime?

Roland Herpich (Ehemaliger Direktor des Berliner Missionswerks, Kapitän der Pfarrer-Mannschaft): Ich kann es Ihnen nicht ganz genau sagen. Wir haben am Anfang meistens gewonnen, aber das hat sich im Moment ein bisschen umgekehrt. Das letzte Mal haben wir jedenfalls leider verloren.

DOMRADIO.DE: Haben die Muslime mehr trainiert?

Herpich: Sie sind oft ein bisschen jünger und sehr gut, weil sie eben auch in Vereinen kicken. Wir sind schon ein bisschen älter. Da ist es nicht immer einfach.

DOMRADIO.DE: Wie ist denn die Idee überhaupt entstanden?

Herpich: Die Idee kam aus England. 2006 wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, so etwas zu organisieren. Wir haben das dann erst einmal sehr provisorisch auf die Beine gestellt. Immer, wenn irgendjemand davon hörte, lächelte er. Es verursachte bei allen Menschen einen gewissen Frohsinn. Deswegen haben wir es auch beibehalten.

DOMRADIO.DE: Aber eher positiv oder belächelnd?

Herpich: Schon positiv. Ich glaube, dass die meisten Menschen die Idee auch sehr gut finden. Denn es geht ja nicht nur darum, dass die Menschen, die sowieso schon miteinander im Dialog sind, miteinander reden. Sondern es geht auch darum, zu zeigen, dass auch die geistlichen Vorbilder etwas gemeinsam tun und Freude miteinander haben.

DOMRADIO.DE: Das ist ein Freundschaftsspiel. Aber wir wissen das alle: Auch wenn wir hobbymäßig Sport machen, wenn dann angepfiffen wird, dann ist man doch ehrgeizig, oder?

Herpich: Unbedingt. Unsere Imame sind auch von großer Härte. Da bleibt kein Auge trocken.

DOMRADIO.DE: Das heißt, es gibt auch gelbe Karten und einen Schiedsrichter?

Herpich: Ja, klar. Das ist doch das Lustige. Der Schiedsrichter ist übrigens aus der jüdischen Gemeinde.

DOMRADIO.DE: Wissen Sie denn, wer in Ihrer Mannschaft alles aufläuft?

Herpich: Ich habe eine Liste von Namen. Aber das ist immer ein bisschen zufällig, wer gerade in der Stadt ist und wer kann. Ich habe natürlich eine Liste. Klar.

DOMRADIO.DE: Kann man sagen, dass das auch eine besondere Form von interreligiösem Dialog ist, was Sie da machen?

Herpich: Mit Sicherheit! Natürlich. Es verbindet sich mit dem interreligiösen Dialog und wir essen anschließend miteinander. Wir veranstalten auch eine Podiumsdiskussion und bleiben noch ein bisschen beieinander. So ist auch über die Jahre Vertrauen gewachsen. Ich glaube bestimmt, wenn es mal eine schwierige Situation geben würde und ich einen Imam anriefe, dann käme ich besser durch und würde mehr Gehör finden als vorher.

DOMRADIO.DE: Jetzt geben Sie am Montag die Kapitänsbinde ab. Wird das deswegen ein wehmütiges Spiel?

Herpich: Mal sehen. Wenn wir gewinnen, mache ich es gerne. Aber, wenn wir verlieren, dann tut es mir natürlich leid. Ich bin jetzt 66 Jahre alt. Meine Frau verlangt es schon seit langem.

Das Interview führte Martin Mölder.

(DR)

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