17.05.2019

Bischof und Bayern-Boss debattieren über Werte im Fußball Auch Fußballer zahlen Kirchensteuer

Von Integration über Franck Riberys goldenes Steak bis zu Menschenrechten in Katar: Ein Podium mit Bayern-Chef Hoeneß, Schalke-Mann Tönnies und Ruhrbischof Overbeck befasste sich mit Fußball und Gesellschaft.

"Ihr müsst nur hoffen, dass unsere Spieler katholisch sind, um die Kirchensteuer zu bekommen." So konterte Bayern-Boss Uli Hoeneß die Worte von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der die Millionengehälter beim Fußball von außen betrachtet als "unsittlich" bezeichnete. Das blieb einer der wenigen Spannungsmomente beim Podiumsgespräch zum Thema "Sozialer Klebstoff? Die Rolle des Fußballs in Deutschland" am Donnerstagabend in Bonn.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass Fußball und Kirche vieles bewegen könnten. "Der Sinn für Solidarität und Hilfe muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden", sagte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz. Der Präsident des FC Bayern München pflichtete Overbeck bei, wichtig sei es als Verein, auch in der Öffentlichkeit soziales Engagement zu zeigen. "In dem Bereich müssen wir mehr tun", gestand er ein.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, unterstrich den Einsatz für die Schwachen in der Gesellschaft. Der Bundesligist übernehme viel soziale Verantwortung in der Region. Als Beispiel nannte der 62-Jährige die "Kumpelkiste", wo Fans des Revierclubs für Ärmere Geschenke packen.

Kirche und Fußball mitunter vor gleichem Problem

Unmittelbar vor der Veranstaltung hatte Hoeneß der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zur Bedeutung des Fußballs gesagt: "Wenn sie daran denken, wo immer ein großes Problem auf der Welt war - wenn die Kinder im Krieg die schlimmsten Dinge erlebt haben - das erste, was sie wieder gemacht haben, ist Fußball zu spielen." Sport könne Menschen zusammenbringen, ihnen Perspektiven aufzeigen.

In einem Punkt stehen Kirche und Fußball mitunter vor dem gleichen Problem: "Wir müssen Wege finden, die Jugend zu erreichen", so Overbeck mit Blick auf Kirchenaustritten und Nachwuchsmangel bei manchen Amateurvereinen. Die Kirche habe Nachholbedarf speziell im digitalen Bereich.

Querpässe zwischen Fußball und Religion spielte der Präsident der veranstaltenden Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP), Bodo Hombach. So seien nicht selten Wunderheilungen auf dem Platz zu sehen, wenn sich ein Spieler nach einem Foul auf dem Boden wälze - um kurz danach wieder davonzulaufen, als ob nichts geschehen sei.

Vergeben heißt nicht vergessen

Auch Hoeneß bemühte die Religion. "Die Kirche spricht doch immer vom Vergeben", sagte der Bayern-Präsident mit Blick auf wiederkehrende Debatten um seine Person und seine gerichtlich festgestellten Verfehlungen als Steuersünder. "Vergeben heißt nicht vergessen. Aber es ist richtig, dass man heutzutage oft nicht mehr vom Pranger losgelassen, sondern daran festgenagelt wird", sprang ihm der Ruhrbischof bei und lobte die Haltung des Fußball-Funktionärs: "Ich finde es toll, dass Sie gesagt haben: 'Ich habe etwas falsch gemacht.'"

Falsch war nach Einschätzungen vieler Menschenrechtsorganisationen die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Viele Arbeiter seien beim Bau der Stadien unter unmenschlichen Bedingungen beschäftigt.

Laut Hoeneß verbessert sich die Situation. Und: "Ohne die WM wäre das gar kein Thema geworden." Andernorts schaue erst gar niemand hin. Sozialbischof Overbeck gab zu bedenken, generell gelte es, Menschenrechte und Menschenwürde zu achten.

Zum Abschluss des Abends hatten Bischof und Bayern-Boss in der "Goldsteak-Debatte" um Spieler Franck Ribery noch einen Tipp für den Weltstar. Ribery hätte nach Hoeneß Worten das mit Blattgold überzogene Steak, das er in einem Restaurant in Dubai serviert bekam, "an die Wand klatschen sollen". Overbecks Empfehlung an den bekennenden Muslim fiel weniger martialisch aus: "Er hätte fasten sollen!"

Rainer Nolte
(KNA)

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