Fußballfan Rainer Maria Kardinal Woelki
Fußballfan Rainer Maria Kardinal Woelki
Kölns Spieler feiern den Aufstieg in die Bundesliga
Kölns Spieler feiern den Aufstieg in die Bundesliga
Kölner Generalvikar Dr. Dominik Meiering begrüßt...
Domkapitular Dr. Dominik Meiering

07.05.2019

Kölner Kirchenvertreter gratulieren zum FC-Aufstieg "Glückwunsch, Effzeh!"

Als der Schlusspfiff ertönte, brachen alle Dämme. Mit dem Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth ist der 1. FC Köln wieder in die erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Während die Spieler auf dem Platz feierten, jubelten auch Kölner Geistliche.

"Nach einer nicht ganz einfachen Saison stimmt zum Ende hin das Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft!", gratulierte der Kölner Erzbischof und FC-Fan Rainer Maria Kardinal Woelki dem "Effzeh" in der "Bild"-Zeitung. Der FC gehöre einfach in die Erste Liga, betonte der gebürtige Kölner. Im Hinblick auf die kommende Spielzeit wünsche er sich vor allem wieder etwas mehr Ruhe für den Verein.

Mit einer Tore-Party hatte der 1. FC Köln am Montagabend vorzeitig seinen sechsten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. 373 Tage nach dem Absturz aus der Eliteklasse sind die Rheinländer durch ein überlegenes 4:0 (3:0) bei der SpVgg Greuther Fürth sogar von der Tabellenspitze der 2. Bundesliga nicht mehr zu verdrängen.

Der Kölner Stadtdechant Robert Kleine gratulierte auf Facebook. Er freue sich, dass der Kölner Dom jetzt auch fußballerisch in der 1. Liga spiele.

 

 

Mehr Jubel als bei Bayerns Champions League-Sieg

Mitgefiebert hatte auch der Kölner Domkapitular und FC-Anhänger Dr. Dominik Meiering. Ab dem zweiten Tor des "Effzeh" sei für ihn klar gewesen, dass der Aufstieg wohl in trockenen Tüchern sein würde. Es sei toll mitzufeiern und zu sehen, wie die Fans mitgehen, betonte er gegenüber DOMRADIO.DE und wagte den Vergleich mit dem FC Bayern München: "Wenn in Bayern die Champions League gewonnen wird, dann ist da nur halb so viel Jubel, wie wenn in Köln der FC wieder in die erste Liga aufsteigt."

Doch als FC-Sympathisant müsse man vor dem Jubel allzu oft durch eine große Leidenszeit, führte der ehemalige Kölner Generalvikar im Hinblick auf die zahlreichen Auf- und Abstiege des Clubs in den vergangenen Jahren weiter aus: "Wer Fan vom 1. FC Köln ist, lebt ja in einer Karsamstags-Existenz. Immer zwischen Tod und Auferstehung. Jetzt ist mal wieder Auferstehung angesagt. Und das trifft sich gut in der österlichen Zeit."

Vor 12.520 Zuschauern in Fürth räumten FC-Torjäger Jhon Cordoba mit einem Dreierpack (8., 41., 65. Minute) und unfreiwillig Daniel Steininger (20./Eigentor) früh alle Restzweifel am sechsten Aufstieg nach 2000, 2003, 2005, 2008 und 2014 aus. Für Cordoba waren es die Saisontore 18, 19 und 20.

Was aus Kölner Sicht phasenweise spielerisch leicht aussah, entsprach nicht ganz dem Verlauf dieser Saison. Zwar belegte die am stärksten besetzte Mannschaft dieser Liga nur nach dem dritten und sechsten Spieltag keinen der ersten drei Plätze. Doch diese Saison war auch geprägt von Turbulenzen. Anfang März trat Präsident Werner Spinner nach einem Machtkampf mit Sportchef Armin Veh zurück, Ende April wurde Trainer Markus Anfang trotz der Tabellenführung entlassen.

Anfangs Nachfolger Pawlak, der bisher die U21 des Vereins erfolgreich betreut hat, machte die Rückkehr in die Bundesliga mit dem 19. Saisonsieg nun perfekt.

Vorfreude auf die Derbys

Mit Blick auf die kommende Saison im Fußball-Oberhaus wird Domvikar Meiering nicht allzu bange. "Im Sturm sind wir gut aufgestellt, aber in der Abwehr müssen wir uns verstärken. Auch im Hinblick auf eine andere taktische Ausrichtung muss man immer wieder neu gucken." Vieles werde diesbezüglich vom Sportdirektor und vom künftigen Trainer abhängen, ist sich Meiering sicher. "Da bin ich sehr gespannt, wie sich diese beiden Positionen entwickeln."

Ab Sommer heißen die Gegner dann wieder Dortmund, Schalke oder Bayern München. Doch es sind nicht nur diese Duelle, denen FC-Fan Meiering entgegenfiebert. "Ich freue mich vor allem auf die Duelle, die als Derbys gelten - also gegen Gladbach und Leverkusen", so der Geistliche.

(DR, dpa)

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