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Ute Groth
Ute Groth

02.05.2019

Ute Groth will Chefin des Deutschen Fußball-Bund werden "Es geht um Ehrlichkeit im Ehrenamt"

Sie könnte die erste Chefin des DFB werden: Ute Groth hat sich für das höchste Amt im größten Fachverband des deutschen Sports beworben. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, christliche Werte im Fußball und eine Frau an der DFB-Spitze.

KNA: Was war der Grund für ihre Bewerbung als DFB-Präsidentin?

Ute Groth (Vorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf): Wenn man etwas verändern möchte, dann muss man selber etwas tun. Mein Motto ist "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" von Erich Kästner. Nach zwei DFB-Präsidenten, die zurückgetreten sind, weil sie Dreck am Stecken hatten, hat es mir gereicht. Es geht um Ehrlichkeit im Ehrenamt. Auch der DFB-Präsident muss ich daran halten, sonst leiden alle unter dem Verlust der Glaubwürdigkeit. Wenn man mit den Leuten im Verein spricht, dann hört man immer: "Der DFB ist doch korrupt." Das Bild will ich ändern und gerade rücken.

KNA: Spielt das Geschlecht bei Ihrer Bewerbung eine Rolle? Ist eine Frau auf dem Chefposten vorstellbar?

Groth: Vordringlich nicht, aber als der DFB-Interimspräsident Rainer Koch in einem TV-Interview auf eine Frage sagte, dass er sich auch eine Frau als Präsidentin vorstellen könnte, war mein Entschluss gefallen und ich habe das Briefpapier aus der Schublade gezogen.

KNA: Gab es schon eine Rückmeldung?

Groth: Ja, ich habe ein Schreiben erhalten, dass meine Bewerbung eingegangen ist. Neben einem Dank war aber auch der Hinweis darin, dass die Unterlagen an eine externe Personalberatungsfirma gegangen seien. Denn eine Agentur hilft dem DFB bei der Suche nach einem fähigen Kandidaten für das Amt. Zugleich soll ich nun mein Einverständnis dazu geben, dass die Firma mich durchleuchten darf.

Hierbei bin ich mir noch nicht sicher, ob ich zustimme, denn soweit ich derzeit weiß, kann ich als Vereinsmitglied mich beim DFB-Bundestag am 27. September zur Wahl vorstellen und aufstellen lassen. Ich muss die Satzung aber noch einmal genauer prüfen.

KNA: Sind Sie die erste Frau, die sich auf das Amt des Präsidenten bewirbt?

Groth: Soweit ich das überblicken kann schon. Aber bei meinem Anliegen geht es nicht direkt um mich. Klar, will ich den Job machen und ich bewerbe mich ernsthaft. Aber ich möchte, dass es jemand wird, der nicht in der DFB-Spitze verstrickt ist und sich von den ganzen Geschichten nicht beeindrucken lässt - egal ob Mann oder Frau.

KNA: Ist der Stempel "katholische Kirche", den sie als Mitglied des katholischen DJK-Sportverbands haben, förderlich für die Bewerbung?

Groth: Ich glaube schon. Auch wenn ich als Protestantin vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, stehe ich hinter den Werten, die die Kirchen vertreten. Im Sport - ob auf Amateur- oder Profi-Ebene - benötigen wir Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Bei vielen Treffen im Diözesanverband sprechen wir über ethisches Verhalten und wie wichtig der Bereich ist.

KNA: ...aber diese Aspekte haben in der letzten Zeit durch die Missbrauchsdebatte in der katholischen Kirche gelitten. Ein Problem für Ihr Anliegen?

Groth: Nein, ich denke nicht, dass dies auf den mich betreffenden sportlichen Bereich abfärbt. Ich bin für das Amt qualifiziert, weil ich seit 2007 Vorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf bin. Ob Vereinsarbeit im Kleinen oder große Verbandsarbeit: Ich sehe da keinen entscheidenden Unterschied. Denn Ideen muss man so oder so haben und ein Händchen dafür, die Menschen zusammenzubringen. Als Vorsitzender muss man Lust haben voranzugehen - und die Lust habe ich.

KNA: Was wäre ein Punkt, den Sie beim DFB angehen würden?

Groth: Ich würde gerne die Einnahmen und die Ausgaben des DFB genauer gegeneinander stellen - es muss ein Gleichgewicht her. Es gibt sieben Millionen Mitglieder in rund 25.000 Vereinen - und davon sind nur 56 Profivereine, deswegen würde ich gerne hinterfragen, warum für 150 Millionen Euro ein Leistungszentrum in Frankfurt gebaut wird und mancher Amateurclub sein Vereinsheim nicht renovieren kann.

Das Interview führte Rainer Nolte.

(KNA)

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