Trauer um Rudi Assauer
Trauer um Rudi Assauer
Schalker Clublegende Rudi Assauer starb im Alter von 74 Jahren
Schalker Clublegende Rudi Assauer starb im Alter von 74 Jahren

15.02.2019

Pfarrer Pottbäcker zur Gedenkfeier für Rudi Assauer "Hart mit gutem Herzen"

Der FC Schalke 04 und seine Fans verabschieden sich am Freitag von Rudi Assauer. Mit einer Gedenkfeier in der Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer würdigt der Club Assauers Verdienste. Propst Pottbäcker mit einem Ausblick auf die Feier.

DOMRADIO.DE: ​Es wird eine riesengroße Trauerfeier geben, die Sie mit ihrem evangelischen Kollegen leiten, mit Live-Übertragung in die Schalke-Arena. Kannten Sie Rudi Assauer persönlich?

Propst Markus Pottbäcker: Ich bin ihm begegnet, wie man einem Menschen schon mal begegnet. Aber ganz persönlich kannte ich ihn leider nicht.

DOMRADIO.DE: Aber Ihr Kollege hatte eine Beziehung zu ihm?

Pottbäcker: Ja, Pfarrer Dohm ist derjenige, der als evangelischer Pfarrer an der Kapelle in der Arena Auf Schalke gewirkt hat. Daher kannte er Assauer persönlich. Pfarrer Dohm ist auch bis heute im Ehrenrat von Schalke und insofern hatten die beiden eine enge Beziehung.

DOMRADIO.DE: Um Schalke hat sich Rudi Assauer ja zweifellos verdient gemacht. Auf sein Konto gehen unter anderem zwei Siege im DFB-Pokal und der Triumph im Uefa-Cup 1997. Aber man musste ihn schon mögen, sonst konnte man ihn auch schnell mal unsympathisch finden, oder?

Pottbäcker: Das ist wahrscheinlich so ein bisschen wie bei uns Ruhrgebiet insgesamt. Denn die Knorrigkeit, die so eine Persönlichkeit wie Rudi Assauer ausgestrahlt hat, spiegelt ein bisschen wider, wie das Ruhrgebiet ist: In der verbalen Auseinandersetzung mit einer gewissen Härte, aber immer mit einem guten Herzen.

DOMRADIO.DE: Der Bau der Veltins Arena ist sicher Rudi Assauer zuzurechnen. Immerhin das erste Stadion in Deutschland, das komplett privatwirtschaftlich finanziert wurde. Für so ein Projekt braucht man vielleicht auch so einen knorrigen Haudegen. Und jetzt wäre die Zeit reif, das Stadion in Rudi Assauer Arena umzubenennen, oder?

Pottbäcker: Ja, das ist das, was viele Fans jetzt vorschlagen und was diskutiert wird. Ich kenne natürlich die vertragliche Grundlage nicht, die Schalke mit Veltins an dieser Stelle hat. Aber man hat es zumindest von Anfang an auch nicht Ernst-Kuzorra-Arena oder Stan-Libuda-Arena genannt.

Es gibt ja jetzt auch den Vorschlag, eine Straße direkt um die Arena herum nach Assauer zu benennen. Dass irgendwas nach ihm benannt wird, finde ich einen sehr guten Vorschlag, weil er wirklich eine große Bedeutung hier hatte.

DOMRADIO.DE: Gehen wir mal ein paar Tage zurück. Da war die Beerdigung und es ist durch die Boulevardpresse gegangen: Es gab einen Familienstreit. Eine Tochter durfte nicht an der Beerdigung teilnehmen. Und dann ist Rudi Assauer ja jetzt nicht auf dem Schalke-Grabfeld bestattet worden sondern anonym in einem Wald. Warum bestattet man einen Menschen anonym?

Pottbäcker: Unabhängig von dem konkreten Fall von Rudi Assauer erlebe ich das immer wieder. Es gibt so einen Zugang des Verständnisses darüber, dass manche Menschen sagen: Meine Kinder, Enkelkinder oder andere Verwandte wohnen weit weg. Ich möchte denen nicht zur Last fallen und deshalb gehe ich lieber irgendwohin, wo niemand sich kümmern muss. Denn man liegt in diesem Friedwald tatsächlich irgendwo im Unterholz. Da wird gar nichts gemacht oder gepflanzt. Da kann auch nichts gepflanzt werden, außer, es sät sich selber etwas aus. Das ist ein Zugang, den ich ganz häufig erlebe.

Auf der anderen Seite bleibt natürlich, dass ich nie wieder die Gelegenheit habe, an ein wirkliches Grab zu treten, um auch noch einmal Erinnerungen aufzufrischen, um die Verbindung nochmal herzustellen. Was ich glaube, was vielen Menschen doch immer noch sehr wichtig ist.

DOMRADIO.DE: Was wissen Sie über Rudi Assauers Beziehung zur Religion? Katholisch war er ja nicht.

Pottbäcker: Rudi Assauer war evangelisch. Ansonsten kann ich wenig dazu sagen, weil ich ihn ja auch persönlich nicht kannte. Es ist ja nur der berühmte Satz überliefert, den er im Mai 2001 gesagt hat, als Schalke vier Minuten lang Meister war und die Schale dann doch an den FC Bayern abgeben musste. Da sagte Assauer, er glaube nun nicht mehr an den Fußballgott.

Das Interview führte Tobias Fricke. 

(DR)

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