Weihe der Domfiale durch Dompropst Gerd Bachner (l.) und Domdechant Robert Kleine
Weihe der Domfiale durch Dompropst Gerd Bachner (l.) und Domdechant Robert Kleine
Geißbock am Langhaus Süd
Geißbock am Langhaus Süd
Der Dom: Auch auf dem Trikot des 1. FC
Der Dom: Auch auf dem Trikot des 1. FC

09.04.2018

Kölner Dompropst segnet Domstein im Kölner Stadion "Der FC stützt den Dom mit"

Er sollte dem 1. FC Köln Glück bringen: Ein Domstein wurde beim Spiel gegen Mainz am Samstag in der Geißbock-Lounge übergeben und von Dompropst Gerd Bachner gesegnet. Dieser betont die enge Verbindung zwischen Dom und FC.

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie denn das Spiel im Stadion miterlebt?

Prälat Gerd Bachner (Kölner Dompropst): Wenn man so etwas live miterlebt, dann trifft es einen noch mehr. Wenn man das vor Ort sieht, dann zittert man noch mehr mit dem FC. Als in der siebten Minute das 1:0 für Köln fiel, dachte ich die 0:6 Niederlage vom vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim ist aus den Köpfen der Spieler raus und jetzt geht es Richtung Sieg gegen Mainz.

Es waren ja auch der Dombaumeister, der Hüttenmeister und der Domdechant mit dabei. Wir haben alle in diese Richtung gedacht.

In der Halbzeitpause haben wir den Segen erteilt und in der zweiten Halbzeit hat Mainz dann noch den Ausgleich erzielt, bei dem es bis zum Schlusspfiff auch geblieben ist. Einige haben mich nach dem Spiel noch angesprochen und gemeint, dass der Segen doch nicht so richtig geholfen hätte. Dem habe ich dann erwidert: "Doch, sonst hätte der FC wohl noch verloren." Denn in der Nachspielzeit war der Siegtreffer für Mainz eher möglich als für den FC.

DOMRADIO.DE: Sie haben es schon gesagt, in der Halbzeitpause wurde die Fiale, ein Domstein, für den FC in der Geißbock-Lounge gesegnet. Wie lief das ab?

Bachner: Es waren FC-Präsident Werner Spinner, sein Stellvertreter Markus Ritterbach, Toni Schumacher und der Geschäftsführer Armin Veh dabei. Das gesamte Team der Führung war anwesend. Das Ganze spielte sich in der Lounge ab, in der auch die Gäste des jeweiligen Auswärtsteams mit dabei sind. Dazu kamen dann noch vom FC her einige, die in engem Kontakt mit dem Verein stehen. Das waren so 30 bis 40 Personen, die in der Lounge mit dabei waren. Es war eine sehr schöne Atmosphäre.

Ich habe gespürt, dass dies allen - nicht nur dem Vorstand - etwas bedeutet hat, dass jetzt ein Stückchen Stein vom Kölner Dom übergeben wurde. Es gibt eine enge Freundschaft und einen Zusammenhalt zwischen dem FC und dem Dom.

DOMRADIO.DE: Ein Stückchen Dom im Kölner Stadion. Welche Bedeutung hat so ein Geschenk?

Bachner: Im Wappen des FC sind ja auch die Domtürme. Nach der ersten deutschen Meisterschaft 1962 ist ein Geißbock in Stein an den Dom gekommen. Im Jahr 1964 nach der zweiten Meisterschaft wurde im Grunde die ganze Mannschaft im Dom verewigt. Und was fast noch viel wichtiger ist: Seit vier Jahren laden wir vor der Eröffnung einer Saison den Vorstand des FC und die Fans zum Gebet für eine gute und faire Saison ein. Das alles spielt eine Rolle und ist eng miteinander verwoben, so dass wir eng zusammenhalten. In unserem Sternenteppich ist ein auch ein großer Stern vom FC vorhanden.

Der FC stützt im Grunde den Dom mit und betrachtet den Dom als etwas, was zum FC auch ganz wesentlich dazugehört. Der Dom erkennt das an. Und diese Fiale, die wir jetzt rübergebracht haben, ist ein sehr schönes Stück vom Anfang der 1860er Jahre, also ein altes, echtes Stück Dom und drückt damit die Verbundenheit aus. Es ist sehr verwittert, symbolisiert also gut ein Auf und Ab, wie es der Dom und auch der FC kennen.

DOMRADIO.DE: Wird an Sie denn in so einer prekären sportlichen Situation wie der, in der sich der FC gerade befindet, auch schon mal der Wunsch herangetragen, ein Extra-Gebet zu sprechen, damit sich der FC noch vor dem Abstieg rettet?

Bachner: Man sagt das schon einmal so dahin. Es gibt nette Sprüche in diese Richtung. Letzten Endes geht es darum, was der heilige Ignatius schon gesagt hat, nämlich dass wir alles, was uns im Leben an der Arbeit, in der Freizeit und in der Familie bewegt, vor Gott tragen. So trägt man sein Leben und auch seine Freizeit vor Gott und bittet Gott für alles, was wir tun, um seinen Segen. Dass das nicht immer so ist, wie man das gerne hätte, ist eine andere Sache. Herr Ritterbach hat mir am Ende des Spiels einen sehr netten Satz gesagt: "Herr Dompropst, ich glaube der liebe Gott ist doch neutral. Das geht mir auf den Nerv."

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(DR)