Surfer floaten auf ihren Boards
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Kaplan Simon Schade
Kaplan Simon Schade

25.07.2017

Kaplan über Messen am Strand und Glaube beim Surfen Exerzitien in den Wellen

30 Jugendliche haben sich mit ihrem Kaplan zu Surf-Exerzitien nach Spanien aufgemacht. Kaplan Simon Schade erzählt im domradio.de-Interview, was Glaube und Sport verbindet und wie die Geschichte von der Teilung des Roten Meeres beim Surfen hilft.

domradio.de: Es klingt ja erst mal verrückt: Exerzitien sind religiöse Besinnungstage, und Sport ist Sport. Wo sind da die Schnittpunkte?

Simon Schade (Kaplan, bietet Surf-Exerzitien an): Es gibt natürlich jür jeden unterschiedliche Formen, wie man seine Religiösität zum Ausdruck bringen kann. Wir blicken in unserer Kirchengeschichte auf ganz viele Erfahrungen, großartige Kunstwerke, fantastische literarische Werke und Musikstücke zurück, die alle Formen sind, die Menschen gefunden haben, um ihren Glauben zum Ausdruck zu bringen. Und gerade im Bereich des Sportes gibt es viele Erfahrungen, die man auf religiöse Bereiche übertragen kann. Da geht es um Erfolge und Niederlagen. Wie geht man damit um? Was ist ein Erfolg? Und auch die Thematik "Tod und Auferstehung" kann man in sportlichen Bildern gut zum Ausdruck bringen und eben nicht nur darüber reden, sondern erfahrbar machen.

domradio.de: Surf-Exerzitien sind ja kein Teamsport - wie bekommen Sie die Kurve zu den Exerzitien?

Schade: Beim Surfen macht man als einzelne Person, wie sonst auch in Einzelexerzitien, sehr elementare Ehrfahrungen. Man ist im Meer draußen zwischen den Wellen, man erlebt wie klein man als Mensch in der Größe der Natur ist, wie man mit diesen großen Kräften umgehen muss und kann. In einer Riesenwelle drinnen zu sein oder zu sehen, wie so ein Koloss auf einen zukommt - in solchen Situationen bekommt man das Gefühl geschenkt, dass man getragen werden kann, wenn man diese Welle nimmt und von ihr geschoben wird. Das ist eine starke spirituelle Erfahrung.

domradio.de: Gehören zu ihrem Tagesablauf auch religiöse Elemente?

Schade: Wir sehen zu einem gewissen Grad den Sport als religiöses Element, weil hier die Erfahrungen gesammelt werden. Ansonsten gibt es zwei Punkte, die unseren Alltag bestimmen. Als freiwilliges Angebot könnnen die Jugendlichen an den Strand kommen und die Messe mitfeiern. Das machen wir einmal am Tag. Da kommen viele aus der Gruppe immer mit. Ein weiterer Teil ist ein Impulstreffen für eine Stunde, bei dem wir uns mit unterschiedlichen Fragen beschäftigen. Gestern zum Beispiel hatten wir die Szene vom Auszug aus Ägypten. Dabei haben wir über den Durchzug duchrs Rote Meer besprochen. Für das Volk, das ja kein Seefahrer- oder Fischervolk war, war dieses Meer eine unglaubliche Barriere und auf einmal tut sich dort, wo man es am wenigsten erwartet, ein Weg auf. Auch wenn wir unterwegs sind, passiert es uns, dass wir gar keine Idee haben, wie es weitergeht - gerade bei Jugendlichen, die sich überlegen, wo ihr Weg hingeht. Hier besprechen wir die Offenheit, sich auch auf die ungewöhnlichen Wege, die Gott einem eröffnet, einlassen zu können.

domradio.de: Wenn Sie dann die Heilige Messe am Strand feiern, haben Sie dann so ein Reiseset dabei mit Klapptisch und Kelch zum Zusammenfalten?

Schade: Genau, ganz klassisch mit dem Messkoffer. Den Messkoffer habe ich bei mir in den Rucksack umgeapckt, weil es doch etwas komisch ist, mit dem Köfferchen über den Strand zu laufen. Der Koffer war damals ein Geschenk zur Priesterweihe und die Sachen habe ich immer dabei. So können wir uns dann relativ flexibel am Strand einen Ort suchen. Gerade wenn man den Bezug zur Natur sucht - Surfen ist ja eine  Nautrsportart - kann man da die Begegnung in der Schöpfung, im Gottesdienst, in der Eucharistie sehr erlebbar machen.

domradio.de: Und der Altar darf schon mal ein Surfbrett sein?

Schade: Kommt auch vor, klar. Das muss man halt ein bisschen improvisieren.

domradio.de: Wie klappt das mit den Jugendlichen: Benehmen die sich, kriegen Sie die müde genug am Abend?

Schade: Das denke ich doch mal. Wenn man jeden Tag so viele Stunden im Wasser ist, ist das kräftezehrend. Der Atlantik ist nunmal kein Badesee, sondern verlangt ganz schön viel Einsatz. Da muss man schon Kraft reinstecken. Und deswegen ist man am Abend auch in diesem Zustand, den man als müde, aber glücklich bezeichnen kann.

Das Gespräch führte Tobias Fricke.

(DR)

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