Ökumenisches Forum Kirche und Sport
Ökumenisches Forum Kirche und Sport

02.09.2016

DJK bringt Kirche und Sport an einen Tisch Auftakt mit Rückblick auf Rio

Mit einer hochkaratäg besetzen Auftaktveranstaltung ist das neue "Ökumenische Forum Kirche und Sport" im Deutschen Sport- und Olympiamuseum an den Start gegangen. Im Mittelpunkt stand das leidige Thema Doping.

"Kirche und Sport sind zwei Stützpfeiler der Gesellschaft, die sich gegenseitig unterstützen können", so Daniela Otto, Referentin für Kirche und Sport beim katholischen Sportverband "Deutsche Jugend Kraft" (DJK). Gemeinsam mit dem Erzbistum Köln und der Evangelischen Kirche im Rheinland hat der DJK hierzu das "Ökumenische Forum Kirche und Sport" ins Leben gerufen. Seelsorger, Theologe, Sportler und Journalisten sollen hierbei an fünf Abenden im Kölner Sport und Olympiamuseum verschiedene Themen an der Schnittstelle von Kirche und Sport diskutieren. Bei der Auftakt-Veranstaltung am Donnerstag stand der Rückblick auf die Olympischen Sommerspiele 2016 im Mittelpunkt. 

Rückblick auf Rio

Zur Premiere hatte der DJK hochkarätige Gäste geladen: Unter der Leitung von WDR-Moderator Wolfgang Müller diskutierten Olympiapfarrer Thomas Weber, der Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, mit Journalist Fritz Pleitgen und dem Leiter des Sport und Olympiamuseums, Andreas Höfer. Mit Brasilien gastierten die Olympischen Spiele dieses Jahr erstmals in einem südamerikanischen Land, welches zudem als Schwellen- und Entwicklungsland gilt. Trotz der damit verbundenen Anforderungen zeigte sich DOSB-Vorsitzende Michael Vesper beim Ökumenischen Forum zufrieden: "Die Spiele haben viel Positives bewirkt. So haben nun etwa zwei Drittel der Bevölkerung Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln - vorher waren es nur 17 Prozent". Der evangelische Theologe Thomas Weber bekam als Olympiapfarrer ein differenziertes Bild des Landes. "Es kommt immer auf die Brille an. Ich habe auch mit den Menschen in den Armutsvierteln gesprochen, die von den Spielen keinen Wert hatten. Auch diese Perspektive gehört dazu". Einig war sich die Diskussionsrunde darin, dass der Sport die sozialen Probleme des Landes zwar nicht lösen, aber durchaus Akzente setzen konnte. "In dem See, wo das Rudern stattfand, hat sich die Wasserqualität dank der Spiele erheblich verbessert. Dort sind Anstrengungen unternommen worden, die erst durch die große Aufmerksamkeit angestoßen wurden", betonte Michael Vesper.

Der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen erklärte, durch sportliche Großereignisse würden soziale oder politische Missstände in Ländern ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit gerückt, die sonst kaum wahrgenommen würden. "Deshalb bin ich sehr dafür, dass Olympia nicht nur eine europäische Angelegenhiet ist, sondern in aller Welt stattfindet - auch in umstrittenen Staaten." Auch führe eine kritische Medienberichterstattung dazu, dass Defizite aufgedeckt und die Verantwortlichen zum Handeln gebracht würden. So habe sich die Situation in China während der Olympischen Spiele in Peking leicht entspannt. "Der Sport hat dazu beigetragen, dass in dieser Zeit die Berichterstattung etwas freier sein konnten, dass die Menschenrechte etwas mehr beachtet wurden", sagte Pleitgen.

Ein "Übel" des Sports

Neben dem Blick auf das Gastgeber-Land stand besonders das Thema Doping im Blickfeld des Ökumenischen Forums. Der Gebrauch von Doping sei nach Vesper ein "Übel", das an den Fundamenten des Sports rühre. "Deshalb arbeiten die Mitarbeiter der Welt-Anti-Doping-Organisation jeden Tag an Mitteln zur Prävention, an intelligenten Kontrollen und an Strafen", so der DOSB-Vorsitzende. Das Problem sei jedoch die globale Umsetzung. "Es kann nicht sein, dass es in manchen Ländern schlicht keine Prüfungen gibt oder, wie in Russland, Staat und Geheimdienst beim Doping mitwirken". Auch Pleitgen betonte die Bedeutung des Themas für den Sport: "Wenn wir das Thema nicht angehen, machen wir den Sport kaputt". Beim Kampf gegen den Einsatz leistungssteigernder Mittel vermisse er jedoch die Entschlossenheit: "Die zuständigen Organisationen sind hinter dieser ‚Pest‘ nicht so her, wie es nötig wäre", mahnte der ehemalige Vorsitzende der ARD.

Der Kölner katholische Stadtdechant Robert Kleine erklärte, trotz manch negativer Aspekte dürfe der Sport weiter als Vorbild gelten. Er fördere Charakterbildung, Fairness und Integration. "Beim Sport spielen Leute in einem Team, die sonst vielleicht gar nicht miteinander reden." Auch der Papst habe vor den Olympischen Spielen deren friedensstiftende Wirkung betont. Positiv hob Kleine auch das internationale Flüchtlingsteam hervor, das in Rio erstmals angetreten war. "Das alles zeigt: Sport ist ein Vorbild. Daran sind wir gerne beteiligt."

Das Ökumenische Forum "Kirche und Sport" im Kölner Sport und Olympiamuseum wird am 3. November fortgesetzt. Unter der Überschrift "Im Angesicht des Todes" diskutieren hier Theologen und Extremsportler über Reiz und Risiken von Sportarten, die den Menschen an seine Leistungsgrenzen führen. Weitere Termine der Veranstaltungsreihe sind der 9. Februar, 6. April sowie 1. Juni 2017.

 

(DR, KNA)

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