Olympia-Seelsorger Rolf Faymonville besucht Beachvolleyball-Turnier
Olympia-Seelsorger Rolf Faymonville besucht Beachvolleyball-Turnier

18.08.2016

Olympia-Seelsorger Faymonville über seine Eindrücke aus Rio Wo zwei oder drei in Rio versammelt sind... - Teil 2

Ein Besuch im "Zentrum der Religionen" im Olympischen Dorf - den hatte sich Olympia-Seelsorger Rolf Faymonville ein wenig anders vorgestellt, lädt das Gebäude nicht gerade zum Verweilen ein. Doch das deutsche Olympia-Team improvisert.

Am sechsten Tag besuchen wir das Olympische Dorf – endlich! Wir sehen das "Zentrum der Religionen", das wie noch schnell improvisiert und nachgebaut räumlich einen wenig einladenden Eindruck hinterlässt. Die Ansprechpartner der Religionen sind sehr freundlich und machen ein wenig, die ungastliche Atmosphäre des Gebäudes wett. Es ist zwar gut und richtig, dass es dieses Zentrum gibt und es wird auch von den internationalen Athleten genutzt, aber es wäre schön, wenn das IOC etwas mehr Wert darauf legen würde, es auch gut unterzubringen. Wir werden daher auch vom deutschen Team gebeten, unser Gottesdienstangebot im Mannschaftsquartier zu machen, wo es ein wenig persönlicher und gemütlicher ist. Die eineinhalb Stunden Fahrt zum Deutschen Haus haben sich für uns schon gelohnt!

Emmausjünger 2016

Thomas Weber und ich sind meist zu zweit unterwegs. Warum? Wir sind uns bewusst, dass Jesus seine Jünger zu zweit losschickte, um die Frohe Botschaft den Menschen weiterzusagen. Wir sind uns auch bewusst, dass, wo zwei oder drei in Seinem Namen beisammen sind, Er mitten unter uns ist. Und wir spüren, dass wir diese Gegenwart Jesu auch dann ein wenig erfahrbar machen können, wenn wir nicht gerade "fromme" Gespräche führen. Mein Fazit: Ich sehe viele verschiedene Sportarten und sehr unterschiedliche Athletencharaktere. Jede Sportart braucht besondere Typen. Wer sie verstehen will, muss sich auf ihre Welt einlassen. Das gilt auch für Funktionäre, Verbandsvertreter, Sponsoren usw. Im Sportmilieu ergeben sich seelsorgliche Gespräche nicht unbedingt nach Niederlagen als Trauerarbeits- oder Bewältigungsstrategiesitzung. Sie ergeben sich im alltäglichen Miteinander, beim gemeinsamen Weg zu den Wettkämpfen anderer Sportarten, beim Glas Bier oder Mineralwasser am Abend. Nicht planbar, sondern vom "kairos" - vom passenden günstigen Moment - abhängig. Dafür muss man offen und flexibel sein.

Gespräch statt Facebook

Lobbyarbeit und Mitsprache in gesellschaftlichen ethischen und pädagogischen Belangen gelingt auch im Sport nur mit persönlichen Beziehungen, die aus Begegnungen und Gesprächen erwachsen. Dazu muss man bei den Menschen sein. Olympia-Teamseelsorge umfasst weitaus mehr als Sportlerbetreuung, die bei uns erst noch durch das Knüpfen von Kontakten wachsen muss. Was übrigens jedes Mal bei Olympischen Spielen wieder neu einsetzen muss! Und: Es geht nicht in erster Linie um Sport, sondern um alltägliche Themen, die alle Menschen berühren. Sport spielt da eine Rolle, wo es um die Einordnung der eigenen Leistung geht und um die verantwortungsvolle Ausrichtung des eigenen geht. Ein wichtiger Dienst, der Zeit und Kontinuität braucht, damit Beziehungen wachsen können.

Der gute Draht nach oben!

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