Den Sieg um ein Haar verpasst. Frankreich trauert nach der Niederlage in der EM.
Den Sieg um ein Haar verpasst. Frankreich trauert nach der Niederlage in der EM.
Stefan Lunte
Stefan Lunte

11.07.2016

Wie Frankreich nach der EM-Niederlage trauert Nach Terror, Aussschreitungen und Motten

Den EM-Titel haben sie um ein Haar verpasst. Die Franzosen müssen sich im Finale geschlagen geben. Stefan Lunte ist Sprecher der Komission der Europäischen Bischofskonferenz und Bürgermeister einer kleinen Stadt in Frankreich und erzählt, wie die Franzosen dieses Spiel erlebt haben.

domradio.de: Frankreich – der Gastgeber – hat es leider nicht geschafft. Was überwiegt denn in Frankreich: Die Traurigkeit oder die Genugtuung, weil die uns im Halbfinale rausgeschmissen haben?

Stefan Lunte (Sprecher der Komission der Europäischen Bischofskonferenz): Gerade ist einfach Enttäuschung da, dass die Franzosen es nicht geschafft haben. Die ganze Familie und die Freunde waren so aufgeregt und waren so gespannt. Schon die Tage vorher hatten alle so viel Vorfreude.

domradio.de: Gibt es denn in Frankreich auch Public Viewing wie bei uns in Deutschland?

Lunte: Das gibt es hier auch. Natürlich! Unsere Kleinstadt Moulins mit rund 20000 Einwohnern hat einen schönen großen Platz in der Mitte. Da waren gestern 500 Leute versammelt und haben gemeinsam das Spiel geschaut. Ich persönlich war nicht dort. Ich habe es mit Freunden in der Nachbarschaft angesehen. Das war auch schön.

domradio.de: Die Terroranschläge in Frankreich haben merkwürdige Blüten getragen: Aus Vorsorge gegen Terrorangriffe hat man am Abend vor dem Spiel im Stadion das Flutlicht angelassen. Das führte dazu, dass sich um die 100000 Motten im Stadion niedergelassen haben. Da hatten die Fans und auch die Spieler ein wenig mit zu kämpfen. Aber bleiben wir beim Stichwort Terrorangst: Hat Frankreich die EM trotzdem genießen können? Wie war die Stimmung?

Lunte: Ja, die Stimmung konnte man genießen, weil ab der zweiten Hälfte des Turniers doch die Zuversicht überwog, dass die Sicherheitskräfte die Dinge gut kontrollieren. Wir erinnern uns: Vor dem Turnier war die Angst sehr groß, dass sich ein Attentat ereignen würde. Dann gab es zudem zu Beginn die Ausschreitungen zwischen Fans verschiedener Mannschaften. In Marseille gab es unschöne und hässliche Bilder zwischen russischen und englischen Fans. Also, all das hat in der ersten Hälfte des Wettkampfes auf die Stimmung gedrückt Aber zum Schluss wurde es sehr fröhlich und sehr zuversichtlich.

domradio.de: Sind die Ausschreitungen ein Phänomen des französischen Fußballs? War das nur ein Phänomen dieser EM?

Lunte: Das, was ich so in den Zeitungen lese, wird da auch eine Verbindungen hergestellt zu den Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen gegen das Arbeitsmarktgesetz und die Vermutung aufgestellt, es könnten auch die selben Leute sein, die sowohl den Fußball und politische Reformen nutzen, um ihre Gewaltfantasien auszuleben.

domradio.de: Nach der EM ist vor der WM – 2018 findet die WM in Russland statt. Was tippen Sie? Bleiben wir Weltmeister? Oder sagen sich die Franzosen, dass sie jetzt zumindest Weltmeister werden wollen?

Lunte: Ja, die Franzosen wollen auf jeden Fall Weltmeister werden. Sie haben ja auch eine ganz gute Mannschaft. Auf deutscher Seite hoffen wir natürlich, dass nach dieser Niederlage ein Umbruch vielleicht auch im deutschen Team stattfindet und, dass mit ihnen ein erster Platz drin sein kann. Wir wissen auch, dass das ein Sport ist. Am Ende gewinnt nur einer.

Das Interview führte Christoph Paul Hartmann.

(dr)

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