Sportbischof Jörg Michael Peters
Weihbischof Jörg Michael Peters

07.03.2014

Sportbischof über Paralympics und Krimkrise "Es muss ein Nachdenken nach den Spielen geben"

Trotz der Krim-Krise treten die ukrainische und auch die deutsche Mannschaft bei den Paralympics im russischen Sotschi an. Der Sportbischof der Bischofskonferenz, Weihbischof Jörg Michael Peters, im Interview über seine Erwartungen und Bedenken.

domradio.de: Was erwarten Sie von den Paralympics?

Weihbischof Peters: Hoffentlich ganz viel Freude und Spaß und eine große Aufmerksamkeit, so wie wir es bei den olympischen Spielen auch erleben konnten. 700 Athletinnen und Athleten aus 45 Nationen. Das ist eine tolle Sache. Wir sind mit einer Mannschaft von 13 Athletinnen und Athleten dabei. Hoffentlich werden das faire und spannende Spiele!

Die paralympischen Spiele haben auch früher schon gezeigt, dass dort ausgelassene Freude am Sport noch mehr zu erwarten ist, als bei den großen Spielen, wo doch der Erwartungsdruck oft ein ganz anderer ist.

domradio.de: Erhält der Behindertensport die Aufmerksamkeit, die er verdient?

Weihbischof Peters: Ich stehe als Vertreter der katholischen Kirche im Dialog mit dem Sport. Ich muss sagen, die Anstrengungen, die beim DJK (Katholischer Sportverband) zum Thema Inklusion gemacht worden sind, die wünschte ich mir auch für die ganz großen Ereignisse im Sport. Da gibt es noch viele Schritte, die man aufeinander zu tun könnte. Inklusion nicht um jeden Preis, aber doch soweit wie es möglich ist. Man sollte den Focus auf Paralympics, Specialolympics und Olympische Spiele gemeinsam richten, das wäre mein Wunsch.

domradio.de: Kann die Inklusion im Sport die Inklusion in der Gesellschaft vorantreiben?

Weihbischof Peters: Sport kann da eine ganz wunderbare Brücke sein, es gibt da viele positive Beispiele. Da steckt noch ganz viel drin.

domradio.de: Die Krimkrise überschattet die Spiele. Die deutschen Sportler wollen dennoch teilnehmen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Weihbischof Peters: Mit Sorge, ganz klar. Aber die Spiele haben ein Recht darauf, in fairer Weise ausgetragen zu werden, ohne dass sie politisch verbrämt werden. Dennoch dürfen die Veranstalter nicht schweigen zu dem, was sich oft doch sehr brutal für Bewohnerinnen und Bewohner im Land zuträgt. Es muss ein Nachdenken nach den Spielen geben, auch mit den Verantwortlichen vor Ort.

Ich bin überzeugt, dass die Öffentlichkeit, die durch diese Spiele erzeugt wurde, eine Aufmerksamkeit bringt, die den Menschen letztlich helfen und zu einem Wandel führen wird. Aber die sportlichen Leistungen sollten dadurch nicht verdeckt werden.

Das Interview führte Matthias Friebe.

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