Pfarrer Thomas Nonte
Pfarrer Thomas Nonte

Seit dem 1. März dieses Jahres ist Dr. Thomas Nonte neuer Sportseelsorger der Deutschen Bischofskonferenz, umgangssprachlich auch als Sport- oder Olympia-Pfarrer bezeichnet.

06.04.2013

Der neue Sportpfarrer im Interview Hinhören, kennenlernen, fragen

Thomas Nonte ist der neue katholische Sportpfarrer der Deutschen Bischofskonferenz. Im Interview spricht Pfarrer Nonte über seine Aufgaben und seinen Bezug zum Sport.

domradio.de: Was macht der deutsche katholische Sportpfarrer eigentlich?
Thomas Nonte: Das ist eine gute Frage. Ich bin erst seit vier Wochen im Amt, und für mich ist diese Aufgabe auch völlig neu. Ich habe sie vorher nicht gewusst, ich bin vor einem Vierteljahr danach gefragt worden, da war ich in den USA und war selbst überrascht. Insofern lasse ich es auf mich zukommen. Zum ersten Mal hat der Bischof mir sogar Zeit gegeben nachzudenken. Wir hatten das telefonisch 10.000 km voneinander entfernt besprochen. Und nach zwei Minuten war mir klar: Das mache ich.

domradio.de: Vorher lehrten Sie an der Universität in Kalifornien, in Berkeley, richtig?
Thomas Nonte: So ungefähr: Ich war Gast der Jesuiten, die sind ja jetzt durch den neuen Papst etwas bekannter geworden. Ich war an der Jesuiten-Universität in San Francisco, die ihren Sitz in Berkely hat. Dort war ich zum Studieren, zum Lehren, zum Austausch von Theologie und kirchlichem Verständnis. Dort habe ich anderthalb Jahre verbracht.

domradio.de: Was, glauben Sie, zeichnet Sie aus, der richtige Mann für diese Position zu sein?
Thomas Nonte: Das weiß ich nicht, da müssen Sie den Bischof fragen.

domradio.de: Vielleicht dass Sie Bayer-München-Fan sind …
Thomas Nonte: Das wusste er nicht einmal. Das wussten aber meine Messdiener und die haben das natürlich in die Öffentlichkeit tragen. Ja, ich bin Fan von Bayern München, Sport hat mich schon immer interessiert, seit Kindertagen habe ich gekickt, und seit ich studiere und auch als Kaplan. Natürlich bin ich Fan der Bundesliga und da natürlich Fan einer bestimmten Mannschaft, was bestimmt nicht allen gefällt – das gebe ich zu …

domradio.de: Der nächste Deutsche Meister …
Thomas Nonte: Die haben heute ja schon die Chance, das festzumachen, und ich glaube, viele in der Bundesliga werden sagen, ja, diesmal haben sie es verdient. Letztes Jahr in den USA habe ich mit einen wenigen Mexikanern geschwitzt, als wir die Champions League verloren haben. Diesmal dürfen Sie einmal mehr Glück haben.

domradio.de: Was haben Sie sich vorgenommen für dieses neue Amt, das Sie ja jetzt erst vier Wochen innehaben?
Thomas Nonte: Vorgenommen habe ich mir hinzuhören, kennenzulernen, zu fragen, was sind Sorgen und Hoffnungen. Ich freue mich auch darauf, Sportler/innen kennenzulernen, die Vereine, die dahinterstehen, die ganzen Teamassistenten. Und ich selbst biete mich dann im besten Sinne des Wortes als ein anderer Assistent an.

domradio.de: Sportler sind Ihre Zielgruppe, Profis wie Breitensportler, richtig?
Thomas Nonte: Selbstverständlich! Vom Leistungssportler bis hin zum ganz normalen Menschen, der zuhause Sport treibt. Und Sie würden sich wundern, wie viele Freunde und Mitglieder meiner ehemaligen Thekenmannschaften sich freuen, dass ich das jetzt mache. Und alle wollen auf einmal Messdiener werden oder Küster oder Pfarrer. Für viele Menschen ist Sport eine wunderbare Art und Weise sich neben dem Alltag auszutoben oder andere zu bewundern.

domradio.de: Sport ist ja nicht nur ein heiteres Thema. In der letzten Zeit häuften sich Schlagzeilen wie Doping im Radsport, z.B. das große Geständnis von Lance Armstrong. Oder die zunehmende Gewalt von Fußballfans. In Ihrer Funktion als Sportpfarrer werden Sie sich auch mit diesen Themen beschäftigen?
Thomas Nonte: Selbstverständlich! Wenn man das so allgemein über andere Menschen überhaupt sagen darf: Das sind natürlich offenkundig gewordene Schwächen von Menschen, vielleicht von Systemen, die so etwas fördern oder erwarten. Ich habe Erik Zabel als Schirmherr der Radjuniorenmeisterschaft in der Stadt erlebt, in der ich früher Pfarrer war. Und ein Jahr später hat er ja gestanden, dass er gedopt hat. Im Blick auf seinen Sohn stand er dann ein bisschen im Abseits und es wurde übel über ihn geredet. Und da habe ich mir gedacht, was passiert mit den Menschen, die in eine solche Falle getappt sind, sich und andere betrogen haben und einen neuen Start versuchen. Enttäuscht war ich von Lance Armstrong, die Nachricht habe ich ja quasi im Flugzeug mit ‘rübergenommen, das hat mich schwer getroffen. Der Mann hat sich so engagiert für die Krebsstiftung und jetzt muss er so eine Lüge zugeben. Doping ist eine große Herausforderung, ich glaube für alle, für Sportler, für Trainer, für die Ärzte, vielleicht auch für die Menschen, die diese Sportler so hochjubeln, dass sie kaum eine Chance haben, im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Leistung zu bringen. Das ist ein Dienst, den unsere Kirche meiner Meinung nach mit unserem Evangelium leisten sollte.

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