Frau sitzt in einer senegalesischen Kirche
Frau sitzt in einer senegalesischen Kirche
Kardinal Marx
Kardinal Reinhard Marx

24.10.2021

Weltmissionsmonat endet "Unübersehbares Zeichen der Toleranz" 

Das katholische Hilfswerk missio Aachen hat am Sonntag mit einem Festgottesdienst seine Aktion zum Weltmissionssonntag 2021 beendet. In diesem Jahr stand das westafrikanische Land Senegal im Fokus.

Die Beteiligten am Weltmissionssonntag hätten "ein unübersehbares Zeichen für Toleranz, Zusammenhalt und Solidarität gesetzt", sagte missio-Präsident Dirk Bingener im Aachener Dom. Die Menschen würden dabei nicht auf ihre Bedürftigkeit reduziert, sondern es werde in jedem Menschen eine Person mit eigenen Wünschen aus eigenem Recht gesehen. Das schütze die Würde des Menschen und lasse sie in Frieden miteinander leben.

In den vergangenen drei Wochen waren christliche und muslimische Gäste aus Nigeria in Deutschland unterwegs, um auf rund 300 Veranstaltungen über ihre Friedens- und Versöhnungsarbeit in dem westafrikanischen Land zu berichten.

An den Sorgen der Menschen orientieren

Beim feierlichen Abschluss für den Monat der Weltmission in Deutschland rief der Münchner Kardinal Reinhard Marx die Kirche dazu auf, sich in ihrer Arbeit stärker an den Menschen, ihren Fragen und Sorgen zu orientieren. Sie müssen hören "nicht von unseren Problemen und von unseren Überlegungen, wie wir uns und unsere Traditionen am Leben erhalten", sagte der Erzbischof im Münchner Liebfrauendom. Die Weitergabe des Glaubens könne nicht gelingen, "wenn nicht der Mensch mit seinen eigenen Fragen und Sorgen in die Begegnung mit Christus hineinkommt".

Kirche habe den Auftrag, den Raum für die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn zu schaffen, so der Kardinal weiter. "Das ist Mission, das ist Evangelisierung!" Mission bedeute "sicher nicht, dass wir die Wahrheit haben, die wir anderen einfach übergeben und sie müssen nur gehorsam unserer Wahrheit folgen".

Dank von Papst Franziskus

Noch beim Mittagsgebet hat Papst Franziskus zum Weltmissionssonntag den Einsatz von Missionaren weltweit gewürdigt. Sie seien oftmals an vorderster Front für Arme und Bedürftige tätig und das in Ländern, in denen die Kirche nicht sehr präsent sei, sagte der 84-Jährige am Sonntag auf dem Petersplatz. Der diesjährige Weltmissionssonntag der katholischen Weltkirche steht unter dem Motto "Wir dürfen nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben".

Am Weltmissionssonntag wird in den katholischen Gottesdiensten in über 100 Ländern für die Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Diözesen der Welt eine Kollekte gesammelt. In Deutschland wurde damit zugleich der Monat der Weltmission im Oktober abgeschlossen, der von Missio Aachen und Missio München organisiert wird.

(KNA, epd)

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