Nach den Unwettern im Westen Deutschlands
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Carsten Möbus
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Einsatzbesprechung
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Essensausgabe in der Notunterkunft
Essensausgabe in der Notunterkunft

22.07.2021

Malteser-Nothelfer bewegt von Schicksal der Flutopfer Nach den Unwettern kommt die Ungewissheit

Wenn Häuser überflutet und zerstört werden, dann ist das nicht nur ein materieller Verlust. Vor allem die große Unsicherheit, wie es nach der Katastrophe weitergeht, belastet Betroffene. Die Malteser versuchen zu helfen: materiell und menschlich.

DOMRADIO.DE: Wie helfen Sie ganz konkret?

Carsten Möbus (Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Maltesern Meckenheim): Wir als Malteser sind vor allem im Betreuungsdienst aktiv. Wir haben in den ersten Tagen sehr viele Notunterkünfte betrieben und da Erste Hilfe geleistet, Verpflegung gestellt, Betten usw. und natürlich auch ein bisschen Erste Hilfe für die Seele betrieben. Ich war stark im Verpflegungsdienst aktiv. Das ist uns ein großes Anliegen, dass wir für Betroffene, für Helfende, für Einsatzkräfte immer genügend da haben, damit die auch fit bleiben können.

DOMRADIO.DE: Wenn wir die Bilder im Fernsehen sehen, dann schockiert uns das. Sie sind vor Ort. Wie nehmen Sie das alles wahr?

Möbus: Wir haben Erfahrungen gehabt, in denen wir viel Leid oder traurigen Situationen und vor allem traurigen Menschen begegnet sind. Gerade in den Notunterkünften sind natürlich die Leute, die sehr massive Schäden an ihren Häusern hatten und deswegen nicht zurückkehren konnten oder auch viele Betroffene, die aufgrund der Situation an der Steinbachtalsperre evakuiert wurden. Da herrschte immer eine große Ungewissheit und damit waren wir viel konfrontiert.

DOMRADIO.DE: Gibt es etwas, das Sie in den vergangenen Tagen ganz besonders bewegt hat? Zum Beispiel eine Begegnung mit Menschen, die Sie nachhaltig beeindruckt hat?

Möbus: Ich würde sagen, das wohl Beeindruckendste für mich ist tatsächlich eine kleine Familie, die ich in einer Betreuungsunterkunft in Swisttal sehr eng begleitet habe und für die ich mich stark eingesetzt habe. Die Familie lebt im Sperrgebiet, wo sie nicht mehr hin durfte und deswegen war sie bei uns. Und es war für mich sehr bewegend, wie alle in so einem schockierenden Moment als Familie zusammenhalten. Die Leute berichteten auch davon, dass sie sich immense Sorgen um ihr Haus machen, um ihre Zukunft. Es gab wohl auch noch Tiere auf ihrem Hof, die in dem Haus zurückgeblieben sind und um die man sich irgendwie aus der Ferne kümmerte. Das hat mich schon sehr bewegt, diese trauernden oder leidenden Menschen zu sehen und mir Gedanken zu machen, wie ich ihnen irgendwie helfen kann.

DOMRADIO.DE: Die Pegel der Flüsse und Bäche sinken zwar, aber die Katastrophe ist ja lange noch nicht vorbei. Wie geht es für Sie vor Ort weiter?

Möbus: Wir waren ja erst einmal in ganz offiziellen Einsätzen. Wir haben jetzt zu Beginn dieser Woche mehr und mehr begonnen, einerseits bei uns selbst alles parat zu machen. Auch für das kommende Wochenende ist ja mitunter wieder starker Regen angesagt und wir möchten gerne einsatzbereit sein. Andererseits wollten wir natürlich helfen. Also sind wir mit aller Kraft, die wir haben, weiterhin rausgefahren und haben versucht, für die Leute Unterstützung in den konkreten Ortschaften anzubieten. Vor allem mit Verpflegung und Hilfsgütern für die Betroffenen und für die Leute, die vor Ort angepackt haben.

Das Interview führte Carsten Döpp.

(DR)

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