Demonstration von Abtreibungsbefürwortern in Polen (Archiv)
Demonstration von Abtreibungsbefürwortern in Polen

30.10.2020

Ordensmann: Polens Bischöfe sollten sich entschuldigen "Wut ist berechtigt"

Der polnische Dominikanerpater Pawel Guzynski fordert im Streit um die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen eine Entschuldigung der Bischöfe. Es sei ein sehr empfindliches gesellschaftliches Gleichgewicht missachtet worden.

Im Streit um die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes spricht sich der Dominikanerpater Pawel Guzynski für eine Entschuldigung der Bischöfe aus. Die Menschen beschwerten sich zu Recht, "weil meine Kirche einen Fehler gemacht und indirekt eine Situation provoziert hat, in der sie protestieren müssen", sagte er am Freitag im Nachrichtensender TVN24.

Es sei ein sehr empfindliches gesellschaftliches Gleichgewicht missachtet worden, das lange gut funktioniert habe. Er entschuldige sich dafür, so Guzynski. "Die Bischöfe sollten hinausgehen und genau dieses Wort sagen." Zugleich wandte er sich gegen Angriffe auf Gläubige und Kirchen. Die Wut sei berechtigt, sie dürfe aber nicht in solche Taten umschlagen. Polen werde von der "Lust zur Vergeltung" und Hass bedroht.

Vandalismus an Kirchengebäuden

In Polen kommt es seit einer Woche zu landesweiten Protesten gegen ein Urteil des Verfassungsgerichts, das Abtreibungen fast vollständig verbietet, und auch gegen den Einfluss der katholischen Kirche.

Frauenrechtsgruppen hatten unter dem Motto "Das Wort zum Sonntag" dazu aufgerufen, den Widerstand gegen die Gesetzesverschärfung in die Kirchen zu tragen. Sie werfen der Kirche vor, maßgeblich zu dem umstrittenen Urteil beigetragen zu haben. Demonstranten drangen laut dem Innenministerium in 22 Gotteshäuser ein. Die Fassaden von 79 Kirchengebäuden seien beschmiert worden. Die Polizei habe in diesem Zusammenhang 76 Personen festgenommen.

Bischöfe fordern Dialog

Der Ständige Rat der Bischofskonferenz hatte am Mittwoch "großen Schmerz" wegen der "Eskalation gesellschaftlicher Spannungen und Aggressionen" ausgedrückt. Beunruhigend seien die vulgäre Sprache einiger Demonstranten, Sachbeschädigungen, "Verwüstungen von Kirchen", Entweihungen heiliger Stätten und die Verhinderung von Gottesdiensten.

Die Bischöfe riefen zu einem sachlichen gesellschaftlichen Dialog, Gewaltverzicht und Respekt für jeden Menschen auf. Politiker und alle sonstigen Akteure sollten in "dieser dramatischen Zeit" das Gemeinwohl im Blick behalten und nach Auswegen suchen, "ohne Glaubensfragen und die Kirche zu instrumentalisieren". Die Bischöfe bedankten sich bei Geistlichen und Laien, die ihre Kirchen mutig verteidigt hätten.

Das Verfassungsgericht hatte entschieden, dass Schwangerschaftsabbrüche auch bei einer schwerwiegenden Fehlbildung des Fötus unzulässig sind. Damit sind Abtreibungen künftig nur noch legal, wenn die Gesundheit der Schwangeren in Gefahr ist oder die Schwangerschaft das Ergebnis einer Straftat ist.

(KNA)

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