Kirche in Italien für Maßnahmen gegen Wucherei

Bischöfe fordern "wirksame Reaktion"

Italiens Bischöfe haben dringende Maßnahmen gegen mafiösen Wucher gefordert. Bischofskonferenz-Generalsekretär Stefano Russo verlangte am Wochenende eine "wirksame Reaktion", um "skrupellosen Wucherern" Einhalt zu gebieten.

Italiens Bischöfe fordern "wirksame Reaktion" gegen Wucherei / © VAKS-Stock Agency (shutterstock)
Italiens Bischöfe fordern "wirksame Reaktion" gegen Wucherei / © VAKS-Stock Agency ( shutterstock )

Es müsse rasch etwas unternommen werden, um die Schwächsten der Gesellschaft zu schützen, die ohnehin schon unter Armut und Marginalisierung litten. Schätzungen zufolge seien Millionen Familien betroffen, so der Geistliche.

Botschaft an den Nationalen Rat gegen Wucherei

Russo richtete sich mit seiner Botschaft an den Nationalen Rat gegen Wucherei, der in Rom tagte. Die in den neunziger Jahren gegründete Organisation versucht, den landesweiten Kampf gegen Kredithaie zu koordinieren und Opfern zu helfen. In weiten Teilen Italiens ist das einbringliche Geldverleihgeschäft fest in den Händen mafiöser Clans. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, die viele Italiener in den Ruin treiben, haben das Problem zusätzlich verstärkt.

Innenministerin Luciana Lamorgese hatte sich angesichts der Corona-Krise jüngst für eine rasche Auszahlung öffentlicher Hilfsgelder an Familien und Unternehmen ausgesprochen. "Die Mittel müssen jetzt schnell verteilt werden, bevor finanzielle Engpässe Wucher begünstigen und Banden anziehen", sagte sie vor einigen Wochen. Teile der Wirtschaft drohten von Mafia und organisierter Kriminalität "infiltriert" zu werden.

Schnelles staatliches Handeln gefordert

Diese Kreise versuchten, die Not vieler Betroffener mit Wucherkrediten auszunutzen. Auf diese Weise würden gefährliche neue Abhängigkeiten geschaffen, wenn der Staat nicht rechtzeitig handele. "Das bedeutet jedoch nicht, dass man bei der Mittelvergabe auf strenge Kontrollen verzichten kann", betonte Lamorgese. Sonst könnten die Mittel aus den Hilfspaketen in falsche Hände geraten.


Stefano Russo / © Romano Siciliani (KNA)
Stefano Russo / © Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA