"Nacht der 1000 Lichter" zum 10. Jahrestag des Loveparade-Unglücks
"Nacht der 1000 Lichter" zum 10. Jahrestag des Loveparade-Unglücks

24.07.2020

Opferfamilien des Loveparade-Unglücks treffen sich zu Andacht Veranstaltungen zum zehnten Jahrestag

In Duisburg wird am Freitag der Opfer des Loveparade-Unglücks vor zehn Jahren gedacht. Bereits am Vorabend fanden eine nicht-öffentliche Andacht für die Angehörigen sowie eine "Nacht der 1.000 Lichter" am Unglücksort statt.

In Duisburg haben am Donnerstagabend die Veranstaltungen zum Gedenken an die Loveparade-Katastrophe in Duisburg vor zehn Jahren begonnen. In einer nicht-öffentlichen Andacht in der Salvatorkirche hielt der Pfarrer Martin Winterberg von der evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg eine Predigt. Anschließend war für den späteren Abend die "Nacht der 1.000 Lichter" am Unglücksort im Karl-Lehr-Tunnel geplant. Wegen der Corona-Auflagen muss auch das Gedenken zum zehnten Jahrestag am Freitag in einem kleineren Rahmen stattfinden.

Gedenken an der Unglücksstelle

Pfarrer Winterberg verwies in seiner Predigt laut Redemanuskript darauf, dass die Verstorbenen "unverrückbar ein Teil unseres Lebens" seien und bleiben würden. Zudem habe sich die Tragödie "persönlich eingegraben" auch in die Geschichte der Stadt Duisburg. Die Toten hätten ein Vermächtnis hinterlassen, das es zu bewahren gelte.

Für Freitag ist um 16.45 Uhr ein stilles Gedenken an der Unglücksstelle geplant, das auf den Kreis der Opferfamilien beschränkt bleibt. Bei der öffentlichen Gedenkveranstaltung, die um 17.45 Uhr am Mahnmal vor dem Tunnel stattfindet, sind maximal 100 Menschen zugelassen. Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und das Kuratoriumsmitglied der Stiftung Duisburg 24.7.2010, Jürgen Thiesbonenkamp, werden Reden halten. Als Vertreter der Landesregierung wird der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) erwartet. Die Veranstaltung wird über den lokalen Fernsehsender "Studio 47" per Livestream übertragen.

Ministerpräsident Laschet erinnert an die Opfer des Unglücks

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erinnerte am Donnerstag an die Toten, Verletzten und Angehörigen, die die tragischen Ereignisse von Duisburg gefordert hatten: "Wir sind am Jahrestag des Loveparade-Unglücks in unseren Gedanken und in unseren Gebeten bei den Opfern und fühlen mit den Angehörigen, die geliebte Menschen verloren haben." Die Ereignisse von Duisburg hätten "das ganze Land erschüttert und in Trauer versetzt. Ein Tag, an dem junge Menschen fröhlich gemeinsam feiern wollten, endete in einer furchtbaren Katastrophe, in einem Albtraum, aus dem viele Menschen nicht befreit werden konnten - manche bis heute nicht", erklärte Laschet.

Beim Loveparade-Unglück waren am 24. Juli 2010 insgesamt 21 Menschen in einem Massengedränge ums Leben gekommen, mehr als 650 wurden zum Teil schwer verletzt. Das Landgericht Duisburg stellte den Strafprozess Anfang Mai dieses Jahres nach einem Mammutverfahren mit 184 Sitzungstagen ohne Urteil ein, weil nach Ansicht der Richter keinem der Angeklagten eine individuelle Schuld an den Ereignissen nachgewiesen werden konnte.

Opferanwälte kritisieren die juristische Aufarbeitung der Vorfälle

Derweil kritisierten Opferanwälte die juristische Aufarbeitung der Vorfälle. Es sei "ein Fehler der Justiz" gewesen, sich nicht noch stärker auf das Verwaltungsversagen der Stadt Duisburg konzentriert zu haben, teilte die Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Baum Reiter & Collegen mit. Damit hätten die "eigentlich Verantwortlichen", die für die Genehmigung der Techno-Veranstaltung zuständig waren und im Vorfeld "alle Widerstände und Bedenken niedergebügelt" hätten, nicht vor Gericht gestanden. Die Rechtsanwälte hatten in dem Strafverfahren am Landgericht Duisburg nach eigenen Angaben mehr als 80 Opfer und Hinterbliebene vertreten.

Die Linke in Nordrhein-Westfalen erneuerte ihre Forderung nach einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der die politische Verantwortlichkeit für die Loveparade-Katastrophe klären sollte. Die Betroffenen hätten ein "Recht auf lückenlose Aufklärung", teilte die Partei mit. Es sei "völlig inakzeptabel", dass ihnen diese Aufklärung bislang verweigert worden sei.

(epd)

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