Kolosseum in Rom
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Engelsbrücke mit Engelsburg in der Abenddämmerung
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Leere Restaurants in Rom
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Menschenleere Einkaufsstraße in Rom
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Menschenleere Piazza del Pantheon
Menschenleere Piazza del Pantheon

16.07.2020

Kaum Neuinfektionen in Italien - Touristen bleiben trotzdem fern Getrübte Sommerfreude auf dem Stiefel

Nach einem langen Corona-Lockdown mit Milliardenverlusten für die Wirtschaft hofft Italien auf Einnahmen im Tourismus-Sommer. Doch die Zwischenbilanz fällt katastrophal aus. Auch deutsche Urlauber werden vermisst.

Alles Bitten und Flehen hat offenbar nichts genutzt. Trotz einer medienwirksamen Charmeoffensive der italienischen Regierung wollen kaum noch Menschen ihren Sommerurlaub in Bella Italia verbringen. Laut übereinstimmenden Daten mehrerer Verbände droht dem von der Corona-Krise ohnehin schon gebeutelten Land ein gewaltiges Fiasko. Allein im Juni verzeichnete die Branche zehn Millionen Touristen weniger als gewöhnlich. Die Aussichten für die nächsten Wochen sind ebenfalls düster.

Enormer wirtschaftlicher Schaden

Dabei wären die Einnahmen dringend notwendig, um die sozial-ökonomischen Folgen der Lockdown-Politik abzumildern und die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Denn Italien hat im Kampf gegen Corona ganze Arbeit geleistet. Ein 60-Millionen-Volk wurde unter dem Motto "Io resto a casa" (Ich bleibe zu Hause) monatelang in die Häuser verbannt. Die Ergebnisse sind zwiespältig. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen lag zuletzt konstant unter 200 - deutlich weniger als im bevölkerungsreicheren Deutschland. Der wirtschaftliche Schaden ist allerdings enorm. Viele Jobs stehen auf dem Spiel, besonders im so wichtigen Tourismus-Sektor der Mittelmeer-Nation.

Kein Wunder also, dass die Regierung alles daran setzt, das Krisen-Image loszuwerden, um Gäste auf den Stiefel zu locken. "Die Schönheit Italiens war nie in Quarantäne", betonte jüngst Ministerpräsident Giuseppe Conte. Außenminister Luigi Di Maio empörte sich über Bedenkenträger in den Nachbarländern: "Wenn uns jemand wie ein Lazarett behandeln will", schrieb er auf Facebook, würden die Italiener sich das nicht gefallen lassen.

Seit 3. Juni sind die Grenzen wieder geöffnet. Wer aus einem EU-Staat kommt, muss keine Quarantäne mehr absolvieren. Restaurants, Kinos, Theater, Museen und Opernhäuser sind geöffnet. Strandurlaub, etwa am Gardasee, ist ohne Schutzmaske möglich. Dennoch mag sich kaum jemand auf den Weg machen.

Riesiges Minus für Tourismus-Branche

Es sei nicht so, dass man über eine geringe Zahl von Urlaubern klage, sagt Marina Lalli, Vorsitzende des Verbandes Federturismo. "Wir sehen einfach gar keine." Und der Verband Coldiretti rechnet vor, dass ein Sommer ohne ausländische Gäste ein Minus von zwölf Milliarden Euro bedeuten würde. Das, so die Prognose, hätte "dramatische Folgen" für die 2,7 Millionen Beschäftigten, die vom Reisegeschäft abhängig seien. Dass mehr Italiener als sonst ihre Urlaubstage in der Heimat verbringen wollten, mache die Verluste keineswegs wett.

Die Anzeichen sprechen dafür, dass sich die Befürchtungen bewahrheiten: Die Flugbuchungen nach Italien für den Zeitraum Mitte Juni bis Ende Juli sind im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Da half es wenig, dass Außenminister Di Maio in deutschen Medien eindringlich für Ferien in Italien warb. Die sieben Millionen Touristen aus Deutschland, die während eines normalen Sommers anreisen, sie bleiben weitgehend fern.

Zu tief haben sich die Bilder von Sarg-Konvois aus Bergamo ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Die rund 35.000 Corona-Toten lasten schwer auf der italienischen Halbinsel. Trotz Tausender Küstenkilometer und Dutzender Welterbestätten wirkt sie derzeit nicht besonders attraktiv. Das frustriert Marina Lalli. Obwohl die Infektionszahlen auf ein "lächerliches" Niveau gesunken seien, werde ihr Land weiter gemieden, beschwert sich die Funktionärin.

Geistlicher Beistand

Sogar geistlicher Beistand vermochte nichts an der Misere zu ändern. Mehrere katholische Bischöfe hatten der Branche kürzlich ihre "Nähe und Unterstützung" zugesichert. Die Kirche wolle mithelfen, eine "Wiedergeburt" des Tourismus zu ermöglich. Denn Verantwortungsvolles Reisen könne in der von Misstrauen und Angst geprägten Corona-Zeit eine heilsame Wirkung haben. Egal, ob es sich um Tagesausflüge oder Besuche in Diözesanmuseen handele - "Wir sind an Ihrer Seite", so die Bischöfe.

Das Resultat der Solidaritätsaktion fällt mager aus, die finanziellen Auswirkungen bekommt auch der Vatikan zu spüren. Dessen Haupteinnahmequelle, die weltberühmten Vatikanischen Museen, verzeichneten im Juni nur 60.000 Besucher - die meisten davon Römer. Das ist lediglich ein Bruchteil dessen, was vor der Pandemie üblich war. Statt den 12,5 Millionen Euro Einnahmen pro Monat wurde nicht einmal eine Million verbucht. Die Tourismus-Krise - sie macht selbst vor dem Papst nicht halt.

Alexander Pitz
(KNA)

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