Zeltlager unter Bäumen
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Archiv: Zeltlager der Pfadfinder
Archiv: Zeltlager der Pfadfinder – Zwei Jungen bauen ein Zelt
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06.06.2020

Eine geistliche Betrachtung über das Zelten Geborgen in Gottes Hand

Für viele Menschen mag das Zelten in diesem Jahr besonders attraktiv sein, denn Corona hat viele Urlaubspläne durchkreuzt. Wohl dem, der in diesen Zeiten ein Zelt hat. Damit lässt sich auch spontan Urlaub machen.

Schon das Pfingswochenende hat es gezeigt: Zelten ist in Corona-Zeiten besonders beliebt. Kein Wunder: Denn wer ein Zelt hat, ist flexibel, ihm stehen quasi alle Möglichkeiten offen. Mit einem Zelt hat man sein Zuhause immer dabei. Ist es an einem Ort zu voll, kann man einfach weiterziehen und seine Unterkunft woanders aufbauen.

Dabei braucht man gar nicht viel Platz und hat deswegen oft die Möglichkeit, an ganz besonders schönen Orten zu übernachten: Direkt am See- oder Flussufer, auf einer wunderschönen Wiese oder mit grandiosem Ausblick über ein Tal. So kann man die Schöpfung rundum genießen, am Abend in die Sterne schauen und am Morgen direkt nach dem Aufwachen die glitzernden Tauperlen entdecken und unter den nackten Fußsohlen spüren.

Geborgenheit des eigenen Zelts

Im Inneren des Zeltes ist hingegen nichts fremd und überraschend, denn alles, was da ist, hat man ja selber mitgebracht. Man schläft auf seiner eigenen Matte in seinem eigenen Schlafsack und kann sich alles so einrichten, dass es für einen selber perfekt passt. Auf diese Weise kann man sich so geborgen fühlen wie in Abrahams Schoß.

In einem guten Zelt können einem Wind und Wetter nichts anhaben, und man ist auch beim stärksten Regen trocken und geschützt. So gibt einem ein Zelt einen Raum, in dem man sich mitten in der Öffentlichkeit eines Campingplatzes ganz privat zurückziehen kann. Da ein Zelt keine Fenster hat, kann niemand von außen hinein schauen und man ist ganz für sich.

Gleichzeitig ist man doch über die dünne Zelthaut mit der Außenwelt verbunden, denn man nimmt sofort wahr, wenn es stürmt, regnet oder sich andere Camper draußen unterhalten. Das mag dann manchmal herausfordernd sein, eben weil man nicht direkt nachschauen kann, was da vor sich geht und ob es gerade so stark regnet, wie die Regentropfen sich anhören.

Normale Geräusche der Natur - Teil der Schöpfung

So ist das Zelt ein guter Ort, um sich im Vertrauen zu üben und Geräusche vorbeiziehen zu lassen. Wer nachts in seinem Schlafsack liegt und wegen all der Laute um einen herum nicht so richtig zur Ruhe findet, kann sich einüben in den Gedanken, dass er geborgen ist in Gottes Hand. Das Rascheln und Grunzen, das Rufen und Wehen sind völlig normale Geräusche der Natur, die ein Teil der Schöpfung ist wie wir Menschen. Was sich anhört wie ein riesiges Monster ist am Ende nur ein süßer Igel, und die raschelnden Blätter sind keine Vorboten eines Sturmes; sie schaukeln einfach in der kühlen Nachtluft.

Diese Erfahrungen können helfen, sich selber neu in die Schöpfung einzuordnen. Wer erkennen kann, dass er Teil des Ganzen ist und letztlich genauso gut wie die gesamte Schöpfung, der kann sich im nächsten Schritt vielleicht von den Geräuschen in den Schlaf wiegen lassen. Das Rauschen des Windes kann einen dann mitnehmen auf die Reise durch die eigenen Träume, sodass man am Morgen ausgeruht aufwachen kann mit der Erfahrung: Es ist alles gut, die Welt steht noch und auch man selber war die ganze Nacht über sicher und geborgen.

Zu Gott finden

Wer diese Erfahrung einmal gemacht hat, kann sie theoretisch auch mit in den Alltag nehmen. Wenn gerade keine Gelegenheit ist, im Zelt zu liegen und sich ganz hinein zu geben in die Natur und in das Vertrauen in Gott, kann man trotzdem eine ähnliche Atmosphäre schaffen. Wer die Augen schließt, kann so in sich selber ruhen wie in einem Zelt. Man sieht nichts, nimmt aber dennoch alles um einen herum war. Und anstatt sich davon beunruhigen zu lassen, kann man sich von Geräuschen, Gerüchen und Wahrnehmungen auf der Haut einfach davon tragen lassen.

Ähnlich wie die erste Nacht im Zelt vielleicht noch aufregend und unruhig sein mag, so mag es auch nicht direkt gelingen, mit geschlossenen Augen zu Gott zu finden. Aber so, wie es im Zelt mit jeder Nacht besser wird, kann es auch mit jedem Versuch der Übung besser werden. Und am Ende kann man sich nichts Schöneres vorstellen als einen Urlaub im Zelt und eine Zeit mit geschlossenen Augen in alltäglicher Umgebung, um Gott nahe zu kommen.

Kerstin-Marie Berretz OP
(KNA)

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