Logo des Bischöflichen Hilfswerks Misereor in einem Schaufenster
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Entwicklungsminister Gerd Müller
Entwicklungsminister Gerd Müller
Martin Bröckelmann-Simon
Martin Bröckelmann-Simon

30.04.2020

Misereor kritisiert Pläne zur Neuordnung der Entwicklungspolitik Bedürftige Staaten im Blick behalten

​Das Hilfswerk Misereor kritisiert die Pläne von Minister Gerd Müller zur Reform der Entwicklungszusammenarbeit. In der neuen Liste der Länder, mit denen Deutschland kooperieren will, sei der Anteil der am wenigsten entwickelten Länder geschrumpft.

Dies erklärte Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon am Mittwoch in Aachen. Misereor fühle sich vor allem dem Grundsatz der Armutsbekämpfung verpflichtet. Die neue Liste lasse befürchten, dass gerade diejenigen Zielgruppen zurückgelassen würden, die bereits jetzt die geringsten Chancen hätten, sich aus eigener Kraft aus Armut und Marginalisierung zu befreien

"Die Länderliste fokussiert sich zudem stark auf Afrika und wird damit dem Umstand nicht gerecht, dass auch in Asien und Lateinamerika, gerade in einigen Wachstumsstaaten, noch eine enorme Anzahl von Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben, die vom wachsenden Wohlstand der Mittelschichten abgeschnitten bleiben", fügte Bröckelmann-Simon hinzu. Gerade die Problem-Staaten mit zerbrechender Staatlichkeit müssten auf der Agenda bleiben, nicht nur die Reform-Champions.

Bedeutung der staatlichen Zusammenarbeit

Die Konzentration bei der staatlichen Zusammenarbeit hat nach Angaben des Geschäftsführers auch deutliche Auswirkungen auf die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen. In Staaten, die aus der deutschen Entwicklungshilfe herausfallen, werde es keine Entwicklungsreferenten mehr an den Botschaften geben. Damit fehlten dort Ansprechpersonen; zugleich falle auch ein Schutz für Partnerorganisationen weg, die sich oft unter gefährlichen Bedingungen in ihren Ländern engagierten.

"Bei der zukünftigen Konzentration auf weniger Partnerländer dürfen besonders jene Staaten und Regionen nicht aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit geraten, die spezifische Unterstützung in den Bereichen Friedenssicherung, zivile Konfliktbearbeitung, Demokratisierung und Schutz der Menschenrechte benötigen", sagte Bröckelmann-Simon.

(KNA)

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