Temporäre Siedlung in Äthiopien
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Straßenszene in Ouagadougou (Burkina Faso)
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Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab
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Abgeschottet: Nordkorea
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In Eritreas Hauptstadt Asmara
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Burundi gilt seit Jahren als eines der ärmsten Länder der Welt
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Sambische Familie unter einem Baum
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Flüchtlinge in der Zentralafrikanischen Republik
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Straßenszene in Madagaskar
Straßenszene in Madagaskar

28.01.2020

Care berichtet über zehn vernachlässigte humanitäre Krisen "Stilles Leid" von Millionen Menschen

Syrien, Libyen, Jemen: Manche Konflikte und Notlagen werden viel beachtet. Andere hingegen kommen in den Medien kaum vor. Diese "vergessenen Krisen" ballen sich nach wie vor auf einem Kontinent.

Rund 160 Millionen Menschen weltweit brauchten im vergangenen Jahr nach Angaben der Hilfsorganisation Care humanitäre Hilfe zum Überleben. Über die Lage in Ländern wie Syrien oder Jemen war vergleichsweise viel in den Medien zu erfahren. Doch rund 51 Millionen Menschen litten abseits der öffentlichen Wahrnehmung, wie es in einem am Dienstag in Berlin vorgestellten Bericht der Organisation heißt.

Dafür wurden rund 2,4 Millionen Online-Artikel in arabischer, deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Heraus kam eine Liste von zehn Krisen, über die am wenigsten berichtet wurde - vom Tschadsee mit 9.418 Artikeln bis zu Madagaskar mit nur 612. Fast alle sind in Afrika verortet. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) fasst die Erkenntnisse des Berichts zusammen:

Platz 10: Tschadsee - Zehn Jahre Gewalt, Armut, Hunger und Vertreibung sowie der sinkende Wasserspiegel des Sees hätten dazu geführt, dass in der Region heute fast zehn Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, heißt es. In Kamerun, Tschad und Nigeria fehle fast 3,4 Millionen Menschen der regelmäßige Zugang zu Nahrung. Verunreinigtes Wasser, mangelnde Hygiene und niedrige Impfraten führten zu einer Ausbreitung von Krankheiten und Epidemien. Die Sterblichkeitsrate gehöre mit 133 pro 1.000 Menschen zu einer der höchsten weltweit.

Platz 9: Äthiopien - Einen "Teufelskreis aus Hunger und Vertreibung" macht der Bericht in dem ostafrikanischen Land aus. Naturkatastrophen und Wetterextreme führten zu immensen humanitären Bedürfnissen. Etwa 7,9 Millionen Menschen litten unter schwerer Unterernährung. Kaum ein Land sei so sehr durch Dürre gefährdet. Hinzu komme ein großer Bedarf an humanitärer Hilfe für Binnenvertriebene, Flüchtlinge, Rückkehrer und Aufnahmegemeinden.

Platz 8: Burkina Faso - Eine instabile Sicherheitslage, Armut, Klimawandel und ein nur eingeschränkt produktiver Landwirtschaftssektor sorgten für große Ernährungsprobleme in dem westafrikanischen Staat. Im vergangenen Jahr benötigten dort etwa 1,5 Millionen Menschen humanitäre Hilfe in Form von Schutz, Nahrung und Unterstützung beim Lebensunterhalt. Schätzungen gehen davon aus, dass diese Zahl in diesem Jahr auf 2,2 Millionen steigen könnte.

Platz 7: Kenia - Die trockenste Regenzeit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen führte im vergangenen Jahr zusammen mit Dürreperioden zu schlechten Ernteerträgen. Laut Bericht wurden auch unzählige Viehbestände in dem ostafrikanischen Land dezimiert. Starkregen im Herbst machte weitere Menschen zu Vertriebenen, Nutztiere ertranken in den Fluten. Rund 1,1 Millionen Menschen haben nur unregelmäßig Zugang zu Nahrung. Mehr als 500.000 Kleinkinder müssen wegen Mangelernährung behandelt werden.

Platz 6: Nordkorea - Der asiatische Staat taucht vergleichsweise häufig in den Medien auf - weniger jedoch wegen der humanitären Krise, sondern wegen seines Atomprogramms. International ist das Land isoliert, im Bericht ist vom "Hunger hinter verschlossenen Türen" die Rede. Knapp elf Millionen Menschen brauchen Schätzungen zufolge Hilfe. Im vergangenen Jahr wurde das Land wegen Hitzewellen, Dürren, Fluten und mangelnder technischer Ausrüstung von einer massiven Nahrungskrise getroffen.

Platz 5: Eritrea - Dürre, Gewalt und Vertreibung prägen den Alltag der Menschen in dem Land im Nordosten Afrikas. Care beklagt, dass der Staat stark isoliert sei, so dass nur wenige Helfer und Journalisten einreisen dürften. Chronische Mangelernährung führe bei der Hälfte der Kinder unter fünf Jahren zu Wachstumsdefiziten. Die eigene Ernte kann in guten Jahren geschätzt bis zu 70 Prozent der Bevölkerung ernähren, in schlechten nur 20 bis 30 Prozent.

Platz 4: Burundi - Politische Unsicherheit, hohe Armut und die Verletzung von Menschenrechten machen die humanitäre Lage in dem ostafrikanischen Land schwierig. Naturkatastrophen, Fluchtbewegungen und Krankheiten kommen noch hinzu. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Ein Lichtblick: Die Ernährungssituation hat sich laut Bericht im Jahr 2019 etwas gebessert. Nach wie vor gehört das Land aber zu den ärmsten der Welt.

Platz 3: Sambia - Der Klimawandel führe immer wieder zu Dürren, heißt es. Extreme Wetterereignisse, Schädlinge und Seuchen gehören zum Alltag in dem südafrikanischen Land. Die Maisernte fiel in einigen Regionen im vergangenen Jahr vollständig aus, die Preise für das wichtigste Grundnahrungsmittel steigen stetig. Auch Wasser ist knapp. Etwa 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind dem Bericht zufolge mangelernährt.

Platz 2: Zentralafrikanische Republik - Trotz eines Friedensabkommens von Anfang 2019 bleibe die Lage im Land angespannt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung - rund 2,6 Millionen Menschen - brauchten humanitäre Hilfe. Hunderttausende wurden vertrieben oder flohen in Nachbarländer. Rund 40 Prozent oder 1,8 Millionen Menschen sind den Angaben zufolge von einer schweren Ernährungsunsicherheit betroffen.

Platz 1: Madagaskar - Der Inselstaat im Osten Afrikas zählt zu den ärmsten Ländern: Drei Viertel der Bevölkerung leben laut Bericht von weniger als 1,70 Euro pro Tag, jedes zweite Kind unter fünf Jahren ist unterentwickelt. Regelmäßige Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Dürren und Schädlingsplagen führen oft zu Missernten. Ende 2019 litten mehr als 2,6 Millionen Menschen an den Folgen von Dürre, rund 900.000 waren unmittelbar auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Masern und Pest verursachen ebenfalls Probleme.

Alexander Riedel
(KNA)

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