Klimawandel befeuert Schuldenkrise
Klimawandel befeuert Schuldenkrise
Zyklon in Mosambik
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27.01.2020

Erlassjahr und Misereor stellen Schuldenreport 2020 vor Klimawandel befeuert Schuldenkrise

Die Kampagne Erlassjahr und das Entwicklungswerk Misereor haben auf die dramatisch angestiegene Verschuldung der Länder im globalen Süden aufmerksam gemacht. Denn sie leiden doppelt: Unter den Schulden und dem Klimawandel.

DOMRADIO.DE: Sie haben auf die Situation von Schwellen- und Entwicklungsländern geguckt. Wie groß ist das Problem Verschuldung für diese Staaten denn tatsächlich?

Anika Schröder (Klimaexpertin bei Misereor): Ein Großteil der Staaten ist derzeit kritisch bis sehr kritisch verschuldet. Das heißt, sie werden über kurz oder lang nicht in der Lage sein, ihre Schulden zu tilgen. Sie geraten in eine Zahlungsunfähigkeit, das heißt, dass Sie kaum freie Mittel haben in ihren nationalen Budgets, um zum Beispiel in Armutsbekämpfung oder in die Weiterentwicklung des Landes zu investieren. Das Problem ist, dass das meist auf Kosten der Ärmsten der Armen geht.

DOMRADIO.DE: Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten Jahren?

Schröder: Die Verschuldung nimmt zu, davor warnt Misereor seit Jahren. Aber nicht nur wir, auch die Weltbank, wir werden leider bisher nicht gehört. Ein wirklich koordiniertes Entschuldungsverfahren ist nicht in Sicht. Und das ist besonders dramatisch, denn wenn wir uns anschauen, welche Länder hoch verschuldet oder kritisch verschuldet sind, dann sind das häufig Länder, die auch vom zunehmenden Klimawandel betroffen sind.

DOMRADIO.DE: Gibt es da ein besonders gravierendes Beispiel mit Blick auf den Klimawandel? Wer ist da besonders betroffen?

Schröder: Länder wie Sri Lanka, Pakistan, Kenia, Mosambik sind hoch verschuldet und gleichzeitig massiv von den Klimaauswirkungen betroffen. Sie stehen in den Rankings von internationalen Risikovergleichen immer ganz weit oben.

DOMRADIO.DE: Der Wiederaufbau nach Umweltkatastrophen geht oft auch nur auf Pump. Was fordern Sie, damit eine Verbesserung eintritt?

Schröder: Als Idai und Kenneth, die zwei großen zerstörerischen Wirbelstürme, auf Mosambik trafen, sah das Land sich gezwungen, internationale Kredite aufzunehmen, um überhaupt die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen. Das darf nicht wieder passieren.

Deshalb fordern wir, dass im Falle von zunehmenden Naturkatastrophen im Katastrophenfall erst ein Schuldenmoratorium ausgerufen wird. Das heißt, in dem Falle müssen die Regierungen ihre Schulden nicht weiter tilgen, die werden ausgesetzt. Nach ungefähr sechs Monaten wird dann geprüft, welche Schulden vorhanden sind und wie sie entweder abbezahlt oder erlassen werden. Das würde verfügbares Kapital für die Länder bedeuten, um sofort Katastrophenhilfe zu stemmen und in den Wiederaufbau zu investieren, der unfassbar wichtig ist, damit der nächste Wirbelsturm weniger Schaden anrichten kann.

DOMRADIO.DE: Wie schnell könnte sich das ändern?

Schröder: So ein Schuldenmoratorium im Katastrophenfall ist eine Idee, die Misereor und Erlassjahr gemeinsam mit vielen anderen Netzwerken international in die Debatte einbringen. Das ist ein kleiner Baustein, der dazu beitragen kann, die Regierungen und Menschen besser in der Klimakrise zu unterstützen. Das wird sicher einige Jahre dauern.

Wenn wir den Prozess ansehen, dann hat die Geber-Koordination bisher nicht funktioniert. China ist bisher nicht beim Pariser Club dabei, der solche Koordination übernimmt. Aber das soll uns nicht davor abschrecken, wirksame, wichtige Initiativen auch in die Debatte einzubringen.

Das Interview führte Julia Reck.

(DR)

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