Zuspruch am Krankenbett
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Positionspapier gegen Euthanasie und Suizid-Beihilfe
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Vertreter der Juden, Christen und Muslime unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung gegen Euthanasie
Vertreter der Juden, Christen und Muslime unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung gegen Euthanasie
Vertreter unterschreiben Positionspapier gegen Euthanasie
Vertreter unterschreiben Positionspapier gegen Euthanasie

29.10.2019

Vatikan: Erklärung von drei Religionen gegen Euthanasie einmalig Übereinstimmende Werte

Der Vatikan hat eine Erklärung gegen Euthanasie von Vertretern drei verschiedener Religionen als historisch bezeichnet. Es sei das erste Mal, dass Muslime, Juden und Christen gemeinsam ein solches Dokument unterzeichneten.

Dies sagte Erzbischof Vincenzo Paglia, Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben, am Montag in Rom. Bedeutend sei das am Vormittag im Vatikan unterzeichnete Dokument besonders angesichts von "äußeren Störungen", etwa aus der Politik, welche eine gemeinsame Sichtweise der verschiedenen Religionen zum Umgang mit sterbenskranken Menschen verhindern wollten, so Paglia bei einer Pressekonferenz am Nachmittag.

"Historisch ist nicht der Inhalt, der war für uns klar. Dass wir es gemeinsam gesagt haben und wir gemeinsam weiter daran arbeiten wollen, auch mit anderen Religionen, das ist meiner Meinung nach das Neue an der Erklärung", so Paglia. Er betonte zudem, dass Scheich Abdullah Bin Bayah aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, einer der maßgeblichen islamischen Unterzeichner, extra in den Vatikan gereist war. Der Scheich gilt als einer der am meisten respektierten Gelehrten des sunnitischen Islam.

Gemeinsame Erklärung

Am Vormittag hatten neben ihm Vertreter des Vatikan, des Großrabbinats von Israel und einer muslimischen Organisation aus Indonesien eine gemeinsame Erklärung zum Umgang mit sterbenskranken Patienten unterzeichnet. Diese spricht sich gegen Euthanasie und assistierten Suizid aus. Das achtseitige Positionspapier wirbt dafür, Palliativmedizin zu stärken, sowie für die Gewissensfreiheit von Ärzten und Pflegern.

"Euthanasie und assistierter Suizid sind von Natur aus und in der Konsequenz aus moralischer wie religiöser Sicht falsch und sollten ausnahmslos verboten werden. Jeglicher Druck auf Todkranke, ihr Leben durch aktives und vorsätzliches Handeln zu beenden, wird kategorisch abgelehnt", heißt es etwa in dem Dokument.

Islamische Werte und Lehren stimmten überein, dass Euthanasie vermieden werden müsse und gemäß der Scharia Lebensschutz bis zum Ende das Ziel sei, sagte Kyai Marsudi Syuhud als Sprecher der indonesischen Nahdlatul Ulama, die 50 Millionen Muslime im Land vertreten.

Gute Palliativmedizin gefordert

Initiator der Erklärung war der Co-Präsident des Nationalen israelischen Bioethikrats, Rabbiner Avraham Steinberg. Er sagte, es gebe in vielen westlichen Ländern einen "Trend zur Legalisierung von Euthanasie", die diese als "guten Tod" bezeichnete. "Aber es ist Tötung." Andere Länder gingen nicht so weit, erlaubten jedoch assistierten Suizid. "Wir wollen nicht, dass Menschen getötet werden, um vermeintlich ihr Leid zu lindern, sondern ihr Leid im Leben lindern", so Steinberg. Er forderte gute Palliativmedizin.

Von jüdischer Seite wurde die gemeinsame Verlautbarung von einem Vertreter des Oberrabbinats Israels und von muslimischer Seite von einem Vertreter der Ulema Indonesiens ratifiziert. Auch weitere Vertreter der drei Religionen unterzeichneten das Dokument. Für die katholische Kirche waren die Kurienkardinäle Kurt Koch (Ökumene), Miguel Ayuso (interreligiöser Dialog) und Peter Turkson (Entwicklung und Gesundheit) sowie Erzbischof Paglia anwesend. Auch ein Vertreter des russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion nahm an der Zeremonie teil.

Die interreligiöse Erklärung entstand laut Paglia in anderthalbjähriger Arbeit einer interreligiösen Gruppe unter Leitung der Päpstlichen Akademie für das Leben.

(KNA)

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