Zur Typisierung reicht schon ein Wattestäbchen
Zur Typisierung reicht schon ein Wattestäbchen
Pfarrer Franz Meurer
Pfarrer Franz Meurer

19.08.2019

Warum sich Pfarrer Meurer für leukämiekrankes Baby einsetzt "Wer in den Himmel will, muss irgendwas für Kranke tun"

Lena soll leben! Das elf Monate alte Mädchen aus Köln-Vingst hat Blutkrebs. Mit einer großen Typisierungsaktion soll nun ein Stammzellenspender für Lena gefunden werden. Der Kölner Sozialpfarrer Franz Meurer hofft auf breite Unterstützung.

DOMRADIO.DE: Was ist das für eine Geschichte in Ihrer Gemeinde mit der kleinen Lena? Es ist hochdramatisch, oder nicht?

Pfarrer Franz Meurer (Pfarrer in den Kölner Stadtteilen Höhenberg und Vingst): Dramatisch, aber eigentlich ganz einfach. Das Kind ist krank. Wir wissen alle aus der Bibel "ich war krank und ihr habt mich besucht". Also, wer in den Himmel will, muss irgendwas für Kranke tun. Auch Mutter Teresa sagte knallhart: "Der Christus, den ich in der Eucharistie empfange, ist der Gleiche, den ich im Krankenbett pflege".

Also ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns hier einsetzen. Das haben wir übrigens schon ein paarmal gemacht. Und wir versuchen natürlich auch, viele Menschen von außerhalb zu gewinnen. Wenn nur die Höhenberg-Vingster mitmachen, dann reicht das nicht. Unser Ziel ist schon, dass sich tausend Leute typisieren lassen. Damit wird nicht nur Lena geholfen, ihr natürlich auf jeden Fall mit ihren elf Monaten, aber eben auch anderen. Das heißt, je mehr Menschen mitmachen, desto höher ist unsere Chance, einen Spender zu finden.

DOMRADIO.DE: Sagen Sie mal ein Wort zu dieser Typisierung: Findet das bei Ihnen im Gemeindesaal statt?

Meurer: Das ist nicht nur im Gemeindesaal, weil sich inzwischen so viele angekündigt haben, ist es jetzt auch in der Kirche. Da haben wir ja das Kirchencafé. Kirchen sind dafür da, Armen zu helfen - das wird bei jeder Kirchweihe gesagt. Da wird natürlich auch bewirtet am 31. August, einem Samstag, von 12 bis 16 Uhr. Da sind natürlich Ärzte da. Früher, als ich vor 35 Jahren typisiert wurde, war es so, dass bei der Typisierung Blut abgenommen wurde. Heutzutage geht das alles mit einem Wattestäbchen. Das wird in Mund eingeführt, an der Schleimhaut vorbei, fertig.

Wer sich typisieren lässt, für den gibt es danach Kaffee, Kuchen, Brötchen, die Pfadfinder werden natürlich Würstchen braten. Aber es kann sein, dass drei Jahre später jemand anruft und sagt: Halten sie sich bereit, vielleicht werden sie gebraucht. Und dann kann es sein, dass dann ein bisschen vom Rückenmark entnommen wird, sodass ein Mensch weiterleben kann.

DOMRADIO.DE: Man ist dann also in der Datenbank drin?

Meurer: Genau. Ich selber bin da uninteressant mit einem Alter von 67 Jahren. Von 17 bis 55 Jahren ist es interessant. Nebenbei: Wir Senioren sind als Organspender immer noch interessant. Zum Beispiel meine Netzhaut, ich bin natürlich Organspender, die kann vielleicht auch mal jemandem helfen, wenn ich gestorben bin.

DOMRADIO.DE: Es finden ja oft solche Aktionen statt, wo dann wirklich viele hundert oder auch tausend Leute kommen. Ist es denn schon mal passiert, dass man durch eine solche Typisierung dann wirklich auch einen treffenden Spender gefunden hat?

Meurer: Ja, natürlich. Ich gehe jeden Montag mit alten Leuten schwimmen, Aqua Jogging machen wir dann. Und ein Mann aus unserer Gruppe, der ist schon mal nicht nur typisiert worden, sondern der konnte auch schon mal helfen. Außerdem helfen Spenden: Gerade heute Morgen sind tatsächlich zwei mal zehn Euro abgegeben worden von Leuten von außerhalb. Das ist nämlich die andere Sache. Wer sich nicht mehr typisieren lassen will, der kann eine Typisierung bezahlen. Die kostet nämlich 35 Euro. Und wenn ich weiß, ich kann zwar selber mit meinem Körper nicht mehr helfen, aber ich kann mit meinem Geld helfen, dann ist das ja auch was Wunderbares.

DOMRADIO.DE: Wann und wo genau findet die Aktion statt?

Meurer: Am 31. August, einem Samstag, von 12 bis 16 Uhr im Pfarrheim und in der Kirche Sankt Theodor, Köln-Vingst, Burgstraße 42. Wer mit dem Navi kommt, 51103 Köln.

Das Interview führte Andreas Lange.

(DR)

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