Debatte um Impfpflicht
Masernimpfpflicht könnte Kitas vor Probleme stellen
Qualität soll sich in Kitas verbessern
Impfpflicht betrifft auch Kindergärten

19.07.2019

Vor welche Probleme die Masernimpfpflicht Kitas stellen könnte "Wir brauchen klare Richtlinien und Vorgaben"

Das Kabinett hat die Masernimpfpflicht beschlossen. Wenn das Gesetz den Bundestag passiert, gelten ab März kommenden Jahres neue Richtlinien. Was heißt das für die Kindergärten? Kollidieren dann nicht unter Umständen zwei Gesetze?

DOMRADIO.DE: Da kommt mit den künftigen Regelungen zur Impfpflicht einiges auf Sie zu, oder?

Rita Leidig (Leiterin der katholischen Kita Sankt Anna in Friesenhagen): Oh ja. Da kommt eine ganz große Welle auf uns zu. Aber erfahrungsgemäß ist es so, dass die meisten Kinder beim Eintritt in die Kita schon geimpft sind.

DOMRADIO.DE: Wie machen Sie das bisher, wenn ein Kind neu angemeldet wird? Was brauchen Sie da von den Eltern?

Leidig: Bisher ist es Vorgabe vom Gesundheitsamt, dass wir uns nur das U-Heft (Kinderuntersuchungsheft, Anm. d. Red.) vorlegen lassen müssen. Dort muss angekreuzt sein, dass eine Impfberatung stattgefunden hat. Das heißt, zurzeit sind die Eltern noch nicht verpflichtet, ihr Kind gegen alles impfen zu lassen. Aber meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Eltern die Impfungen für ihr Kind fast alle so durchführen lassen, wie sie von den Kinderärzten empfohlen werden.

DOMRADIO.DE: Wenn bei einer Neuanmeldung die Impfberatung vorgenommen wurde, sprechen Sie dann mit den Erziehungsberechtigten des Kindes auch noch nähergehend über die Impfentscheidung?

Leidig: Auf jeden Fall. Die Impfberatung muss ja stattgefunden haben. Und wenn Eltern sich ganz bewusst gegen eine Impfung entschieden haben, dann haben sie auch Gründe dafür. Beispielsweise kann es sein, dass die Eltern selber negative Erfahrungen mit Impfungen gemacht haben. Dann wollen sie unter Umständen auch die Impfung für ihr Kind nicht.

Aber das wird dann in Zukunft noch große Diskussionen geben. Denn wenn der Gesetzesentwurf durchkommt (Noch muss der Bundestag zustimmen, Anm. d. Red.), dann besteht die Impfpflicht und dann geht daran auch kein Weg mehr vorbei.

DOMRADIO.DE: Was für Gedanken gehen Ihnen bei diesem Szenario heute so durch den Kopf?

Leidig: Wenn der Gesetzgeber es jetzt so vorsieht, dann müssen Eltern ihr Kind impfen lassen. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass sehr viele Komplikationen durch aufgetretene Masernerkrankungen eintreten können. Es ist so zu verstehen, dass es ein Schutz für die Kinder sein soll. Die Masern sollen sich nicht weiter ausbreiten. Man versucht sie auf diesem Weg wirklich auszurotten.

DOMRADIO.DE: Wie sähe es den in dem Fall aus, dass sich Eltern dennoch gegen die Impfpflicht stellen und darauf pochen, einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz zu haben?

Leidig: Dann stoßen da zwei Gesetze gegeneinander. Das ist zum einen der Anspruch auf einen Kita-Platz und zum anderen die dann gesetzliche Verpflichtung zur Impfung. Es wird mit dem Träger des Kindergartens oder der Kindertagesstätte abgesprochen werden müssen, dass wir von dort entsprechende Vorgaben bekommen. Ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird, dass Eltern die Wahl haben zwischen der Durchführung der Impfung oder dem Verzicht auf den Kita-Platz für ihr Kind.

DOMRADIO.DE: Was wünschen Sie sich denn von Ihrer Kirchengemeinde und vom Erzbistum Köln diesbezüglich?

Leidig: Klare Richtlinie und Vorgaben.

DOMRADIO.DE: Glauben Sie, dies wird für Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen eher ein größeres Problemfeld, das Energien bindet oder wird es eher nicht so aufwendig?

Leidig: Ich glaube nicht, dass ein vermehrter bürokratischer Aufwand auf uns zukommt. Die Eltern werden auch durch Medien und Kinderärzte diesbezüglich informiert. Von daher ist es einfach nur eine weitere Vorgabe, die wir dann mit den Eltern umsetzen und erfüllen müssen.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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