Alte und Kranke können derzeit kaum Beistand bekommen
Symbolbild Altenpflege

05.06.2019

Katholiken-Komitee fordert weitere Verbesserungen in der Pflege "Gerecht und sozialverträglich"

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sieht weiteren Optimierungsbedarf für eine gerechte Pflege. Die Arbeitsbedingungen und Löhne für Pflegekräfte müssen sich ändern. Andere Formen der Versorgung dürfen dabei nicht unbemerkt bleiben.

Die Ergebnisse der am Dienstag abgeschlossenen "Konzertierten Aktion Pflege" seien wichtige Schritte, erklärte die ZdK-Sprecherin des Sachbereichs "Wirtschaft und Soziales", Hildegard Müller, am Mittwoch in Bonn. "Verbesserte Arbeitsbedingungen und Löhne für Pflegekräfte sind essenziell, wenn es darum geht, auch zukünftig eine gute und gerechte Pflege in Deutschland zu gewährleisten." Dass all diese Reformen viel Geld kosten würden, liege auf der Hand. Dafür müssten nun gerechte und sozialverträgliche Lösungen gefunden werden.

Allgemeinverbindlicher Tarifvertrag

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) hatten die Ergebnisse der vor einem knappen Jahr gestarteten "Konzertierten Aktion Pflege" am Dienstag in Berlin vorgestellt. Konkret sollen danach künftig in der Pflegebranche entweder ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag oder höhere Mindestlöhne gelten. Zudem ist geplant, neue Personalschlüssel einzuführen sowie bis 2023 die Zahl der Auszubildenden und die der Ausbildungsstätten um jeweils zehn Prozent zu steigern. Auch soll die Digitalisierung der Pflege vorangetrieben werden. Ergänzend will die Bundesregierung sich für die einfachere Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland einsetzen.

Andere Formen der Pflege dürfen laut Müller dabei jedoch nicht unbeachtet bleiben. "Ein Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland wird noch immer durch Angehörige im eigenen Haushalt gepflegt und betreut. Ist dies nicht möglich, übernehmen immer häufiger Pflegekräfte aus Mittel- und Osteuropa diese Aufgaben", so die ZdK-Sprecherin. Es sei von großer Bedeutung, dass auch diese Formen von Pflege mehr Anerkennung erfahren. "Dies kann beispielsweise dadurch gelingen, dass Angehörigen eine gute Vereinbarkeit von Erwerbs- und Pflegearbeit ermöglicht wird und unterstützende Angebote für Angehörige und Pflegebedürftige, wie beispielsweise die Tages- oder Kurzzeitpflege, flächendeckend weiter ausgebaut werden", so Müller weiter.

(KNA)

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