Flüchtlinge in einem Schlauchboot im Mittelmeer (Archivbild)
Flüchtlinge in einem Schlauchboot im Mittelmeer (Archivbild)

31.01.2019

Sea-Eye dankt Kardinal Marx für Zuwendung "Spende ist klare Antwort"

Der deutsche Flüchtlingshilfeverein Sea-Eye hat sich für Zuwendungen aus dem Raum der Kirchen bedankt. Die Spende zeige "die klare Haltung und Antwort der katholischen Kirche" zu "einer der unmenschlichsten Fragen der Gegenwart", hieß es.  

Ausdrücklich dankte die in Regensburg beheimatete Organisation Sea-Eye am Donnerstag dem Münchner Kardinal Reinhard Marx, der auf ein Hilfegesuch kurzfristig eine Spende seines Erzbistums in Höhe von 50.000 Euro veranlasst habe. Nach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Mennonitischen Hilfswerk gehöre nun auch die katholische Kirche zu den Unterstützern von Sea-Eye. Damit seien die nächsten Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer finanziell abgesichert. 

Klare Antwort der katholischen Kirche 

"Die großzügige Spende der Erzdiözese München-Freising zeigt uns die klare Haltung und Antwort der katholischen Kirche zu einer der wichtigsten und gleichermaßen unmenschlichsten Fragen der Gegenwart: Soll man Menschen aus politischen Gründen ertrinken lassen, um andere von der Flucht abzuschrecken?", hieß es in der Mitteilung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Marx eine Spende in derselben Höhe aus Kirchensteuermitteln an eine andere private Seenotrettungsorganisation angewiesen. In einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung im Oktober 2018 würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz die Arbeit der Rettungsorganisationen. Er habe "Hochachtung" vor den Menschen, die damit die Schwächsten unterstützten, schreibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Zugleich betonte er, dass die Seenotrettung "natürlich keine politische Lösung für die Herausforderung der Migration" sei. Dazu brauche es andere Wege.

"Persönlicher Handlungsauftrag" 

Kardinal Marx äußerte sich, nachdem er der privaten Seenotrettungsmission des deutschen Schiffes "Lifeline" 50.000 Euro gespendet hatte. Das Geld stammt nach Angaben einer Sprecherin des Erzbistums München und Freising aus Mitteln, die Marx zur Verfügung stehen. In dem Gastbeitrag schreibt er, dass für ihn die Worte von Papst Franziskus, nach denen das Mittelmeer kein Friedhof werden dürfe, ein "persönlicher Handlungsauftrag" seien. Beim Einsatz gegen Fluchtursachen seien auch die internationale Gemeinschaft, die EU und die Bundesregierung gefragt.

"Doch so lange es Menschen gibt, die sich in ihrer Not und Verzweiflung auf den Weg über das Mittelmeer machen, ist unser Auftrag als Christen Barmherzigkeit", betont der Kardinal. "Ein christliches Bekenntnis, das der Katastrophe, die tagtäglich auf dem Mittelmeer geschieht, tatenlos zuschaut, ist nicht glaubwürdig." Auch Jesus Christus würde helfen und nicht "untätig" zusehen.

Erstes Schiff unter deutscher Flagge

Am 11. Februar soll die "Professor Albrecht Penck" von Mallorca aus in die nächste Mission vor Libyen aufbrechen. Sie ist nach Auskunft von Sea Eye das erste Schiff einer Hilfsorganisation unter deutscher Flagge. Mehr als 800 ehrenamtliche Rettungskräfte des Vereins hätten sich seit 2015 an der Rettung von 14.395 Menschen beteiligt.

(KNA)

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