Jeder kann zur Bewahrung der Schöpfung beitragen
Jeder kann zur Bewahrung der Schöpfung beitragen
Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl, Moraltheologin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Augsburg
Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl, Moraltheologin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Augsburg
Symbolbild: Theologiestudenten im Hörsaal
Symbolbild: Theologiestudenten im Hörsaal

10.01.2019

Uni Augsburg bietet Umweltethik als Studiengang an Schutz der Schöpfung lernen

Der Schutz der Schöpfung ist für die Kirche nicht erst seit der Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus von großer Bedeutung. Zum Fachmann oder Fachfrau in "Umweltethik" kann man sich an der Universität Augsburg ausbilden lassen.

DOMRADIO.DE: Die Universität Augsburg ist die bislang einzige Hochschule Deutschlands, die diesen Studiengang anbietet. Was ist genau Umweltethik?

Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl (Moraltheologin, betreut den Studiengang Umweltethik an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Augsburg): Umweltethik ist eine Bereichsethik. Es geht dabei um die Frage, wie man moralisch verantwortlich mit der Umwelt umgehen kann. Es geht also um die Beurteilung ökologischer Probleme aus einer normativen Sichtweise. Die lernt man in diesem meist viersemestrigen Master-Studiengang an unserer Fakultät.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie dazu gekommen, das zu machen?

Schlögl-Flierl: Den Studiengang gibt es schon seit dem Wintersemester 2010/11. Es ging darum, unsere Verantwortung für die Schöpfung auch wahrzunehmen und als Professor Dr. Thomas Hausmanninger, mein Kollege für Sozialethik damals den Studiengang ins Leben gerufen hat, ging es vor allem darum, sich dieser Aufgabe zu stellen, die Schöpfungsverantwortung wirklich anzugehen. Wir haben Studierende aus allen verschiedenen Fachrichtungen, also gar nicht unbedingt Theologinnen und Theologen, sondern Ökotrophologen, Sozialwissenschaftler, Juristen, Psychologen. Es handelt sich um eine sehr große Bandbreite und diese alle können sich um einen Platz in diesem Master-Studiengang bewerben. Er läuft sehr gut, wir sind sehr zufrieden mit unseren Absolventinnen und Absolventen.

DOMRADIO.DE: Das klingt alles relativ theoretisch. Wie sieht so eine Lehrveranstaltung aus? Was lernt man denn da?

Schlögl-Flierl: Ich mache zum Beispiel oft in diesem Studiengang ein Tierethikseminar. Wir lernen unseren Umgang mit den Tieren, mit den Haustieren, mit den Nutztieren verantwortet zu überlegen und zu analysieren. In Abschlussarbeiten werden Unternehmen auch in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit analysiert. Es geht um ökologisch orientierte Öffentlichkeitsarbeit und was mir auch oft ein Anliegen ist, um Ökospiritualität, zu diesen Themen bieten wir auch Seminare an. Es ist ein interdisziplinärer Master-Studiengang. Wir haben Umweltrecht, Umweltökonomie, die Geografen arbeiten mit Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler zusammen. Das ist das Tolle an der Universität Augsburg, die jetzt einen Umwelt-Schwerpunkt hat, sogar ein Wissenschaftszentrum Umwelt. Mit dem arbeiten wir sehr eng zusammen. Da bekommen wir viel Input, um diesen Master-Studiengang interdisziplinär anbieten zu können.

DOMRADIO.DE: Was ist denn Ökospiritualität?

Schlögl-Flierl: Wie kann Spiritualität in der Schöpfungsverantwortung gelebt werden? Welche Konzepte, welche Ansätze gibt es und welche Umsetzung? Wer sind die Umweltbeauftragten des Bistums? Wie können die kirchlichen Häuser verantwortet damit umgehen, auch die Lebenshaltung betreffend? Meistens hat es die Studierenden sehr interessiert, ihre eigene Spiritualität zu bilden. Und da sind wir Theologinnen und Theologen natürlich am besten Platz, das macht sehr viel Spaß.

DOMRADIO.DE: Jetzt verwenden Sie Worte wie Spiritualität, Theologie und Schöpfungsbewahrung. Sie sind eine katholisch-theologische Fakultät und sie sind die erste Hochschule in Deutschland, die das in dieser Form anbietet. Warum gerade an der katholisch-theologischen Fakultät?

Schlögl-Flierl: Aus der Schöpfungsverantwortung heraus. Dem Studiengang liegt die Überzeugung zugrunde, dass der Mensch grundsätzlich in Verantwortung für die Welt steht und eine so verstandene Welt ist nicht nur Gabe, sondern auch Aufgabe. Wir würden gerne in diese Richtung bilden. Daher machen wir auch sehr viel Umweltbildung und Umwelterziehung in dem Bereich.

DOMRADIO.DE: Was wird aus den Absolventen? Was kann man mit dem Abschluss machen?

Schlögl-Flierl: Man kann im Umweltverband arbeiten, in NGOs, im Bildungsbereich zur ökologischen Erziehung und Bildung, in Unternehmen, in der freien Wirtschaft, in der Unternehmenskommunikation zu ökologischen Fragen oder als Umweltbeauftragte oder Umweltbeauftragter in beratender Funktion.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch. 

(DR)

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